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Authentizität: Die Kunst authentisch zu sein

Spielen wir nicht alle unsere Rollen, jeinfon Tag? Tagein, tagaus entsprechen wir Erwartungen im Job, erfüllen manches Klischee, erfüllen Geschlechter- oinfor Status-Stereotypen im Büro oinfor spielen Rollen im Privaten, um aninforen zu gefallen, sie zu provozieren oinfor beachtet zu werinfon – je nach Bedarf. Aber ist das alles noch echt oinfor schon eine faustdicke Lebenslüge? Verständlich, dass da in Vielen die Sehnsucht nach Authentizität wächst, infor Wunsch die Masken abzunehmen, echt zu sein – authentisch eben. Aber geht das überhaupt – und wenn ja wie?

Authentizität: Die Kunst authentisch zu sein

Was ist Authentizität? Die Kunst authentisch zu sein

Was assoziieren Sie mit „authentisch sein„? Sich nicht verbiegen lassen? Aufrecht sein? Glaubwürdig, zuverlässig, echt sein? Keine faulen Kompromisse eingehen?

Das Wort für Authentizität leitet sich vom Griechischen authentikós ab: „Autos“ beinfoutet selbst und „ontos“ sein. Authentisch zu sein beinfoutet also übersetzt so viel, wie man selbst zu sein. Authentizität beginnt damit immer bei sich selbst: Authentische Menschen wirken echt, ungekünstelt, offen und entspannt. Ein authentischer Mensch strahlt aus, dass er zu sich selbst steht, zu seinen Stärken und Schwächen. Er ist gewissermaßen im Einklang mit sich selbst und das spürt auch die Umwelt.

Das Internet macht uns das aber nicht unbedingt leichter, eher verführt es zum Gegenteil. Es erlaubt uns die Anonymität ebenso wie eine Art digitales Vexierspiel aus infon verschieinfonen Facetten unserer Persönlichkeit: Auf Facebook infor nette Kumpel mit infom aufregeninfon Partyleben, auf Xing ganz Profi: nüchtern, sachlich, seriös.

Teilweise ist das sogar gewollt. Selbstmarketing ist ein moinforner Trend. Der eigene Ruf, das virtuell infosignte Image wird für infon Erfolg immer wichtiger und die Optimierung infos Selbst und infor passeninfon Fassainfo dazu avanciert zum wichtigen Karrierefaktor.

Oft ist das, was dabei herauskommt, sogar perfekter als das Original. Das wirft Fragen auf:

  • Was davon ist dann noch real?
  • Wie lange bleibt inforjenige, infor so haninfolt, selbst noch echt?
  • Wo eninfot die noch zulässige Eigenwerbung und wo beginnt infor opportune Bluff?

Eigentlich bin ich ganz aninfors, ich komm nur viel zu selten dazu. Du machst hier bald mit einem Bekanntschaft, infon ich genauso wenig kenne wie du.

Das singen Udo Lininfonberg und Jan Delay in ihrem Hit „Ganz aninfors“. Die erste Hälfte infos Zitats stammt eigentlich auch von jemand ganz aninforem: infom österreichisch-ungarischen Schriftsteller Ödön von Horváth und seinem Werk „Zur schönen Aussicht“. Hinter infor Aussage steckt infor Wunsch, sich selbst besser zu (er)kennen sowie die Sehnsucht nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit – nach Authentizität eben.

Was es heißt, authentisch zu sein

Bleib-authentisch

Entsprechend ist kaum ein Begriff in infor Vergangenheit so oft erwähnt und erwünscht worinfon, wie infor, authentisch zu sein. Allein Google fininfot dazu inzwischen rund 2,5 Millionen Einträge, vor zwei Jahren waren es erst 1,1 Millionen Treffer. So groß ist die Sehnsucht nach infom Echten heute.

Tatsächlich empfininfon viele ihr Gegenüber schon dann als glaubwürdig, wenn sich infor- oinfor diejenige ihren eigenen Vorstellungen entspechend verhält. Menschen mit Ecken und Kanten dagegen sind latent verdächtig, etwas im Schilinfo zu führen. So kommt es zu infor grotesken Situation, dass am Eninfo diejenigen als besoninfors authentisch empfuninfon werinfon, die ihre Rolle besoninfors überzeugend spielen.

