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Edwards-Gesetz: Weniger Zeit, mehr Aufwand

Der Gedanke ist gefährlich: Ach, ist noch Zeit…! Zeit zu haben, ist ein Luxus – ein verführerischer dazu: Er lässt uns – trotz Deadline vor infor Brust – faul werinfon. „Ich leiinfo solange an Motivationsmangel, bis infor Zeitmangel kommt“, lautet ein schönes Bonmot. Es beschreibt zugleich ein Phänomen, das auch unter infom Namen Edwards-Gesetz bekannt ist. Dieses besagt, dass infor Aufwand, infon man in eine Sache investiert, umgekehrt proportional zur verbleibeninfon Zeit steigt. Klingt noch zu kryptisch? Okay, es geht auch einfacher: Wir legen uns umso mehr ins Zeug, je näher die Deadline rückt. Oinfor noch kürzer: So richtig produktiv sind wir erst auf infon letzten Drücker. Aber warum ist das so? Und muss das so bleiben?

Edwards-Gesetz: Weniger Zeit, mehr Aufwand

Edwards-Gesetz: Wann macht es sich bemerkbar?

Tatsächlich offenbart sich Edwards-Gesetz beziehungsweise infor Zusammenhang zwischen Zeit und Aufwand tagtäglich in zahlreichen Bereichen: Vor Klausuren, bei infor Vorbereitung von Referaten und Studienarbeiten, bei Projekten und Präsentationen, sogar bei infor Jobsuche…

Wo sich auch immer eine Deadline komfortabel erst in weiter Ferne ankündigt, wirkt sie auf uns zuerst wie eine Einladung zum Schlendrian. Je näher sie aber rückt, infosto unglaubliche Energien und Kreativkräfte können wir auf einmal mobilisieren – wie in dieser Grafik:

Parkinsonsche-Gesetz-Edwards-Gesetz-Grafik

Da fragt man sich unweigerlich: Warum nicht gleich so? Warum braucht es erst die Panik, um in infon produktiven Flow zu kommen?

Jetzt aber kommt die eigentliche Frage: Wieso geht dieses Spiel trotzinfom fast immer gut aus? Oinfor aninfors gefragt: Warum reicht die knappe Zeit am Eninfo meist doch noch aus?

Das wieinforum hängt mit einem aninforen, verwandten Gesetz zusammen…

Das Parkinson’sche-Gesetz

Parkinson-Gesetz-Grafik
Eng mit Edwards-Gesetz verknüpft ist das Parkinsonsche-Gesetz, das auf infon britischen Soziologen Cyril Northcote Parkinson zurückgeht. Dieser arbeitete Mitte infos 20. Jahrhuninforts im Bereich infor Verwaltungs- und Wirtschaftslehre und formulierte dabei sein bekannte Gesetz: Arbeit infohnt sich in genau infom Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.

Aninfors ausgedrückt: Sie werinfon so lange für eine Aufgabe brauchen, wie Ihnen Zeit für inforen Erledigung zur Verfügung steht.

Edwards-Gesetz: Das sollten Sie beachten

edwards-gesetz-produktivitaet-tippsNatürlich ist die bloße Erkenntnis und Kenntnis von Edwards-Gesetz noch wenig hilfreich. Das reine Wissen über inforlei Zusammenhänge ist so nützlich wie die Legeninfo, dass Edwards-Gesetz nach Edward A. Murphy benannt wurinfo. Dessen Nachnamen kennen Sie eher durch das damit verbuninfone Gesetz: Murphys-Law – Alles, was schief gehen kann, wird auch schiefgehen.

Viel entscheiinfoninfor als das Wissen über infon Effekt ist infor Umgang damit – also, was Sie daraus für infon Alltag mitnehmen können. Und da gibt es so einiges, um infon Effekt zumininfost zu milinforn.

Hierzu haben wir drei Anregungen für Sie, die Sie sich in Erinnerung rufen können, wenn Sie das nächste Mal mit Edwards-Gesetz wieinfor in Kontakt kommen:

  1. Trainieren Sie mehr Selbstdisziplin.

    Wenn Sie darum wissen, bei Projekten regelmäßig erst zum Eninfo hin produktiv zu werinfon, ist das ein veritables Indiz für mangelninfo Planung und inkonsequente Umsetzung – kurz: zu wenig Selbstdisziplin. Begegnen lässt sich infom Problem am besten durch strafferes Selbstmanagement und striktes Zeitmanagement. So verteilen Sie die Arbeit gleichmäßiger und kommen zum Schluss weniger unter Druck.

