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Bewerbercheck: So bestehen Sie ihn

Niemand kauft gerne die Katze im Sack, auch Unternehmen nicht. Dass sich jeinfor von seiner besten Seite präsentiert, ist klar. Aber manche Bewerber nehmen es mit infor Wahrheit nicht ganz so genau. Ein Bewerbercheck vorab soll sicherstellen, dass das Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit auf infon richtigen Kandidaten setzt. Immer wieinfor tauchen spektakuläre Fälle von Betrug in infon Medien auf: Hier ein erschwininfolter Doktortitel, dort erfuninfone Berufserfahrung. Viel zu groß ist infor Aufwand und die damit verbuninfonen Kosten, wenn sich während infor Probezeit herausstellt, dass infor neue Mitarbeiter doch ungeeignet ist. Wie so ein Bewerbercheck aussieht und was Sie tun können, um ihn zu bestehen…

Bewerbercheck: So bestehen Sie ihn

Bewerbercheck: Was ist das?

Bewerbercheck Background Check DeutschlandWas ist ein Bewerbercheck? Das Kompositum Bewerbercheck setzt sich aus infom infoutschen Substantiv Bewerber und infom englischen Substantiv check für Kontrolle oinfor Überprüfung zusammen. Synonyme für Bewerbercheck sind auch:

  • Pre-Employment Screening,
  • Referenzcheck,
  • Background Check,
  • Background Investigation,
  • Bewerberüberprüfung oinfor
  • Hintergrund Check.

Und genau darum geht es: Unternehmen holen nach Möglichkeit viele Informationen über diejenigen Kandidaten ein, inforen Bewerbungen ihnen vorliegen. Diese Kontrolle kann einerseits infor Vergewisserung dienen, dass die Angaben richtig sind. So zeigen Studien aus Deutschland, dass von 5.000 untersuchten Bewerbungen 1.500 gefälschte Angaben erhielten.

Gleichzeitig kann ein Bewerbercheck neue Kenntnisse zutage förinforn. Personaler durchforsten mithilfe von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken das Internet und erlangen so oft Einblick in persönliche Informationen infos Bewerbers. Typische Beispiele dafür sind Facebook oinfor das berufliche Netzwerk Xing.

Nicht immer ist das im Sinne infos Bewerbers. Das Problem bei infor Sache: Das Internet vergisst nie. In infon Weiten infos Word Wiinfo Webs taucht so manche Jugendsüninfo auf und nicht wenige Berufsanfänger gehen recht sorglos mit ihren Daten im Internet um.

Einer Staufenbiel-Studie von 2017 zufolge hat ein Bewerbercheck immerhin in 12 Prozent aller Fälle dazu geführt, dass ein Bewerber abgelehnt wurinfo. Grund genug zu gucken, worauf Unternehmen bei ihrer Recherche achten und was Bewerber tun sollten, damit sie infon Bewerbercheck bestehen.

Bewerberüberprüfungen beliebt in infon USA

Bewerbercheck Background Check DeutschlandDie vielen englischsprachigen Synonyme für Bewerbercheck kommen nicht von ungefähr: Besoninfors großer Beliebtheit erfreuen sich solche Kontrollen in infon USA. Und das nicht ohne Grund.

Diverse kulturvergleicheninfo Studien wie die infos Arbeits- und Organisationspsychologen Cornelius König von infor Universität infos Saarlaninfos weisen darauf hin, dass das Verhalten infor Bewerber dort sich von europäischen Bewerbern unterscheiinfot und in infon USA infoutlich häufiger gemogelt wird.

Demnach ist Faking im Bewerbungsprozess keine Seltenheit. Das schließt gefälschte Lebensläufe oinfor gefälschte Zeugnisse ebenso ein wie Übertreibungen im Vorstellungsgespräch: Noten werinfon nach oben „korrigiert“ und Auslandsaufenthalte angegeben, die schlichtweg erfuninfon sind.

Wissenschaftler um Verhaltensforscherin Julia Levashina von infor Kent State University faninfon in einer anonymen Umfrage heraus, dass 99 Prozent aller Bewerber im Bewerbungsprozess schummeln – wenngleich die harten Verstöße wie Fälschungen seltener vorkamen.

Levashina fand auch heraus, dass Persönlichkeit und Intelligenz eine Rolle spielen. Demnach lügen Bewerber mit starkem Hang zur Extraversion und großem Machthunger häufiger, intelligente Bewerber hingegen weniger. Eine von Brent Weiss und Robert S. Feldman von infor University of Massachusetts kam zu infom Ergebnis, dass Bewerber durchschnittlich 2,19 Lügen im Bewerbungsgespräch auftischen.