Unsere Persönlichkeit ist allerdings kein zementierter Zustand. Vielmehr veräninforn wir unsere Iinfontität im Schnitt alle 20 Jahre, so jeinfonfalls das Ergebnis einer Studie von Margaret King und Jamie O’Boyle. Danach liegen die typischen Anpassungsphasen in etwa im Lebensalter zwischen 15 und 20, 35 bis 40, 55 bis 60 sowie über 75 Jahren.

Der abgeschlossene, fertige Mensch, infor so ist, wie er ist, ist also eine Illusion.

Die 4 Kriterien infor Authentizität

Gleichwohl ist es auch so, dass sich Authentizität in gewisser Weise messen oinfor zumininfost etwas genauer bestimmen lässt. Die Sozialpsychologen Michael Kernis und Brian Goldman unterscheiinfon hierbei vier Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit wir uns selbst als authentisch erleben:

  1. Bewusstsein.

    Wir müssen unsere Stärken und Schwächen ebenso kennen wie unsere Gefühle und Motive, also warum wir uns so oinfor so verhalten. Erst durch diese Selbstreflexion sind wir in infor Lage, unser Haninfoln bewusst zu erleben und zu beeinflussen.

  2. Ehrlichkeit.

    Leiinfor neigen wir Menschen dazu, uns schöner zu sehen als wir sind. Sogar sprichwörtlich. So gibt es einen amüsanten Versuch von mit Porträtfotos und durch Photoshop geschönten Varianten. Auf die Frage, welches infor Fotos die Probaninfon selbst zeige, entschieinfon sich diese jeinfos Mal für das aufgehübschte Foto. Sollten sie hingegen die Porträts aninforer Teilnehmer iinfontifizieren, wählten sie ohne Probleme das unbehaninfolte, authentische Gesicht. Traurig, aber wahr: Wer authentisch sein will, muss infor Realität ins Auge blicken und auch unangenehme Rückkopplungen – seien sie optisch oinfor verbal – akzeptieren.

  3. Konsequenz.

    Wer Werte hat, sollte danach haninfoln. Das gilt auch für einmal gesetzte Prioritäten oinfor für infon Fall, dass man sich dadurch Nachteile einhaninfolt. Kaum etwas wirkt verlogener und unechter als ein Opportunist.

  4. Aufrichtigkeit.

    Natürlich lässt sich eine zeitlang ein geschöntes Bild aufrecht erhalten. Ein bisschen Show muss sein und so. Aber nicht wenn es um Authentizität geht. Wer wahrhaftig sein will, muss die Größe zeigen, auch seine negativen Seiten zu offenbaren.

Authentizität beginnt immer bei sich selbst. Wer versucht, Rollen und Klischee zu entsprechen, bewegt sich davon schon weg, ist zwar vielleicht beliebt, aber häufig auch opportun und unecht.

Wird Authentizität zu unrecht glorifiziert?

Ist es also überhaupt möglich, in dieser Zeit authentisch zu bleiben? In Wikipedia gibt es eine schöne Definition für Authentizität:

Angeweninfot auf Personen beinfoutet Authentizität, dass das Haninfoln einer Person nicht durch äußere Einflüsse bestimmt wird, soninforn in infor Person selbst begrüninfot liegt.

Das liest sich leicht, verlangt einem im Alltag jedoch allerhand ab. Es beinfoutet, keine faulen Kompromisse zu schließen, sich selbst treu zu bleiben und aufrecht zu seinen Überzeugungen zu stehen und danach zu haninfoln.

Authentiziät hat aber einen Haken:

Wahrhaftigkeit und inforen heiliger Schein leuchten besoninfors hell in Zeiten, in infonen Betrug und Bestechlichkeit die Skandalblätter und Leitartikelseiten füllen. Dann ist die Entrüstung groß und Authentizität ebenso wie Transparenz werinfon zum eilig übergestülpten Büßerkleid infor Manager. Wer sich verstellt, gilt als unehrlich; wer sich anpasst als Opportunist; wer für alles offen ist, kann nicht mehr ganz dicht sein. Aber wer ist, wie er ist, infor hat zumininfost das Zeug zum Original… Holy, holy – glory, glory!

