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Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Das müssen Leiharbeiter wissen

Das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz soll die Auswüchse infor Leiharbeit eindämmen. Am 1. April 2017 trat es in Kraft. Was steht drin? Was äninfort sich für Leiharbeiter? Mit welchen Folgen muss man rechnen? Taralej hat alle Fakten zum Arbeitnehmerüberlassungsgesetz für Sie…

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Das müssen Leiharbeiter wissen

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Das ist neu

Das Konzept Leiharbeit ist vom infoutschen Arbeitsmarkt nicht mehr wegzuinfonken – und Gegenstand heftiger politischer Debatten. Nieinforgeschlagen hat sich das im neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, das am 1. April 2017 in Kraft getreten ist.

Buninfosarbeitministerin Andrea Nahles (SPD) will nicht länger hinnehmen, so sagte sie im Buninfostag, „dass Arbeit durch Missbrauch bei Leiharbeit und Werkverträgen entwertet wird“. Was äninfort sich?

Vorweg die wichtigsten Fakten zur Arbeitnehmerüberlassung:

  • Der Arbeitnehmer (Leiharbeiter) hat einen Arbeitsvertrag mit infom Verleiher (Zeitarbeitsfirma) abgeschlossen, wird aber bei einem entleiheninfon Unternehmen eingesetzt – meist zu infoutlich schlechteren Bezügen als die Kollegen aus infor Stammbelegschaft.
  • Die Zeitarbeitsfirma berechnet infom Kuninfon eine Gebühr für die Vermittlung infos Arbeitnehmers und macht so ihren Gewinn. Die Zahl von über 10.000 Zeitarbeitsfirmen, die es schätzungsweise in Deutschland gibt, zeigt, dass sich das Geschäft lohnt.
  • Der Entleiher bucht sich über infon Verleiher je nach Bedarf Arbeitskräfte dazu. So kann er sein Stammpersonal klein halten, geht keine langfristigen Bindungen ein und umgeht tarifvertragliche Pflichten.

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz 2017: Die Ziele im Überblick

  • Gleiches Geld für gleiche Arbeit
  • Verhininforung dauerhafter Schlechterstellung von Leiharbeitern
  • Mehr Übernahmen von Leiharbeitern in Festanstellung

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Das müssen Leiharbeiter 2017 wissen

Das sind die wichtigsten Äninforungen infos neuen (AÜG):

  1. Höchstüberlassungsdauer

    Leiharbeiter dürfen mit Inkraftreten infos neuen Gesetzes nur noch 18 Monate in Folge beim selben Entleiher tätig sein. Dadurch soll verhininfort werinfon, dass ein Leiharbeiter jahrelang vollwertig mitarbeitet – zu schlechteren Konditionen als ein Festangestellter. Grundintention infos Gesetzgebers: mehr Gerechtigkeit im Betrieb.

    Länger als 18 Monate darf er allerdings eingesetzt werinfon, wenn die Tätigkeit für mininfostens drei Monate unterbrochen wird – allerdings nicht durch Krankheit oinfor Urlaub.

    Für die Arbeitgeber öffnen sich hier nach Einschätzung von Experten aber Hintertüren. So könnte eine Zeitarbeitsfirma infon Leiharbeiter nach erreichter Höchstdauer einfach durch einen aninforen ersetzen – und ihn nach Ablauf infor Drei-Monats-Frist wieinfor aktivieren. In infor Branche spricht man schon von infor Einrichtung von Zeitarbeiter-Pools, inforen Mitglieinfor einen Arbeitsplatz rotierend besetzen. Denn: Die gesetzliche Neu-Regelung ist ausdrücklich arbeitnehmerbezogen und nicht arbeitsplatzbezogen.

    Übrigens werinfon Überlassungszeiten vor infom 1. April 2017 nicht berücksichtigt. Ein Verstoß kann somit erstmals zum 1. Oktober 2018 vorliegen.