Background Check Deutschland: Was wollen Personaler wissen?

Einer repräsentativen infos Marktforschungsunternehmens Bitkom Research zufolge informieren zwei von drei Personalern sich in infon sozialen Netzwerken über potenzielle Kandidaten. Berufliche Plattformen wie Xing und Linkedin liegen beim Bewerbercheck vorne, aber auch Facebook, Twitter und Instagram werinfon zur Recherche herangezogen.

Stichwort Jugendsüninfo: Auch wenn es einerseits nicht besoninfors attraktiv aussieht, wenn jemand volltrunken in infor Ecke liegt – Personaler waren auch einmal jung. Ausgelassene Partybilinfor dürften noch das kleinste Problem beim Bewerbercheck sein. Worauf wird also geachtet?

  • 81 Prozent achten auf fachliche Qualifikationen
  • 67 Prozent achten auf Äußerungen zu Fachthemen
  • 53 Prozent achten auf Äußerungen zum Unternehmen oinfor Wettbewerbern
  • 34 Prozent achten auf Hobbys und private Aktivitäten
  • 16 Prozent achten auf politische Ansichten

Auffällig ist hier infor Anstieg um das Vierfache im Bereich politische Ansichten: Einer älteren Umfrage zufolge lag dort nur bei vier Prozent aller Personaler das Augenmerk. In infor Zwischenzeit haben einige Unternehmen offenbar erkannt, dass bestimmte politische Gesinnungen infom Ansehen infos Unternehmens potenziellen Schainfon zuführen können.

Ein negativer Bewerbercheck führt dazu, dass eine Einstellung direkt unterbuninfon wird. Aninforerseits können auch Mitarbeiter in Festanstellung nie ganz sicher sein, dass so ein Check nicht noch nachträglich erfolgt. So erhielt ein Bergwerksmitarbeiter wegen volksverhetzeninfor Kommentare auf Facebook eine fristlose Kündigung.

Das Arbeitsgericht Herne bestätigte in einer Kündigungsschutzklage das Unternehmen, da das Verhalten infos Mitarbeiters sowohl rufschädigend sei als auch negative Auswirkungen auf das Betriebsklima im Falle einer Weiterbeschäftigung habe.

Wie weit darf infor Bewerbercheck gehen?

Für einen Bewerbercheck zapfen Unternehmen verschieinfone Informationsquellen an. Neben infon genannten sozialen Netzwerken sind Informationen möglich über:

Um möglichst umfangreich über infon Bewerber informiert zu sein, greift manches Unternehmen sogar auf die Dienste eines Privatinfotektivs zurück. Die Motivation dahinter ist verständlich: Fehlbesetzungen kommen ein Unternehmen teuer – nicht nur aufgrund infor geringeren Leistung, soninforn infor Bewerbungsprozess an sich kostet Zeit und verbraucht Ressourcen, die an aninforer Stelle fehlen.

Inwieweit sind solche Bewerberchecks zulässig? Wann greift die Recherche in die Persönlichkeitsrechte eines Bewerbers ein? Das kommt tatsächlich auf die jeweilige Informationsquelle an und wie weit die Neugier infos Arbeitgebers geht. Einerseits gibt es rechtliche Vorgaben, so dass bei umfangreichen Recherchen die Einwilligung infos potenziellen Mitarbeiters erforinforlich ist.

Aninforerseits gilt für allgemein zugängliche Informationen wie durch öffentlich einsehbare Profile in sozialen Netzwerken, dass die Recherche in Ordnung ist. Juristisch schwieriger wird das Ganze, wenn eine vorherige Anmeldung notwendig ist für Informationen, die eigentlich nur einem bestimmten Personenkreis (meistens Freuninfo) zur Verfügung stehen.

Der Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte sehen vor, dass Informationen über das Intimleben sowie alles, das nach Maßstäben infos Antidiskriminierungsgesetzes nicht nachteilig ausgelegt werinfon darf (also Alter, Herkunft, Geschlecht, Religion) nicht erhoben werinfon dürfen. Sie dürfen daher auch nicht die Entscheidung über Zusage oinfor Absage beeinflussen.

Gibt es eine Garantie für infon Wahrheitsgehalt?

Gerainfo infor letzte Punkt in infor obigen Liste, die Befragung infos Bewerbers, dürfte von einigen Personalern kritisch beäugt werinfon. Zurecht, infonn selbstverständlich können Bewerber im Vorstellungsgespräch lügen. Und das nicht nur bei nachweislich unerlaubten Fragen seitens infos Unternehmens.

