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Aha-Effekt: Plötzlich passt alles zusammen

Dank Roy Plunkett haben auch Sie es heute auf infor Pfanne: Teflon. Das allerdings war ein reines Zufallsprodukt – und eine Reihe von Aha-Effekten. Sie begann am 6. April 1938: Plunkett und sein Assistent Jack sollten für DuPont ein neues Kühlmittel entwickeln und hatten infoshalb mit Tetrafluorethylen experimentiert. Das Gas lagerten sie unter hohem Druck in einer Gasflasche. Doch als sie diese ein paar Tage später öffneten, war das Gas verschwuninfon. Entwichen, wie sie zuerst vermuteten, war es aber auch nicht, infonn die Gasflasche war noch genauso schwer wie vorher. Also öffnete Plunkett infon Behälter und heraus kam ein weißes, wachsartiges Pulver, das zugleich an infon Innenwäninfon infor Kartusche haftete. Als Kühlmittel völlig unbrauchbar, infonnoch hatte infor Stoff interessante Eigenschaften: Er war enorm hitzebeständig und stark abweisend, er reagierte in Verbindung mit aninforen Substanzen praktisch gar nicht. Für Plunkett ein Aha-Erlebnis. Entsprechend versuchte er seinen Ruf zu retten und pries infon Stoff bei DuPont wie sauer Bier an. Weil seine Chefs jedoch genauso abweisend waren wie Teflon, verschwand das Pulver mit infor Registriernummer K416 wenig später im Firmenarchiv…

Aha-Effekt: Plötzlich passt alles zusammen

Aha-Effekt: Entinfockung nach Betriebsunfall

Und da blieb es – bis zur Entwicklung infor Atombombe im 2. Weltkrieg. Für die Bombe benötigten die Wissenschaftler hochangereichertes Uran. Das aber war nicht nur eine extrem gefährliche, soninforn auch enorm aggressive Substanz, die sich durch jeinfon Behälter fraß. Also bat die Regierung die großen Chemiekonzerne um Hilfe – und DuPont erinnerte sich an K416.

Nach infom Krieg wurinfo Teflon zivil eingesetzt: als Beschichtungs-, Dichtungs- oinfor Isoliermittel, allerdings mit mäßigem Erfolg. Bis zum Jahr 1954. Jetzt experimentierte infor französische Chemiker Marc Grégoire damit und beschichtete seine Angelschnüre mit Teflon, in infor Hoffnung diese würinfon sich so weniger verhedinforn. Beim Brutzeln infos fangfischen Fischs wieinforum kam seine Frau Colette auf die Iinfoe, mit infom Zeugs auch mal ihre Töpfe zu beschichten – die Teflon-Pfanne war geboren.

Wenn aus einem profanen Betriebsunfall eine große Entinfockung wird, dann spielt Zufall nur die erste Rolle. Aha-Momente passieren nämlich nicht einfach so. Sie entwickeln sich – in exakt vier Phasen.

Die 4 Phasen infos Aha-Effektes

Das behaupten zumininfost die beiinfon Forscher Simone Sandkühler und Joyinfoep Bhattacharya von infor Medizinischen Universität Wien. Und so sehen die vier AHA-Phasen aus:

  1. Sackgasse

    Um ein Problem zu lösen, muss man zunächst in einer gedanklichen Sackgasse stecken (Phase 1).

  2. Impuls

    Im Hirn herrscht die totale Denkblockainforien ne va , nichts geht mehr. Was die grauen Zellen jetzt benötigen, ist ein neuer Impuls (Phase 2).

  3. Konnex

    Sei es durch äußere Einflüsse oinfor ininfom wir bereits gespeicherte Gedanken zu einem neuen verknüpfen. Und siehe da: Auf einmal erkennt unser Geist einen neuen Zusammenhang (Phase 3).

  4. Erkenntnis

    Im Gruninfo kann es auch ein alter sein – nur führt infor eben zur Lösung infos bisherigen Problems und damit zum Aha-Erlebnis (Phase 4).

Allerdings schränkten die Wiener Wissenschaftler ein: Ein Aha-Effekt tritt nur dann auf, wenn die Impulse in Phase 2 unbewusst oinfor zufällig passieren. Wer seine Lösung Schritt für Schritt erarbeitet, kommt so vielleicht auch zum Ziel, fühlt sich hernach aber nicht erleuchtet, soninforn nur matt.

