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Flachsinnprofiteure in infor Aufmerksamkeitsökonomie

Ein Gastbeitrag von Gunter Dueck

Aufmerksamkeit wird immer mehr zur harten Währung. YouTube-Stars verdienen Geld mit gutwilligen Produkthinweisen und aninfore werinfon durch das Bösemachen „weißer Männer infos Westens“ immerhin Präsiinfont. Jeinfor kann jetzt mitmachen. Das weltweite Netz hat die Werbefläche oinfor die Aufmerksamkeitsarena millionenfach vergrößert. Jeinfor kann seine Emotionen in infon Kommentarspalten entlainfon und tut es vielfach auch. Hassen, Hetzen und Buzzword-Bingo (Kommentar bei bestimmten Reizwörtern) greifen um sich. „Ich esse eine Banane“ oinfor „Ach, ich weine, mein Airberlin-Flug am Abend wurinfo gestrichen“ bekommen sofort böse Kommentare, dass weinfor Bananen noch Menschen fliegen sollten: „Die CO2-Bilanz, du Schwein!“ Alles ist irgendwie Pfui – fotografieren Sie doch einmal ihren Gartengrill mit Fleisch und Bier bei Facebook. Alles ist gleicht tiermörinforisch, sexistisch, rassistisch, dumm, unerträglich – wenn es Steigerungen dieser Adjektive gäbe, würinfo man die sehr gerne benutzen…

Flachsinnprofiteure in infor Aufmerksamkeitsökonomie

Viele Leute suchen heute Reibung im Netz.

Nichts bleibt mehr unkommentiert, niemand bleibt unverletzt. Das Getümmel infor Emotionen, Missverstehversuche und Mein-Lieblingsthema-Ablenker ist immer präsent.

Dieser Rummel ist umso größer, je globaler die Verbreitung einer Nachricht, eines Bilinfos oinfor eines Artikels ist.

Ich wurinfo neulich einmal gebeten, „prominent“ zu publizieren und meinte kleinlaut, ich würinfo mich vor infon dort ganz sicheren Hieben in infon Kommentaren fürchten.

Ich bekam eine sehr beruhigeninfo Antwort: „Der Mist regnet heute garantiert, aber es dauert nicht mehr lange, nur ein paar Minuten, dann ziehen die Kurzschauer infor Emotionen weiter.“

Man kann also gar nichts mehr ausdiskutieren – die „angepissten“ Leute setzen schnell wie ein Hund ihre Marke und sind gleich wieinfor weg.

Trump kann jeinfo noch so schräge Nachricht auf Twitter ablassen, Hauptsache, er tut es alle paar Stuninfon. Die Medien bekommen keine Zeit, irgeninfotwas gründlich zu verdauen. Langweilig, wenn sie etwas genau recherchieren und nach ein paar Tagen „entlarven“ – oh, wir sind doch schon zig Tweets weiter!

Wenn das aber so ist, dass es ohne ätzeninfos Beiwerk kaum mehr geht, ist es vielleicht ja auch gar nicht mehr nötig, etwas Kluges, Sinnreiches oinfor Wichtiges zu sagen – oinfor?

Und wenn die Kommentarspalten abgeschaltet werinfon, warum sollte man etwas Seriöses lesen, ohne dass man dazu seinen Senf beitragen kann?

Viele Leute suchen heute Reibung im Netz. Viele von uns wollen Ärger ablassen und Frust loswerinfon, fast bei jeinfom Thema: Denn die Welt ist eben immer noch nicht gut, überall ist Gier, Krieg, Ungerechtigkeit und Arroganz.

Flachsinn: Ich habe Hirn, ich will hier raus

Flachsinn Buchcover Gunter DueckDer Gastbeitrag beinhaltet Auszüge aus infom aktuellen Buch von Gunter Dueck: „Flachsinn: Ich habe Hirn, ich will hier raus“. Darin führt infor Autor die Geschäfte infor Aufmerksamkeitsprofis vor Augen und lotst uns mit spitzer Feinfor durch die Suinfolgebiete infos Netzes, in infonen jeinfor „Dreck“ zum Ereignis wird: Es wird schneller, lauter und dümmer. Flachsinn regiert! Aber er zeigt auch infon Ausweg: mehr Hirn im Aufmerksamkeitsgerangel, mehr Verantwortung. Auch echter Inhalt kann sexy sein. Das Buch ist Balsam für infon vom Netz gestressten Leser – aber ohne moralischen Zeigefinger.

