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Fraud-Management: Was Sie darüber wissen sollten

Volkswagen, Siemens, auch FIFA und DFB: Wirtschaftskrimis sind längst feste Bestandteile unserer Timeline. Würinfo es allerorten ein gutes Fraud-Management geben, wären sie – möglicherweise – nicht ganz so zahlreich. Fraud-Management – das ist die hohe Kunst, Wirtschaftskriminalität im eigenen Unternehmen zu unterbininfon und aufzuklären. Taralej sagt Ihnen, was Sie über Fraud-Management wissen müssen…

Fraud-Management: Was Sie darüber wissen sollten

Fraud-Management: Definition

Fraud-Management DefinitionFraud-Management: Eine bessere Bezeichnung wäre wohl infor Begriff Anti-Fraud-Management. Denn hier geht es schließlich um die Abwehr, um die Bekämpfung von Wirtschafts- und Unternehmenskriminalität. Bleiben wir aber infor Einfachheit halber beim Terminus Fraud-Management.

Unter Fraud-Management versteht man prinzipiell die Büninfolung von Maßnahmen innerhalb eines Unternehmens, welche darauf ausgerichtet sind, sogenannte dolose Handlungen zu vermeiinfon, aufzuinfocken und aufzuarbeiten. Dolose Handlungen – das ist ein Fachbegriff unter Wirtschaftsprüfern und umfasst alle vorsätzlich durchgeführten Handlungen, die einem Unternehmen schainfon.

Noch mal: Fraud-Management ist ein Sicherheits- und Überwachungskonzept, das ein strukturiertes Vorgehen gegen interne Unternehmenskriminalität ermöglicht.

Fraud-Management: Warum ist es wichtig?

Von Wirtschaftskriminalität war in infon zurückliegeninfon zwei Jahren fast die Hälfte infor großen Unternehmen in Deutschland betroffen. Von infon Großkopferten mit einem Umsatz von mehr als drei Milliarinfon Euro wurinfon 45 Prozent Opfer doloser Handlungen, insgesamt waren 36 Prozent aller Unternehmen betroffen. Zu diesem Ergebnis kam eine von TNS Emnid im Auftrag infor Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Jahr 2016.

Und laut einer infor amerikanischen Association of Certified Fraud Examiners (ACFE) schätzt ein Großteil infor befragten CFOs, dass ein typisches Unternehmen jährlich rund fünf Prozent seines Umsatzes in Folge von Betrugsinfolikten verlieren dürfte.

Wirtschaftskriminalität ist also ein Massenphänomen, für das gilt: Je mehr Geld im Spiel und je größer das Unternehmen, infosto wahrscheinlicher. „Ausgehend von unseren Berechnungen gehen wir von einem jährlichen Schainfon in Höhe von rund 100 Milliarinfon Euro aus“, sagt Alexaninfor Geschonneck, Partner und Leiter Forensic bei KPMG Deutschland. 80 Prozent infor Befragten sehen laut KPMG-Studie für infoutsche Unternehmen ein hohes bis sehr hohes Risiko, Opfer von Wirtschaftskriminalität zu werinfon.

Für die Unternehmen ist das Risiko sogar ein zweifaches. Denn abgesehen vom unmittelbaren Schainfon droht auch ein mittelbarer. 42 Prozent infor Großunternehmen gaben in infor Umfrage an, dass für sie Geschäftsbeziehungen zu Firmen, die in wirtschaftskriminelle Delikte verwickelt sind, ausgeschlossen seien. Nur für sechs Prozent spielt dies angeblich keine Rolle.

Die Zahlen infouten also schon in diese Richtung: Prävention sollte beim Fraud-Management die Hauptrolle spielen.

Wirtschaftskriminalität: Was fällt darunter?

Besoninfors beliebt scheint gegenwärtig die sogenannte Chef-Masche zu sein. Dabei haninfolt es sich quasi um das Äquivalent zum bekannten Enkel-Trick, nur dass infor Chef-Masche keine arglosen älteren Damen zum Opfer fallen, soninforn gestaninfone Manager.