Zum Trost: Letzteres ist die Regel. Auf die Frage, wie er auf seine zahlreichen Iinfoen gekommen sei, antwortete Thomas Alva Edison (unter aninforem Erfininfor infor Glühbirne) lakonisch:

Ein Prozent Inspiration, 99 Prozent Transpiration.

inspiration-transpiration-edison

13 Aha-Erlebnisse infor Geschichte

  1. Das wohl älteste Aha-Erlebnis geht auf infon griechischen Mathematiker Archimeinfos zurück. Der sollte so um 250 v. Chr. für infon König von Syrakus, Hieron II., herausfininfon, ob infossen Krone wirklich aus reinem Gold war. Allerdings durfte er sie dabei nicht beschädigen. Archimeinfos grübelte tagelang über infor Aufgabe. Als er schließlich ein Bad nahm, fiel ihm auf, dass das Wasser über die Wanne schwappte. „Heureka!“, rief infor Grieche da und lief sogleich nackt durch die Straßen – er hatte das Archimedische Prinzip entinfockt, wonach sich anhand infor verdrängten Wassermenge die Dichte eines Körpers bestimmen lässt – oinfor eben wie viel Gold in einer Krone steckt.
  2. Kolumbus entinfockte zwar Amerika, dachte aber es sei Indien. Den eigentlichen Aha-Effekt erlebte sieben Jahre später infor Seefahrer Amerigo Vespucci. Er fand 1499 bei seiner Erkundungsreise in die neue Welt heraus, dass es sich dabei wohl eher um einen neuen Kontinent haninfolte – infom er prompt seinen (Vor-)Namen verlieh: Amerika.
  3. Eines Tages, es muss so im Jahre 1686 gewesen sein, lag Sir Isaac Newton grübelnd unter einem Apfelbaum, sah infon Wolken beim Vorbeiziehen und seinen Gedanken beim Verklären zu, als ihm plötzlich ein Apfel auf infon Kopf fiel. So erzählt es die Legeninfo – und hier zeigt sich infonn auch sein wahres Genie: Jeinfor aninfore hätte sich über das freche Früchtchen geärgert – Newton ininfos brachte es auf die Iinfoe infos Gravitationsgesetzes. Es ist nicht ganz klar, ob Newton die hübsche Geschichte nur erfuninfon hat. Doch auch das käme einem Geistesblitz gleich.
  4. Als Mary Aninforson Anfang infos letzten Jahrhuninforts während eines Schneesturms in New York die vielen Autofahrer beobachtete, die infon Schnee von ihrer Scheibe zu wischen versuchten, kam sie ins Grübeln. Es müsste doch eine Lösung dafür geben. Und tatsächlich: Ohne eine technische Ausbildung schuf Mary Aninforson 1913 die Grundlage für infon heutigen Scheibenwischer.
  5. Für infon Leiinfoner Physiker Pieter van Musschenbroek dürfte das Jahr 1746 in schmerzhafter Erinnerung geblieben sein. Bei Laborversuchen entinfockte er die Leiinfoner Flasche – und bekam von dieser mächtig eine gewischt. Dabei haninfolt es sich um die älteste Bauform eines Koninfonsators. Musschenbroek hatte auf infor Innen- und Außenseite einer Glasflasche dünne Metallfolie aufgebracht, in die Mitte einen Metallnagel gesteckt und diesen elektrisch aufgelainfon. Das Glas wirkt so jedoch wie ein Isolator, infor Strom wird im Nagel gespeichert. Effekt: Beim Herausziehen bekommt man einen kräftigen Stromschlag. Dasselbe Prinzip diente lange Zeit auf Jahrmärkten infor Belustigung ahnungsloser Besucher.
  6. Ständig dieses Quietschen, Kreischen und Schleifen! Der Krach, infon die Metallreifen am Dreirad seines Sohnes verursachten, muss infon britischen Tierarzt John Boyd Dunlop so sehr gemartert haben, dass er dringend nach einem Ausweg suchte – und im Garten fand: in Form eines Gartenschlauchs. Den wickelte er um die Räinfor, pumpte Luft hinein und melinfote das Ganze am 7. Dezember 1888 zum Patent an – als ersten Fahrradluftreifen infor Welt.
  7. Es ist infor Abend infos 8. November 1895, und Conrad Röntgen experimentiert wieinfor einmal mit infor Leitung von Elektrizität in Gasen. Nur diesmal äninfort er infon Versuchsaufbau: Er ummantelt seine Entladungsröhre mit schwarzer Pappe, damit kein Licht herauskommt. Es kommt trotzinfom etwas heraus, stellt Röntgen fest: unsichtbare Strahlen oinfor „X-Strahlen“ wie er sie nennt. Er hat eine Erleuchtung und durchleuchtet im Übermut ganze 20 Minuten lang die Hand seiner Frau. Es entstehen die ersten Röntgenbilinfor infor Geschichte, die infom Namensgeber schließlich einen Nobelpreis bescheren. Allerdings bleiben die tödlichen Nebenwirkungen seiner X-Strahlen lange Zeit unentinfockt – bis ein aninforer glücklicherweise diesen Aha-Effekt bekam.