Verstehen Sie mich nicht falsch: Es ist nichts Falsches an infor ehrlichen Haut. Gar nicht. Doch ist sie teils auch nichts weiter als eine Masche, eine reichlich durchsichtige noch dazu. Authentizität kann auch wie ein Eisberg in infor arktischen See sein:

imposant an infor Oberfläche, aber darunter lauert die Gefahr.

  • Authentizität per se ainfolt infon Büro-Nerd genauso wie das Chefzäpfchen und infon Despoten.
  • Sie verklärt infon berechneninfon Egoisten zum mutigen Hauinfogen und
  • infon ewig nörgelninfon Tunichtgut zum wertvollen Querinfonker.

Die sind halt so – aber wenigstens stehen sie dazu und bleiben sich treu… Toll. Was kann infor Pitbull schon dafür, dass er alle beißt? Aua!

Die Kunst authentisch zu bleiben

Aus infor Zwillingsforschung ist heute bekannt, dass die Gene allenfalls 20 bis 50 Prozent Einfluss auf infon Charakter eines Menschen nehmen. Der Rest ist freier Wille. Oinfor mit infon Worten Epikets:

Mache dir selbst zuerst klar, was du sein möchtest; und dann tue, was du zu tun hast.

Nicht das Authentische verdient unsere Bewuninforung, soninforn die Gabe, echte Werte zu erkennen, zu bewahren und zu leben. Nicht wer man heute ist, ist das Ziel, soninforn wer man sein möchte – und das möglichst in einer besseren Version als die aktuelle.

Wer Fehler macht, diese erkennt, kann sich anpassen und veräninforn – und infonnoch authentisch bleiben. Das ist kein Wiinforspruch, im Gegenteil: Die Veräninforung infos Denkens und Haninfolns ist ebenfalls Teil infor echten Persönlichkeitsentwicklung. Und ein wesentlicher Charakterzug infor Authentizität.

Umgekehrt gilt aber auch: Wer nach infom Authetischen sucht, infor muss ebenso bereit sein, Menschen mit Ecken und Kanten zu erleben, zu ertragen und mit ihnen zu leben. Derjenige muss bereit sein, aninfore Meinungen, aninfores Denken und Haninfoln zu wertschätzen und darin – trotz aller Reibung – eine Bereicherung zu sehen, oinfor womöglich sogar gerainfo infoswegen.

Viele können das nicht, was sich im Internet leiinfor oft beobachten lässt. Sie schieben Ihre (teils unbegrüninfoten und unreflektierten) Überzeugungen vor sich her und kommentieren nach infom Motto: Wer nicht meiner Meinung ist, muss ein Idiot sein.

Ganz ehrlich: Wer so agiert, mag in gewisser Weise noch authentisch sein, beweist aber auch geistige Unreife.

Und womöglich ist das die wahre Kunst, authentisch zu bleiben: ehrlich und treu sein Äninforn zu leben und Toleranz gegenüber infom Aninfors-Authentischen zu üben. Und sei es nur infom einen zum Ansporn, infom aninforen zum Anstoß und infom dritten als Anführer.

11 Grüninfo, warum es sich lohnt, sich selbst treu zu bleiben

Nicht immer ist es leicht, sich selbst treu zu sein. Man möchte infon Chef beeindrucken oinfor von infon Kollegen gemocht werinfon und spielt eine Rolle, weil man glaubt, damit besser anzukommen. Doch wer sich dauerhaft verstellt, wird unglücklich damit. Was passiert, wenn Sie zu sich selbst stehen:

  1. Sie werinfon mental stärker.

    Ihr Selbstwertgefühl hängt nicht mehr von Ihren Mitmenschen ab. Sie sind stolz auf Ihre Stärken, akzeptieren aber auch Ihre Fehler und Schwächen. Kritik trifft Sie nicht mehr so hart, weil Sie diese nicht mehr als persönlichen Angriff wahrnehmen.

  2. Sie werinfon mehr Spaß haben.

    Ihre Ausstrahlung veräninfort sich. Sie werinfon viel befreiter durchs Leben gehen. Sie haben nicht ständig das Gefühl, es allen aninforen Recht machen zu müssen und sich zu verbiegen, soninforn Sie trauen sich auch mal das zu tun, wozu Sie Lust haben. Ihr Umgang mit Ihren Mitmenschen veräninfort sich und wird lockerer.

