Ausbildung Gehalt: Hier verdienen Sie am meisten

In der Ausbildung spielt das Gehalt eine wichtige Rolle. Schließlich ist das Azubi-Gehalt nicht gerade üppig. Je nach Ausbildung sind es gerade einmal ein paar hundert Euro, als Gehalt beim Azubi ankommen. Die gute Nachricht: Seit einigen Jahren steigen die Gehälter der Nachwuchs-Fachkräfte an. Einziges Kriterium sollte die Bezahlung zwar nie sein, doch gilt für unentschlossene Auszubildende gilt: Vergleichen Sie ruhig auch mal das Ausbildungsgehalt, bevor Sie sich endgültig für eine Ausbildung entscheiden. Wir zeigen, wovon das Gehalt in der Ausbildung abhängt und in welchen Ausbildungsberufen Sie am meisten verdienen können…

Ausbildung Gehalt: Hier verdienen Sie am meisten

Ausbildung und Gehalt: Die wichtigsten Faktoren

Ausbildung Gehalt Höhe Ausbildungsvergütung Brutto NettoWas Azubis letztendlich in ihrer Ausbildung verdienen, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem kann…

  • die Branche
  • der Betrieb
  • ein gültiger Tarifvertrag
  • der gewählte Beruf
  • das Lehrjahr
  • das Bundesland

einen gewaltigen Unterschied bei der Ausbildungsvergütung machen. So lautet der offizielle Ausdruck für das Gehalt in der Ausbildung.

Übrigens: Während einer Ausbildung ist das Gehalt nicht an den Mindestlohn gebunden. Das liegt daran, dass Auszubildende streng genommen nicht in einem Arbeits-, sondern in einem Bildungsverhältnis stehen.

Eine beträchtliche Zeit während ihrer Ausbildung verbringen Azubis in einer Berufsschule – während des Unterrichts können sie nicht im Betrieb mitarbeiten.

Azubis bekommen in der Ausbildung zwar weniger Gehalt als später, können im Gegenzug aber von niedrigeren Steuern und Sozialabgaben profitieren. Das wiederum hat einen positiven Einfluss auf den Betrag, der am Ende des Monats auf dem Konto landet.

Das Gehalt in der Ausbildung steigt in der Regel mit der Zeit. Auch das hat einen einfachen Grund: Im zweiten Lehrjahr können Azubis schon besser und schneller im Ausbildungsbetrieb mitarbeiten, als noch im ersten Jahr. Damit brauchen sie weniger Anleitung von den anderen Mitarbeitern oder vom Ausbilder. Das wiederum kommt der Produktivität im Unternehmen zugute. Wenn mehr Arbeitskraft zur Verfügung steht, kann auch mehr erwirtschaftet beziehungsweise bezahlt werden.

Vor allem ein gültiger Tarifvertrag kann die Vergütung während der Ausbildung beeinflussen. Azubis, die in einem Unternehmen mit Tarifvertrag eine Ausbildung machen, haben am Ende des Monats meist mehr Gehalt in der Tasche.

Es gibt aber auch Ausbildungsbetriebe, die zwar nicht einem Tarifvertrag angehören, trotzdem aber die entsprechenden Gehälter zahlen. Auch Betriebe, für die weder das eine noch das andere gilt, können sich komplett aus der Verantwortung ziehen. In diesen Betrieben darf während der Ausbildung das Gehalt nicht mehr als 20 Prozent unter dem im Tarifvertrag vereinbarten Betrag liegen.

Positive Entwicklung bei Ausbildungsgehältern

Weil in Deutschland immer mehr Azubis fehlen, wird in der Ausbildung das Gehalt weiter steigen. Darauf deuten aktuelle Zahlen hin, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zu Beginn des Jahres veröffentlicht hat.

Im vergangenen Jahr konnten Jugendliche in der Ausbildung mit einem Gehalt von durchschnittlich 908 Euro rechnen. Das sind 3,7 Prozent mehr als im Jahr davor.

Auch im Vergleich zur übrigen Lohnentwicklung kann sich das Gehalt in der Ausbildung sehen lassen: Tariflöhne stiegen im gleichen Zeitraum nämlich nur um 3,1 Prozent.

Und noch eine positive Entwicklung hat das BIBB zu vermelden: Die Löhne der Azubis in Ost und West gleichen sich weiter an. Aktuell kommen Auszubildende im Osten Deutschlands immerhin auf ein Lohnniveau, das dem im Westen zu 94 Prozent entspricht.

Besonders in denjenigen Branchen, die mit den größten Nachwuchssorgen zu kämpfen haben, ist das Gehalt in der Ausbildung stark gestiegen. Dazu gehören:

  • Die Reinigungsbranche
  • Die Gastronomie
  • Das Lebensmittelhandwerk

So hoch ist das Gehalt in der Ausbildung

Das Bundesinstitut für Berufsbildung gibt jedes Jahr eine Liste für das Ausbildungsgehalt von ausgewählten Berufen heraus, die einen besseren Vergleich und Orientierung ermöglicht. Der Lohn bezieht sich dabei auf die gesamte Dauer der Ausbildung.