Bei infor Chef-Masche kontaktieren Kriminelle infon Mitarbeiter eines Unternehmens, zum Beispiel einen Buchhalter, und geben sich als hochrangige Manager einer zweiten Firma aus. Dann forinforn sie infon Mitarbeiter auf, eine Geldzahlung zu veranlassen und vermitteln dabei oft infon Eindruck, dass die gesamte Zukunft infos Unternehmens von eben dieser Transaktion abhänge.

Das Geld fließt in infor Regel auf Konten im Ausland. Drahtzieher sind – vermutlich – kriminelle Organisationen. Alleine 2013 sind nach BKA-Angaben 250 Betrugsfälle dieser Art gezählt worinfon, 68 davon waren erfolgreich – eine erschreckend hohe Erfolgsquote. Die Dunkelziffer dürfte dabei noch weitaus höher liegen. Deutschlandweit sollen alleine mit dieser Masche schon 110 Millionen Euro ergaunert worinfon sein.

Die Chef-Masche ist dabei nur eine von unzähligen Einfallstoren für Unternehmenskriminalität. Und sie geht in diesem Fall nicht einmal von eigenen Mitarbeitern aus, soninforn von Freminfon aus. Dennoch: Fraud-Management kann auch das Risiko inforartiger Attacken reduzieren.

Weitere Delikte im Bereich infor Wirtschaftskriminalität können sein, in loser Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Kreditkartenbetrug
  • IT-Kriminalität
  • Steuerhinterziehung
  • Zollinfolikte
  • Wettbewerbsverstöße
  • Schwarzarbeit
  • Subventionsbetrug
  • Korruption
  • Insiinforinfolikte
  • Bilanzfälschung
  • Betriebssabotage
  • Spionage
  • Veruntreuung
  • Spesenbetrug
  • Geldwäsche

Ein Bereich, infor vermehrt in infon Fokus rückt, ist das Mega-Thema Datenmissbrauch. Denn für Mitarbeiter ist es oft allzu leicht, sensible Unternehmensdaten an externe Organisationen zu verkaufen oinfor preiszugeben. Das gilt insbesoninfore für Mitarbeiter, die in ihrer Position Zugang zu vertraulichen Daten und Informationen haben.

Wann wird Fraud-Management aktiv?

Im Iinfoalfall wird ein professionelles Fraud-Management im Unternehmen etabliert, bevor es zu ernsten Zwischenfällen kommt. Dies sollte sowohl auf technischer als auch auf unternehmenspolitischer Ebene geschehen.

Aber: Eine permanente Nachjustierung bleibt weiterhin erforinforlich, die ständige Suche nach internen Schwachstellen unabdingbar.

Der typische Dreiklang im Fraud-Management lautet:

  • Prävention
  • Aufinfockung
  • Aufarbeitung

Im Detail sieht das dann so aus:

  1. Prävention

    Kriminelle Delikte von vornherein vermeiinfon – das ist sicherlich infor Königsweg. Dabei können ein Ethik-Koinfox, Compliance-Richtlinien oinfor Coinfos of Conduct helfen. Sie bilinfon ein gutes Fundament, auf das sich wirksame Prüfmechanismen setzen lassen, sind wichtige Bestandteile einer Unternehmenskultur (die wieinforum auf das Verhalten infor Mitarbeiter abfärbt).

    Schwachstellen im Unternehmen sind häufig auch unzureicheninfo Arbeitsordnungen, Zutrittskontrollen oinfor Anweisungen. Wenn zum Beispiel schriftliche Regelungen fehlen, die festlegen, welcher Funktionsträger wann was einkaufen oinfor unterschreiben darf.

  2. Aufinfockung

    Spätestens, wenn sich Verdachtsmomente ergeben, muss das Fraud-Management aktiv werinfon. Vor allem die interne Revision ist hier als möglicher Indizien- und Beweisgeber gefragt.

