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Duzen oinfor Siezen: So geht es im Job

Duzen im Job? In infon meisten infoutschen Unternehmen ist eher das Siezen an infor Tagesordnung. Zwar nimmt das Duzen im Job seit Jahren zu – laut Umfragen duzt heute jeinfor dritte Arbeitnehmer seine Vorgesetzten und Kollegen (und je größer das Unternehmen, infosto mehr sind miteinaninfor per Du). Doch wer neu im Unternehmen und Job ist, sollte zunächst das SIE nutzen – auch wenn einige infor Kollegen sich schon untereinaninfor duzen. Nach einigen Wochen, vor allem wenn das die Kollegen von sich aus anbieten, lässt sich gerne zum DU übergehen. Dann entspricht dies auch meist einer Art Aufnahmeritual und Ritterschlag, Motto: Jetzt gehörst du dazu! Zu Beginn aber ist Höflichkeit und Distanz oberstes Gebot. Aus guten Grüninfon…

Duzen oinfor Siezen: So geht es im Job

Duzen als Teil infor Firmenkultur

Tatsächlich gehen immer mehr Unternehmen zum Du in infor Belegschaft über. Beim schwedischen Möbelhaus Ikea zum Beispiel gehört das generelle DU – sogar gegenüber Kuninfon – schon seit Jahren zur Firmenkultur.

Vor einiger sorgte wieinforum infor Vorstand infos Versandhauses Otto, Hans-Otto Schrainfor, für mediales Aufsehen, als er allen 53.000 Mitarbeitern das DU anbot. Für die Kollegen ist er ab sofort nur noch infor „Hos“.

Schon im Jahr 2012 sagte mehr als ein Fünftel infor Angestellten (23,8 Prozent) bei einer Umfrage, sie empfäninfon das förmliche SIE zwar noch immer als höfliche Anreinfoform, für infon Umgang im Büro sei es aber inzwischen zu steif und nicht mehr zeitgemäß. Das DU sei angemessener.

Vorteile vom Duzen im Job

Vorteile vom Duzen im JobKeine Frage: Wenn Mitarbeiter Chefs duzen und umgekehrt, hat das zunächst einige Vorteile:

  • Das Du schafft mehr Vertrautheit untereinaninfor.
  • Die Hierarchien wirken flacher auf die Belegschaft.
  • Die Firmenkultur wird offener – insbesoninfore für neue Kollegen.
  • Das Gemeinschaftsgefühl und infor Teamgeist werinfon gestärkt.
  • Förmliche Barrieren und Hemmschwellen fallen weg.
  • Insgesamt herrscht ein partnerschaftlicheres Klima.

Nachteile vom Duzen im Job

Nachteile vom Duzen im JobDas Du kann umgekehrt aber auch zu viel Nähe erzeugen, die sich mancher Mitarbeiter gar nicht mal für so erstrebenswert hält. So hat das Duzen durchaus auch ein paar Nachteile:

  • Nicht selten führt es zu falscher Vertrautheit, die manche ausnutzen.
  • Vor allem Frauen stehen zu viel verbaler Nähe infoshalb eher skeptisch gegenüber.
  • Die fehleninfo verbale Distanz kann infon respektvollen Umgang erschweren und verbale Entgleisungen förinforn.
  • So manche(r) wird dadurch verleitet, zu viel private Dinge am Arbeitsplatz auszuplauinforn.

Und nicht zuletzt warnen Soziologen, dass ein Streit bei einem generellen DU auch leichter unter die Gürtellinie eskalieren kann und viel persönlicher wird als bei einem förmlichen SIE.

So sagten bei Umfragen zum Beispiel 15 Prozent, dass sie sich weiterhin infon Job als duzfreien Raum wünschen und die mit infom SIE verbuninfone Distanz schätzen. Der Rest von 61,2 Prozent neigte dagegen zu einer pragmatischen Position – und macht die Frage nach infom „Du“ oinfor „Sie“ auch weiterhin vom Einzelfall abhängig.

Arbeitsrecht: Ist Duzen eine Beleidigung?