In der Liste mit 20 Ausbildungen und deren Gehältern zeigt sich zudem, wo die Bezahlung zwischen Ost und West bereits auf einem Niveau ist – und wo weiterhin spürbare Unterschiede bestehen:

BerufAusbildung Gehalt WestAusbildung Gehalt Ost
Maurer1175 Euro975 Euro
Mechatroniker1091 Euro1070 Euro
Industriemechaniker1086 Euro1044 Euro
Industriekaufmann1051 Euro981 Euro
Kaufmann für Versicherungen und Finanzen1035 Euro1035 Euro
Verwaltungsfachangestellter1003 Euro1003 Euro
Medientechnologe Druck981 Euro981 Euro
Kaufmann im Einzelhandel891 Euro906 Euro
Medizinischer Fachangestellter852 Euro852 Euro
Gebäudereiniger837 Euro775 Euro
Gärtner836 Euro707 Euro
Koch811 Euro740 Euro
Metallbauer800 Euro592 Euro
Kfz-Mechatroniker796 Euro699 Euro
Kaufmann für Büromanagement794 Euro745 Euro
Maler und Lackierer718 Euro718 Euro
Bäcker678 Euro678 Euro
Florist622 Euro587 Euro
Friseur606 Euro387 Euro
Schornsteinfeger518 Euro518 Euro
Alle Berufe und Gehälter gelten für männliche und weibliche Auszubildende


Das sind die bestbezahlten Ausbildungsberufe

Ausbildung Gehalt bestbezahlte AusbildungsberufeAusbildungen sind nicht für eine besonders hohe Bezahlung bekannt, nicht nur aufgrund der Aufgaben heißt es bis heute Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Einige Berufe gelten jedoch bereits in der Ausbildung als besonders rentabel und zählen deshalb zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen. Die genaue Reihenfolge ändert sich von Zeit zu Zeit und auch die Zahlen können variieren – wir haben trotzdem einen Überblick über die Ausbildungsberufe mit dem höchsten Gehalt für Sie zusammengestellt:

  • Fluglotse: Mit Abstand die besten Gehaltsaussichten in der Ausbildung haben Fluglotsen. Bereits im ersten Ausbildungsjahr, in dem theoretische Grundlagen gelehrt werden, liegt die durchschnittliche Bezahlung bei über 900 Euro im Monat. Anschließend steigt das Gehalt noch einmal deutlich an: Im zweiten Jahr sind bereits 2.000 bis 3.000 Euro möglich, im dritten Ausbildungsjahr können sogar über 4.000 Euro im Monat verdient werden.
  • Polizist: Bereits ab dem ersten Jahr können Auszubildende zum Polizisten mehr als 1.100 Euro verdienen. Weit mehr, als in anderen Berufen. Jedoch bleibt das Gehalt während der Ausbildungsdauer konstant. Entscheidend ist auch, ob es sich um eine Ausbildung für den mittleren oder gehobenen Dienst handelt.
  • Finanzwirt: Auch in der Ausbildung zum Finanzwirt starten Sie bereits mit einem vergleichsweise hohen Einkommen von 1.000 bis 1.100 Euro, was in der Regel ebenfalls konstant bleibt. Im zählt der Beruf damit dennoch zu den gut bezahlten Ausbildungen.
  • Maurer: Im Handwerk kann bereits während der Ausbildung gut verdient werden, wie bereits die obige Tabelle der BIBB zeigt. Sind es im ersten Ausbildungsjahr noch rund 700 Euro im Monat, steigt das Gehalt im zweiten und dritten Jahr noch einmal deutlich an und kann zwischen 1.200 und 1.400 Euro liegen.
  • Schiffsmechaniker: Über große Gehaltssteigungen dürfen sich auch Azubis als Schiffsmechaniker freuen. Nach einem Gehalt von knapp 1.000 Euro im ersten Jahr sind bis zu 1.7000 Euro im dritten Lehrjahr möglich.

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Was tun, wenn das Gehalt in der Ausbildung nicht reicht?

Azubis, die mit ihrer Ausbildungsvergütung nicht über die Runden kommen, können die sogenannte Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Diese Beihilfe wird für anerkannte Lehrberufe gezahlt, wenn der Lehrling von seinem Gehalt in der Ausbildung die Kosten für den Lebensunterhalt, Fahrtkosten oder auch Nahrungsmittel nicht ausreichend bestreiten kann.