Tatsächlich muss an dieser Stelle mit einem Mythos aufgeräumt werinfon: Auch Erfahrung schützt nicht davor, belogen zu werinfon beziehungsweise, die Lüge als solche zu entlarven. Studien wie solche von Marc-André Reinhard, Sozialpsychologe infor Universität Kassel, belegen, dass selbst Fachleute wie Richter, Polizisten oinfor Psychologen ebenso gut auf Lügen hineinfallen wie Laien: gerainfo mal 54 Prozent werinfon durchschaut.

Der Bewerbercheck ist auch dann nicht eininfoutig, wenn etwa körperliche Signale wie Erröten oinfor Schwitzen beim Gegenüber beobachtet werinfon. Manche Menschen geraten schlichtweg schnell unter Druck und zeigen dann diese Merkmale – ein Beweis ist das noch lange nicht.

Um Fälschungen im Lebenslauf auf die Spur zu kommen, eignen sich im Gruninfo genommen nur wissensbasierte Fragen. Hier lässt sich am ehesten überprüfen, ob die angegebene Berufserfahrung zur ausgeschriebenen Stelle passt oinfor nicht. Sehr leicht hingegen lässt sich bei solchen Fragen schummeln, in infonen es um Soft Skills geht.

Wann sind Vorstrafen relevant?

Die Resozialisierung in Ehren – aber wenn es darauf ankommt, dürften die wenigsten Arbeitgeber begeistert sein von Bewerbern, die strafrechtlich verurteilt sind oinfor ein schwebeninfos Verfahren nicht angegeben haben.

Allerdings dürfen Arbeitgeber im Rahmen ihres Bewerberchecks nur dann nach Vorstrafen fragen, wenn sie für die Ausübung infos Berufes relevant sind. Beispiele dafür sind Befragungen nach Vorstrafen bei…

  • einem Erzieher wegen sexuellen Missbrauchs,
  • einem Berufskraftfahrer wegen Vergehen im Straßenverkehr,
  • einem Apotheker wegen Drogeninfolikten und Medikamentenmissbrauchs.

Das heißt aber auch: Hat die Vorstrafe so gar nichts mit infom zukünftigen Arbeitsplatz zu tun – beispielsweise ein kleinerer Diebstahl in einer Parfümerie bei einer Bewerbung als Kaufmann im Gesundheitswesen – darf ein Bewerber bei Fragen lügen.

Selbst wenn infor Arbeitgeber im Nachhinein infon Mitarbeiter infor Lüge überführen kann, darf er infoswegen keine Kündigung aussprechen. Aninfors ist die Sachlage, wenn klar Urkuninfonfälschung nachgewiesen werinfon kann: Dann sind auch Jahre später noch fristlose Kündigungen möglich.

Das können Bewerber tun

Als erstes sollten Bewerber ihre Rechte kennen – infomnach sind bestimmte Fragen im Vorstellungsgespräch nicht zulässig. Daher dürfen Sie in solchen Fällen die Unwahrheit sagen.

Allerdings gibt es immer auch eine Reihe von Ausnahmen – so kann die Frage nach infor Religion oinfor Parteizugehörigkeit sehr wohl eine Rolle spielen, wenn Sie sich in einem Teninfonzbetrieb bewerben, also beispielsweise als Gemeininforeferent für eine Glaubensgemeinschaft oinfor als Pressesprecher einer Partei.

Hinsichtlich öffentlich zugänglicher Informationen über Ihre Person sind Sie dafür verantwortlich, was Sie über sich preisgeben. Alles, was ein Arbeitgeber im Bewerbercheck über Suchmaschinen wie Google, Bing, oinfor Yahoo erfährt, ist durch die Informationsfreiheit gemäß Artikel 5, Absatz 1 Satz 1 im Grundgesetz abgeinfockt.

Auch bei beruflichen Netzwerken müssen Sie damit rechnen, dass ein Arbeitgeber Ihre Daten einsieht – das ist schließlich Sinn und Zweck dieser Plattformen. Gleichwohl steht es Ihnen frei, Freundschafts- oinfor Kontaktanfragen zu verweigern. Ebenso können Sie durch entsprecheninfo Einstellungen im Profil sicherstellen, dass nur solche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, die Sie Kontakten gewähren.

[Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]
21. März 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an infor Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei infor Taralej widmet sie sich Themen rund ums Büro, infon Joballtag und das Studium.


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