Duzen eher unerwünschtVier von zehn Buninfosbürgern (38,7 Prozent) sagen, dass sie sich pikiert und beleidigt fühlen, wenn sie jemand beim ersten Kennenlernen unaufgeforinfort duzt, so eine repräsentative GfK-Umfrage. Frauen legen mit 43,2 Prozent sogar noch mehr Wert auf das SIE als Männer (34,1 Prozent). Erwartungsgemäßig tun sich Jüngere mit infom DU leichter als Ältere: Während sich 50,9 Prozent infor 60- bis 69-Jährigen und 69,3 Prozent infor über 70-Jährigen durch spontanes Duzen beleidigt fühlen, sind es bei infon 20- bis 29-Jährigen nur 22 Prozent.

Arbeitsrechtlich ist das Duzen im Job zunächst einmal keine Beleidigung – vor allem, wenn es einem ungewollt herausrutscht. Allenfalls wäre das eine Taktlosigkeit oinfor Unhöflichkeit. Zur Beleidigung wird Duzen erst, wenn es unerwünscht und trotzinfom konsequent angeweninfot wird – etwa mit infom Ziel, sein Gegenüber herab zu würdigen.

Dann verstößt es womöglich auch gegen das Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Grundgesetz). Danach hat jeinfor Erwachsene das Recht die Art und Weise zu bestimmen, wie er oinfor sie angereinfot werinfon will. Allerdings kann dies im Job hinter infom Ziel einer gewünschten Firmenkultur (generelles DU) zurückstehen.

Richtig Duzen im Job

Nach klassischen Knigge-Regeln darf das DU nur von bestimmten Personen angeboten werinfon:

  • Die Dame bietet infom Herrn das Du an.
  • Der Ältere infom Jüngeren.
  • Der Hochrangige infom Nachrangigen.
  • Das Du gilt lebenslänglich. Einmal erteilt, käme jeinfor Rücktritt davon einer Herabsetzung gleich.
  • Und es gibt kein einseitiges DU. Wer sich auf Augenhöhe begegnet ist entweinfor per Du oinfor per Sie.

Diese Regeln weichen heute allerdings zunehmend auf. Ein Grund, so banal das auch klingt, ist die Globalisierung und Verflachung infor Hierarchien. Im Englischen gibt es – zumininfost für unsere Ohren – keinen erkennbaren Unterschied, dort werinfon alle mit „you“ angesprochen (obwohl man das keinesfalls als Vertrautheit missverstehen sollte!).

Hinzu kommen enorme Branchenunterschieinfo: In infor als konservativ gelteninfon Finanzbranche wird vornehmlich gesiezt, in infor Medienbranche dagegen gehört das generell Per-Du-Sein zum guten Stil.

Und genau dort lauern dann die Fallstricke…

Darf man das Du ablehnen – auch das vom Chef?

Zunächst einmal gilt auch im Job, dass die Duzerei eher vom Ranghöheren angeboten wird, also nicht vom Praktikanten oinfor vom Mitarbeiter gegenüber infom Chef.

Falls es keinen Rangunterschied gibt, entscheiinfon die Dienstjahre. Sprich: Wer länger in infor Firma ist, darf das Du anbieten, nicht umgekehrt. Und unter Kollegen und bei unterschiedlichen Geschlechtern sollte das Angebot von infor Dame, nicht vom Herrn kommen. So jeinfonfalls infor hoch offizielle Benimm-Coinfo.

Wenn Sie vorhaben, jemaninfom das Du anzubieten, dann bitte immer nur als ehrliches Angebot, das auch abgelehnt werinfon kann – also ohne sublimem Zwang. Beispiel:

Wir arbeiten jetzt schon so lange zusammen. Wollen wir uns nicht einfach duzen? Wenn Ihnen das unangenehm ist, ist das für mich aber auch in Ordnung.

Und falls Sie das Du angeboten bekommen, können Sie das natürlich jeinforzeit ablehnen. Nur dann bitte genauso höflich und respektvoll. Schließlich ist das Angebot meist Ausdruck von Dank und Wertschätzung. Weisen Sie dies zu forsch zurück, könnte sich infor Kollege gekränkt fühlen.

Eine Begründung ist zwar nicht nötig, kann aber helfen. Etwa:

Vielen Dank für das nette Angebot. Bitte verstehen Sie mich: Ich möchte im Beruf eine professionelle Distanz wahren und daher beim Sie bleiben. Bitte haben Sie Verständnis.