Vergleichbar dem Bafög hängt es von einigen Faktoren ab, ob die BAB bewilligt wird. Dazu gehören:

  • das Gehalt in der Ausbildung
  • der Verdienst der Eltern
  • das Einkommen des Lebenspartners (bei verheirateten Azubis oder solchen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft)

Daneben müssen noch weitere Bedingungen erfüllt sein:

  • Sie müssen einen gültigen Ausbildungsvertrag vorweisen können, der bei der Handels-, Handwerkskammer oder einer anderen offiziellen Stelle eingetragen ist.
  • Sie müssen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
  • Es muss sich um die erste Ausbildung handeln.
  • Sie müssen in einer eigenen Wohnung wohnen. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren müssen bestimmte Gründe vorliegen, warum Sie nicht mehr bei den Eltern wohnen. Über 18 Jahren ist die Regelung nicht mehr so streng.
  • Der Antrag muss bei der Agentur für Arbeit gestellt werden, die sich in dem Bezirk befindet, in dem Sie Ihren ersten Wohnsitz haben.

Zurzeit gelten für die BAB folgende Sätze:

  • Als Grundbedarf werden 372 Euro ermittelt.
  • Die Miete wird pauschal mit 166 Euro vergütet.
  • Liegt die tatsächliche Miete höher als die Pauschale, gibt es einen Zuschlag, allerdings höchstens bis zu 84 Euro.
  • Der Bedarf für die Arbeitskleidung wird mit 13 Euro angerechnet.
  • Fahrtkosten für die Fahrten zwischen Wohnung und der Ausbildungsstätte (Monatskarte für den Bus) werden mit 45 Euro berücksichtigt.
  • Eine Familienheimfahrt im Monat (Bahnfahrkarte) wird mit 14 Euro vergütet.

Daraus ergibt sich ein Gesamtbedarf von 694 Euro. Diesem Gesamtbedarf wird dann das anzurechnende Einkommen des Auszubildenden und seiner Eltern gegenübergestellt. Bleibt ein Bedarf übrig, ergibt sich daraus die Höhe der Berufsbildungsbeihilfe.

Übrigens: Wenn Sie kein BAB bekommen, könnte Ihnen Wohngeld zustehen. Diese beiden staatlichen Leistungen können nicht gemeinsam bezogen werden. Wenn Ihr Antrag auf BAB abgelehnt wurde, weil Sie beispielsweise gerade eine zweite Ausbildung absolvieren, könnte das Wohngeld eine Möglichkeit für Sie sein, das Gehalt in der Ausbildung etwas aufzubessern.

Weitere Möglichkeiten, das Ausbildungsgehalt aufzustocken

Wenn trotz BAB oder Wohngeld in der Ausbildung das Gehalt immer noch nicht reicht, können Sie noch Folgendes probieren:

  • Fahrtkostenerstattung

    Häufig schlagen gerade die Fahrtkosten von der Wohnung bis zum Ausbildungsbetrieb kräftig zu Buche. Ausbildungsbetriebe sind zwar nicht dazu verpflichtet, einige bieten ihren Auszubildenden aber trotzdem einen Fahrtkostenzuschuss an. Sprechen Sie doch einfach einmal Ihren Ausbilder an, ob es eine Möglichkeit gibt, einen Zuschuss zu bekommen.

    Wenn Sie zu Schulungen oder anderen Einsätzen müssen, die sich nicht im Ausbildungsbetrieb befinden, muss der Betrieb ohnehin die Fahrtkosten übernehmen.

  • Erziehungsberechtigte

    Daneben kann es sein, dass sich auch die Erziehungsberechtigten beteiligen müssen, wenn in der Ausbildung das Gehalt nicht reicht. Besonders dann, wenn Sie kein BAB bekommen, weil das Einkommen der Eltern zu hoch ist, müssen diese Sie unterstützen.

    Solange Sie jünger als 25 Jahre sind und sich in einer Ausbildung befinden, steht Ihnen außerdem Ihr Kindergeld zu.

  • Nebenjob

    Auch Azubis können einen Nebenjob machen. Wie andere Arbeitnehmer auch, müssen sie hierbei einige Dinge beachten:

    • Azubis dürfen nur bis maximal 450 Euro im Monat dazu verdienen.
    • Sie müssen mit dem Ausbildungsbetrieb abstimmen, ob der Nebenjob erlaubt ist.
    • Die erlaubte Stundenanzahl, wie sie im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt ist, darf nicht überschritten werden.

    Achtung: Wenn Sie BAB bekommen, dürfen Sie nicht 450 Euro, sondern nur 400 Euro im Monat zusätzlich verdienen. Sonst riskieren Sie, dass Ihnen die Leistung gekürzt oder gar gestrichen wird.

    Ebenso wie in einem herkömmlichen Arbeitsverhältnis, dürfen Sie auch in der Ausbildung nicht im Nebenjob arbeiten, wenn Sie krankgeschrieben sind. Bekommt der Ausbildungsbetrieb Wind davon, riskieren Sie eine Abmahnung oder gar die Kündigung – im schlimmsten Fall sogar fristlos.

[Bildnachweis: Taralej.info]
23. April 2019 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Taralej. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.



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