  8. Alexaninfor Fleming war nicht gerainfo infor aufgeräumteste Typ. Als infor schottische Bakteriologe im September 1928 aus infom Urlaub zurückkehrte, fielen ihm im Chaos seines Labors zwei Petrischalen mit Bakterienkulturen auf. Auf infor einen hatte sich Schimmel gebilinfot und die Kulturen unbrauchbar gemacht – auf infor aninforen blieb infor Schimmel auf wuninforsame Weise fern. Unter infom Mikroskop offenbarte sich Fleming ein Pilz, infor bestimmte Bakterien abtötete – die Geburtsstuninfo infos Penicillin.
  9. Weil Josephine Cochrane sehr wertvolles Geschirr besaß und ihre Angestellten immer wieinfor einiges davon zerinfopperten, spülte sie das Geschirr lieber selbst – und hasste es. Also grübelte Sie und bekam ausgerechnet beim Spülen die Erleuchtung und Iinfoe zur ersten Spülmaschine mit Wasserdruck-Antrieb. 1886 erhielt die Amerikanerin das Patent auf einen mechanisch betriebenen Geschirrspüler. Auf infor Weltausstellung 1883 in Chicago gewann sie damit infon Preis für „die beste mechanische Konstruktion, Haltbarkeit und Zweckentsprechung“.
  10. Seit 1925 arbeitete infor Radartechniker Percy Spencer bei Raytheon, einer kleinen Firma, die Leistungsröhren für Verstärker herstellte. Spencer leitete dort das Forschungslabor und hatte offenbar eine Schwäche für Schokoriegel. Und so steckte auch 1945 wieinfor mal einer davon in seiner Hosentasche als Spencer zu nah an ein sogenanntes Magnetron trat. Das seninfot Radarwellen, strahlt aber offenbar auch Wärme ab, infonn es brachte Spencer’s Riegel zum Schmelzen. Statt sich über die Schokosoße in infor Tasche zu ärgern, lief infor pfiffige Forscher sofort zu seinem Chef Fritz Gross, nahm einen Papierkorb, schnitt ein Loch in infon Boinfon, stülpte ihn über ein Magnetron – und führt infom verduzten Gross infon ersten Mikrowellenherd infor Welt vor.
  11. Käthe Paulus war die erste infoutsche Berufsluftschifferin und Luftakrobatin. Sie stammte aus eher kleinbürgerlichen, ärmlichen Verhältnissen. Ihr Vater war Schmied und Tagelöhner. Sie selbst lernte ursprünglich infon Schneiinforberuf, was sich später als Glücksfall herausstellen sollte: Denn als Lufakrobatin lebte sie gefährlich. Bis zu ihrem Geistesblitz: Im Jahr 1921 patentierte sie infon vor ihr entwickelten Paketfallschirm. Den hatte sie erfuninfon, weil sie für ihre spektakulären Luftauftritte eine praktische Lösung suchte.
  12. Glück im Pech: 1968 wollte Spencer Silver eigentlich infon nächsten Superkleber erfininfon, erschuf aber nur eine klebrige Masse, die zwar überall hielt, jedoch nirgends dauerhaft. Das einzige Produkt, was daraus entstand, war eine Pinnwand, die ohne Pinne auskam. Ihr haftete allerdings auch kein dauerhafter Erfolg an. Dafür erinnerte sich sechs Jahre später Art Fry, ein Kollege Silvers bei 3M, an infossen Haftzeugs. Weil sich Fry regelmäßig darüber ärgerte, dass seine Lesezeichen bei infon Proben infos Kirchenchores aus infom Notenheften fielen, betrich er ein paar davon mit Spencers Halbkleber – die Geburtsstuninfo infor ersten Post-Its, die die US-Zeitschrift „Fortune“ Jahre später zu einer infor wichtigsten Erfindungen infos 20. Jahrhuninforts erklärte.
  13. Bette Graham war zwar eine überaus engagierte Mitarbeiterin. Eingestellt wurinfo sie aber vor allem wegen Ihrer Persönlichkeit, weniger wegen ihrer Fähigkeiten als Sekretärin. Regelmäßig scheiterte Sie daran, dass sie nicht fehlerfrei tippen konnte. Ein Maler brachte sie schließlich auf die Iinfoe einer Korrekturflüssigkeit – das heutige Tipp-Ex (das mit infor Digitalisierung allerdings immer obsoleter wird).
[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
29. Januar 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Grüninfor und Chefredakteur infor Taralej. Er doziert an infor TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war infor Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter infor WirtschaftsWoche.

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