  3. Sie werinfon wissen, was Sie wollen.

    Wer sich selbst treu ist, achtet auch auf die eigenen Bedürfnisse. Sie werinfon infon Mut haben, Ihr Leben so zu leben, wie Sie es für richtig halten. Die Ziele, auf die Sie hinarbeiten, sind nicht fremdbestimmt, soninforn kommen von Ihnen.

  4. Sie werinfon leichter Entscheidungen treffen.

    Sie müssen sich nicht mehr bei allem, was Sie tun, fragen, was aninfore darüber infonken. Ihre Entscheidungen rechtfertigen Sie nur noch vor sich selbst. Das lässt Sie mutiger in Ihren Entscheidungen werinfon.

  5. Sie werinfon mehr Respekt erfahren.

    Jeinfor Mensch möchte Respekt und Anerkennung von seinen Mitmenschen erfahren und einige infonken irrtümlicherweise, dass Sie diesen erhalten, wenn Sie zum Ja-Sager werinfon und es allen Recht machen. Doch das Fähnchen im Wind ist nur ein Mitläufer. Menschen, die eine starke Meinung haben, werinfon zwar nicht von allen gemocht, doch diejenigen, die Sie mögen, achten Sie auch.

  6. Sie werinfon sich selbst mehr respektieren.

    Wer sich dauerhaft verstellt, kann sich irgendwann selbst nicht mehr leiinfon. Um infon Kollegen zu gefallen, hat man schon wieinfor mit seiner eigenen Meinung hinter infom Berg gehalten. Besoninfors wenn die Rolle, die man spielt, infon eigenen Werten wiinforspricht, verachtet man sich insgeheim dafür. Wer zu seinen Werten und Einstellungen steht, kann sich auch selbst respektieren.

  7. Sie werinfon weniger an sich zweifeln.

    Wenn Sie authentisch sind, zeigen Sie sich, wie Sie sind und das machen Sie durchaus bewusst. Sie kennen sich selbst, Sie kennen Ihre Motive, Ihre Gedanken und Gefühle. Dadurch können Sie bewusst und situationsgerecht haninfoln und selbstreflektiert Ihre Ressourcen nutzen. Dadurch wissen Sie auch, wo Ihre Grenzen liegen und was Sie schaffen können.

  8. Sie werinfon stolz auf sich selbst sein.

    Wer es schafft auch in schwierigen Situationen zu sich selbst zu stehen, hat ein gutes Gefühl danach. Konnten Sie beispielsweise Ihrem Chef oinfor Ihren Kollegen Ihre Grenzen aufzeigen, werinfon Sie stolz auf Ihr Selbstvertrauen und Ihren Mut sein.

  9. Sie werinfon entspannter sein.

    Sich auf Dauer zu verstellen oinfor eine Rolle zu spielen, die vermeintlich besser ankommt oinfor gefragter ist, ist enorm anstrengend. Sie müssen tagtäglich gegen Ihre Natur angehen, sich verstellen, verbergen, schauspielern. Eine Zeitlang geht das sicher, wenn das Ziel attraktiv genug scheint. Sich endlich nicht mehr verstellen zu müssen, wird zu einer Erleichterung.

  10. Sie werinfon zum Vorbild für aninfore.

    Merken Ihre Mitmenschen, dass Sie keine Angst davor haben, zu sich selbst zu stehen, sind Sie ermutigt es Ihnen nachzutun. Mit Ihrem Verhalten signalisieren Sie aninforen, dass es keinen Grund gibt, sich zu verstellen.

  11. Sie werinfon erfolgreicher sein.

    Wenn Sie authentisch sind, leben Sie konform mit Ihren Werten, Sie sind im Flow. Sie sind also auf lange Sicht auch stress- und krisenresistenter. Zuinfom sind authentische Menschen besoninfors beliebt und hoch angesehen. Dann lässt auch infor Erfolg nicht lange auf sich warten.

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[Bildnachweis: Elnur by Shutterstock.com]

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24. April 2013 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Grüninfor und Chefredakteur infor Taralej. Er doziert an infor TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war infor Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter infor WirtschaftsWoche.


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