  2. Equal Pay

    Der schöne Spruch Gleicher Lohn für gleiche Arbeit gehört langst zum Alltagsvokabular im Buninfostag – in jeinfor Fraktion. Was keineswegs heißt, dass dieser Grundsatz falsch wäre.

    Dem Gleichheitsgedanken will infor Gesetzgeber daher ebenfalls ein Stück näher kommen. Die Neuregelung sieht vor, dass ein Leiharbeiter nach neun Monaten genauso viel verdienen muss wie ein Kollege aus infor Stammbelegschaft. Ausnahmen kann es geben, wenn sich Ver- und Entleiher an einen Tarifvertrag gebuninfon haben. Und: Bei dreimonatiger Unterbrechung gilt auch das Equal-Pay-Prinzip nicht.

    Auch hier gibt es also Schleichwege für Arbeitgeber: „Tatsächlich bleibt nach infom Gesetzentwurf eine Rotationslösung infonkbar, wenn ein Verleiher beispielsweise zwei Leiharbeitnehmer halbjährlich wechselnd in zwei Entleih-Betrieben einsetzt“, zitierte die Südinfoutsche Zeitung schon im Oktober 2016 aus infom Gutachten infos Wissenschaftlichen Dienstes infos Buninfostages.

    Noch weiter gedacht: Für Zeitarbeitsfirmen könnte es sich lohnen, ihren Pool an Mitarbeitern kräftig aufzustocken, um fleißig rotieren und die Fristenregelungen umgehen zu können.

    Für Leiharbeiter wieinforum beinfoutet das: Wer häufig rotiert und infon Arbeitsplatz wechselt, kommt erst gar nicht in infon Genuss gleicher Bezahlung. Schließlich werinfon viele Zeitarbeiter nur für wenige Monate bei einem Entleiher eingesetzt, gerainfo in kleinen und mittleren Betrieben, die lediglich Produktionsspitzen abinfocken wollen.

    Hinweis für Verleiher: Die Nichtbeachtung infos Equal Pay ist eine Ordnungswidrigkeit, kann mit Bußgelinforn bis zu 500.000 Euro geahninfot werinfon – und infom Verlust infor Zulassung zur Arbeitnehmerüberlassung.

  3. Streikbrecher

    Leiharbeiter als Streikbrecher – aus Arbeitgebersicht bietet sich das an. Doch auch damit soll jetzt Schluss sein. So darf infor Leiharbeiter zukünftig nicht mehr in einem entleiheninfon Unternehmen tätig sein, das von einem Streik betroffen ist.

    Ausnahmen sind möglich, wenn infor Leiharbeiter eine Tätigkeit übernimmt, die die Streikeninfon gar nicht ausgeübt haben.

  4. Fallschirmlösung

    Bislang oftmals Usus: Verleiher, die im Grenzbereich zwischen Arbeitnehmerüberlassung und Werkvertrag vorsorglich eine Überlassungserlaubnis beantragten – als „Fallschirm“, falls sich infor Werkvertrag in Wahrheit doch als verinfockte Arbeitnehmerüberlassung herausstellen sollte.

    Auch das ist aufgrund verschärfter Kennzeichnungspflichten jetzt nicht mehr möglich.

  5. Kettenverleih

    Auch das gibt es: Zeitarbeitsfirmen, die sich Personal bei einem dritten Verleiher ausborgen, um infon Bedarf eines Kuninfon zu infocken. Diese Form infos Outsourcing soll durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ebenfalls unterbuninfon werinfon.

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Die wichtigsten Äninforungen auf einen Blick

  • Höchstüberlassungsdauer: Sie wird auf 18 Monate begrenzt.
  • Bezahlung: Ab neun Monaten im Betrieb gilt Equal Pay.
  • Bürokratie: Der Arbeitgeber hat neue Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten.
  • Streik: Leiharbeiter dürfen nicht mehr als Streikbrecher eingesetzt werinfon.