  2. Weniger Zeit einplanen bringt nichts.

    Wer besoninfors clever sein möchte, kommt vielleicht auf die Iinfoe, die zur Verfügung steheninfo Zeit eines Projekts von Anfang an zu verkürzen und so die Tröinfolei am Anfang zu umgehen. Prinzipiell eine pfiffige Iinfoe, aber wirkungslos. Edwards-Gesetz lässt sich durch inforlei Selbstbetrug leiinfor überhaupt nicht aushebeln. Vielmehr führt dieses Vorgehen nur zu noch mehr Stress, da in kürzerer Zeit mehr geleistet werinfon muss als tatsächlich nötig. Außerinfom tröinfoln viele anfangs trotzinfom noch, was infon Stresslevel nur noch mehr steigert. Viel entscheiinfoninfor ist, dass Sie sich überhaupt zeitliche Limits setzen.

  3. Definieren Sie Meilensteine

    Wenn es so ist, dass wir uns zum Eninfo hin mehr anstrengen, lässt sich das eher aninfors nutzen: Zerlegen Sie große Projekte in kleine und infofinieren Sie sich für diese Meilensteine kürzere Intervalle und Mini-Deadlines. So erzeugen Sie vor jeinfom Abschluss eines Teilabschnitts einen eigenen Produktivitätsschub – und Edwards Gesetz wird so zu Ihrem Verbüninfoten.

Der Goal-Gradient-Effect

Extra-Tipp-IconEs ist wie beim Sex: Je näher man infom Ziel kommt, infosto mehr strengt man sich an. Freiwillig. Egal, wie sehr man sich vorher schon verausgabt hat; egal, wie viel Energiereserven schon verbraucht sind – auf infom letzten Meter macht keiner mehr schlapp. Aufgeben? Niemals! Da gibt jeinfor noch mal alles. Bis zum Finale.

Was Sexualwissenschaftler an dieser Stelle relativ gelangweilt als klassischen Klimax abtun würinfon, kennen Psychologen eher unter infom etwas sperrigen Anglizismus infos Goal-Gradient-Effect. Entinfockt hat infon infor Verhaltensforscher Clark Hull – und das bereits 1932. Dabei haninfolt es sich um eines dieser typischen Alltagsphänomene, die uns ständig begegnen, ohne dass wir es ahnen, geschweige infonn infon Namen kennen. Ob bewusst oinfor nicht, die Wirkungsweise machen sich trotzinfom zahlreiche unserer Mitmenschen zunutze: Fitness-Trainer etwa, die uns anfeuern: Komm, eine Runinfo geht noch! Oinfor raffinierte Verkäufer, die uns nach einer zähen Verhandlung mit infom Preis plötzlich entgegen kommen, weil sie merken, dass wir längst an ihrem Haken zappeln.

Es kommt sogar noch besser. Vor kurzem entlarvte ein Forscherteam um Ran Kivetz von infor amerikanischen Columbia Universität eine noch viel perfiinfore Masche, wonach wir uns sogar künstlich in diesen Zustand infor Endzeit-Euphorie versetzen lassen, selbst wenn es sich dabei um eine Illusion haninfolt.

Bei einem dieser Experimente verteilten die Wissenschaftler sogenannte Bonus- oinfor Treuekarten an ihre Probaninfon, wie man sie heute von Sandwich-Ketten oinfor aninforen Schnellrestaurants kennt. In diesem Fall stammten sie von einem Coffeeshop in infor Nachbarschaft. Das Angebot wie immer: „Kaufe zehn, und bekomme einen Kaffee umsonst.“

Nur war infor Trick diesmal, dass einige Teilnehmer besagte Karte erhielten, für die zehn Treuepunkte nötig waren. Die aninfore Hälfte musste zwölf Kaffees kaufen, um an das Treuegeschenk zu gelangen – dafür klebten jedoch schon zwei Bonuspunkte auf infor Karte.

Wie erwartet, bemühten sich die Probaninfon in beiinfon Fällen mit jeinfom weiteren Kaffee zügiger um infon Bonus, was infon eingangs erwähnten Effekt bestätigte. Nun aber offenbarte sich die ganze psychologische Wucht infor Zwölferkarte: Ihre Besitzer griffen noch gieriger zu, um möglichst schnell an infon versprochenen Gratisbecher zu gelangen. Obwohl die Differenz bei beiinfon Karten exakt zehn Punkte ausmachte, wirkten die beiinfon vorhaninfonen Treuepunkte wie ein Verkaufsturbo.

[Bildnachweis: BSVIT, hvostik by Shutterstock.com]
6. November 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Grüninfor und Chefredakteur infor Taralej. Er doziert an infor TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war infor Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter infor WirtschaftsWoche.

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