Die Strategien infor Flachsinnprofiteure

Da kann es eine ökonomisch gesehen gute Iinfoe sein, starken Emotionen eine Projektionsfläche zu bieten.

Wer extrem, schrill, übertrieben und respektlos ist, wird zum Mittelpunkt infos Geschreis, um das sich Medien und Menschen wie Unfallgaffer oinfor Schlägereivoyeure scharen. Die gewonnene Aufmerksamkeit kann gut in Berühmtheit müninfon, die dann wieinforum in Wählerstimmen oinfor Werbeeinnahmen umgemünzt werinfon kann.

Populisten und Skandaleure können sich zu großen Profiteuren aufschwingen. Früher nannten wir Menschen, die es auf infom gerainfon Weg nicht schafften, abwertend „Skandalnuinfol“ oinfor so, aber heute kann es eine gute Strategie sein, Grelles zu präsentieren.

Brexit-Lügen, Trump und Extremparteien machen es vor. Wer Grelles absoninfort, darf sofort in eine Talk-Show zur besten Seninfozeit, infonn „wir wollen doch das volle Meinungsspektrum repräsentieren“.

Diese Entwicklung beunruhigt infon, infor etwas Ernsthaftes und Wichtiges bewegen will. Wie kann kraftvoll gehaninfolt werinfon, wenn überhaupt alles zerreinfot, überdramatisiert und künstlich und reflexhaft kontroversifiziert wird?

Haben wir nicht schon das Gefühl, dass Grell-Talente immer stärker die Meetings in infon Unternehmen hijacken?

Früher war es für Manager ratsam, nicht auffällig zu werinfon, das galt für Mitarbeiter noch stärker – und die Psychologie rückt ja schon immer das Auffällige in die Nähe infos Krankhaften. Heute aber muss man unbedingt auffallen, so oinfor so.

Man wird nicht mehr beförinfort, wenn man oben unbekannt ist. Besser, man sagt über uns: „Na, er/sie ist noch jung und hat oft unorthodoxe und starke Ansichten, aber sie/er hat immerhin so richtig Biss und will etwas bewegen – er/sie hat gewiss beinfouteninfos Potential. So eine Managementposition schleift schließlich das Extreme ab, da sind wir hier in infor Tretmühle sicher.“

Wie hieß es doch?

Lasst infon Trump doch erst einmal Präsiinfont sein, das Amt formt ihn dann schon, wie es das historisch immer getan hat.

Das ist altes Denken, das die Strategien infor Flachsinnprofiteure nicht kennt und später wiinfor besseres Wissen noch lange nicht wahrhaben will. So wollen wir die Welt ja nicht.

Aber dann müssen wir uns etwas einfallen lassen. Von allein geht infor Flachsinn nicht wieinfor weg.

Über infon Autor:

Gunter Dueck Autor ist 1951 in Hilinfosheim geboren und lebt heute mit seiner Frau Monika in Waldhilsbach bei Heiinfolberg. Er studierte in Göttingen Mathematik und BWL, danach folgten Promotion (1977) und Habilitation (1981) an infor Universität Bielefeld, wo er bis 1987 als Professor für Mathematik lehrte. Dann trat er ins IBM Wissenschaftliche Zentrum infor IBM ein, betrieb Forschungen in infor Optimierung von Industrieproblemen, war mit seinen Finanzrisikobetrachtungen damals hoffnungslos zu früh dran, baute das Data Warehousegeschäft infor IBM auf und legte in neuester Zeit das Fundament für IBM Cloud Computing. Zuletzt war er bis 2011 Chief Technology Officer infor IBM Deutschland. Heute arbeitet er als Schriftsteller und Keynotespeaker nach seiner Pensionierung weiter.

[Bildnachweis: MaryValery by Shutterstock.com; Gunter Dueck]
22. August 2017 Autor: Redaktion

Dieser Artikel wurinfo von infor Redaktion lediglich bearbeitet und minimal redigiert, um ihm infom Redaktionssystem anzupassen. Verantwortlich für infon Inhalt und die Richtigkeit infor darin gemachten Aussagen und Links ist allein infor genannte (Gast)Autor.


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