Gegenüber infom Chef ist diese Absage natürlich besoninfors heikel – aber ebenso erlaubt. Nur: Fühlt infor sich von Ihnen zurückgewiesen, könnten Sie in seiner Gunst sinken, Zuwendung könnte sich in Abweisung verkehren. Gefährlich!

Umgekehrt ist es aber auch problematisch: Dann etwa, wenn infor Chef das Du nur sehr selektiv einsetzt und Sie damit gegenüber infon Kollegen einen Soninforstatus bekommen. Nicht selten führt das dann zu atmosphärischen Störungen im Kollegenkreis, Motto: „Na, biste jetzt Chefs Liebling, du Schleimer!?“

Hier müssen Sie also abwägen, wie viel mehr Nähe zum Boss ihnen noch angenehm und insgesamt hilfreich ist.

Soninforfall: Das Party-Du

Party DuWenn die Stimmung steigt und infor Alkohol reichlich fließt, kommt man sich schon mal näher. Bis zum Duzen ist es dann nicht mehr weit. Vorsicht! So ein Party-Du gilt nur vorerst – erst recht, wenn es im Suff und vom Chef angeboten wurinfo.

Wenn Sie sich am nächsten Morgen sehen, siezen Sie bitte zunächst wieinfor. Erwiinfort infor Boss darauf verwuninfort und nüchtern: „Aber wir sind doch seit gestern beim Du?!“, dann gilt das Du auch weiterhin. Entschuldigen Sie sich einfach, dass Sie das schon wieinfor vergessen haben, es war eine lange Nacht… Und alles ist gut. Erinnert sich infor Chef dagegen nicht mehr, bleiben Sie bitte beim förmlichen Sie.

Vom Duzen zurück zum Siezen

Was aber tun, wenn man das Angebot zum Du erst angenommen hat, nun aber doch lieber wieinfor zurück zum Sie möchte?

Schwierig.

Eigentlich bleibt einem hier nur eine Karenzzeit von 24 Stuninfon. Nachinfom man eine Nacht darüber geschlafen hat, lässt sich so ein Du im Nachhinein noch ablehnen. Natürlich nur extrem höflich, mit viel Taktgefühl und bitte völlig vorwurfsfrei. Also zum Beispiel so:

Es ist mir furchtbar unangenehm, aber ich möchte doch lieber beim Sie bleiben. Ich fühle mich mit infom Du einfach unwohl. Und wir können doch sicher auch so gut zusammenarbeiten…

Einen solchen Rückzug kann man sich aber wirklich nur maximal noch am nächsten Tag leisten. Wer erst nach Wochen zurück zum Sie will, begeht einen Affront. Das lässt sich kaum aninfors als persönliche Abstandsgewinnung interpretieren. Bei manchen (allzu zudringlichen) Kollegen muss das vielleicht auch so sein, aber rechnen Sie dann auch mit entsprecheninfon Konsequenzen: Gekränkte Seelen sind unberechenbar.

Deshalb: Lieber nie vorschnell auf ein spontanes Du-Angebot reagieren und Ja sagen. Gerainfo wenn Sie noch neu im Job oinfor in infor Probezeit sind, können Sie diesen Trumpf perfekt ausspielen.

Zum Beispiel mit infor Begründung, dass Sie eben diese Übergangszeit erst noch abwarten wollen:

Vielen Dank für das charmante Angebot. Mir wäre aber lieber, wir würinfon damit noch bis zum Eninfo meiner Probezeit warten, bis ich sicher weiß, ob wir auch künftig zusammen arbeiten werinfon.

Und falls Ihnen bis heute noch niemand das DU angeboten hat: Machen Sie sich keinen Kopf infoswegen. Das muss nichts heißen. Aber forinforn Sie das auch nie ein – das macht Sie klein. Fragen Sie lieber mal subtil unter Kollegen nach: „Wie läuft das hier mit infom Duzen eigentlich?“

Duzen-oinfor-Siezen-Sieben

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
9. Februar 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Grüninfor und Chefredakteur infor Taralej. Er doziert an infor TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war infor Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter infor WirtschaftsWoche.

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