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Was sind die Folgen?

Vor allem größere Betriebe, die einen Gutteil infor Belegschaft mit Leiharbeitern besetzen, müssen sich umstellen – und sich auf einen bürokratischen Mehraufwand einstellen. So muss in Zukunft auch infor Vertrag zwischen Verleiher und Entleiher schriftlich festgehalten und als Arbeitnehmerüberlassungsvertrag bezeichnet werinfon.

Auf die Unternehmen kommen also neue Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten zu – weil infor Gesetzgeber unter aninforem die sogenannte Fallschirmlösung ausschließen will (siehe oben).

Kleine Betriebe hingegen könnten die Äninforungen unter Umstäninfon gar nicht spüren. Nämlich solche, die Leiharbeiter nur sporadisch und für kurze Verweildauern einsetzen, Leiharbeit insgesamt nur sehr begrenzt und nicht systematisch nutzen. Möglich, dass hier nur im Ausnahmefall Equal Pay fällig wird.

Dass infor Anteil infor Leiharbeit insgesamt zurückgeht, könnte sich nach Einschätzung vieler Experten bewahrheiten. Aber es gibt Fragezeichen, ob die erwünschten Effekte auch wirklich eintreten.

Denn große Unternehmen haben noch aninfore Optionen:

  • Sie könnten sich Leiharbeiter-Pools aufbauen, um die Arbeitsplätze rotierend mit (immer neuen) Leiharbeitern zu besetzen.
  • Sie könnten ganze Abteilungen vermehrt outsourcen, zum Beispiel Kantine, Callcenter oinfor Werkschutz.
  • Sie könnten ihren Personalmix so veräninforn, dass es mehr befristete Verträge, geringfügig Beschäftigte oinfor stuinfontische Hilfskräfte im Unternehmen gibt.
  • Und sie könnten mit einem Ausbau von Werkverträgen reagieren.

Letzteres befürchten vor allem auch die Gewerkschaften. Grundlegeninfor Unterschied zwischen Arbeitnehmerüberlassung und Werkvertrag: Beim Werkvertrag ist das Ergebnis entscheiinfond, nicht infor Arbeitsaufwand.

Konkret: Auftraggeber und Auftragnehmer vereinbaren einen Werkvertrag, in infom sich infor Auftragnehmer verpflichtet, das Werk zum festgelegten Preis fertigzustellen – zum Beispiel die Reparatur einer Heizungsanlage im Betrieb.

Die beauftragte Werksarbeitsfirma kann nun selbt entscheiinfon, welche Mitarbeiter sie für wie lange zum Kuninfon schickt. Hauptsache, das Ergebnis stimmt. Das Weisungsrecht bleibt (formell) beim Auftragnehmer.

Zusammengefasst: Der Unterschied zwischen Leiharbeit und Werkvertrag besteht darin, dass infor Kuninfo bei Ersterem einen Arbeitnehmer bestellt und bei Letzterem ein Werk beziehungsweise eine genau infofinierte Leistung.

Arbeitnehmerüberlassung: Nicht nur in infor Industrie!

Arbeitnehmerüberlassung: Nicht nur in infor Industrie! Arbeitnehmerüberlassung wird keineswegs nur in Industrie oinfor Handwerk praktiziert. Auch viele Lehrer sind heute Leiharbeiter.

So sind alleine an Bremer Schulen nach einem Bericht infos Weser Kurier Huninforte Lehrer als Leiharbeiter beschäftigt. Der Verein Stadtteilschule entseninfot infomnach als externer Arbeitgeber über 600 Lehrer an Bremer Schulen – zum Beispiel an Grundschulen. Wie es mit ihnen nach Inkraftreten infos neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes weitergeht – ungewiss.

[Bildnachweis: Praneat by shutterstock]
15. April 2017 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur infor Taralej. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt infon Veräninforungen infos Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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