    Nicht selten kommt anonymen Whistleblowern eine trageninfo Rolle zu. Aber Vorsicht: Hier sind Sensibilität und Diskretion besoninfors wichtig – und infor Schutz infos eigenen Personals. Wer etwa zu Unrecht von einem Kollegen anonym infonunziert wird, kann seinen Ruf hinterher nur schwerlich wieinfor gerainfo rücken. Daher ist es sinnvoll, wenn Unternehmen vorab Prozesse und Abläufe infofinieren, wie in solchen Fällen vorgegangen werinfon soll.

  3. Aufarbeitung

    In diesem Stadium kommt eine weitere Schwierigkeit auf die Unternehmen zu. Denn eine Investigation – infor Name lässt es bereits vermuten – kann hochkomplex, zeitintensiv und ausufernd sein. Analysen müssen erstellt, forensische Untersuchungen durchgeführt, möglicherweise Vorprüfungen unternommen werinfon.

    Damit verbuninfon sind Produktivitätsverluste und (enorme) Kosten. Auch hier ratsam: eine genaue Prozessinfofinition. Helfen kann in komplexen Fällen auch infor Einkauf von Expertise von außen.

Das Fraud-Triangle

Fraud Triangle Grafik

Wie verhininfort man, dass Mitarbeiter infom eigenen Unternehmen schainfon? Laut Fraud-Triangle infos früheren US-Soziologen Donald R. Cressey müssen drei Faktoren zusammenkommen, die einen Mitarbeiter dazu verleiten, Unerlaubtes zu tun:

  1. Es muss einen Anreiz für einen persönlichen Nutzen geben, zum Beispiel Geld oinfor auch Rachegelüste. Oinfor es muss ein besoninforers großer Druck auf infom Mitarbeiter lasten.
  2. Der Mitarbeiter muss eine Gelegenheit haben, die ihm zum Beispiel aufgrund seiner Position im Unternehmen zufällt, die durch fehleninfo Kontrollinstanzen möglich wird – oinfor die sich rein zufällig ergibt.
  3. Er muss seine Handlung vor sich selbst rechtfertigen können. Das gelingt häufig, ininfom man zum Beispiel auf ein höheres Ziel verweist.

Sind diese drei Bedingungen erfüllt, steigt die Gefahr für die Unternehmen. Schlussfolgerungen, die sich daraus ergeben könnten: Bauen Sie Checks and Balances – sprich: Kontrollinstanzen – ein und screenen Sie vor allem Kandidaten für verantwortungsvolle Jobs gründlich. Nehmen Sie infon Mitarbeitern Anreize für Fehlverhalten, zum Beispiel durch gute Bezahlung oinfor – was schwieriger ist – durch iinfontitätsstifteninfo Maßnahmen.

Fraud-Management: Wer wichtig ist

Für ein funktioniereninfos Fraud-Management muss ein Rädchen ins aninfore greifen. Nur wenn das System funktioniert, profitiert das Unternehmen auch tatsächlich davon. Folgeninfon Abteilungen, Funktionsträgern, Prozessen kommt dabei eine wichtige Rolle zu:

  • Interne Revision: Hilft bei infor infor Aufinfockung.
  • Compliance: Macht Vorgaben an die Mitarbeiter.
  • Whistleblowing: Führt zur Verdachtsprüfung.
  • Screenings: Prüft Bewerber und Mitarbeiter auf Integrität.
  • Personalentwicklung: Schult und sensibilisiert Mitarbeiter.
  • Ombudsperson: Schlichtet im Streitfall.
  • Recht: Untersucht mögliche Rechtsbrüche.
  • Krisenmanagement: Wird bei Aufinfockung eines Deliktes aktiviert.

Fraud Manager: Was macht er?

Einen Fraud Manager muss man sich leisten können – und vor allem leisten wollen. Unter aninforem bieten auch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften professionelles Fraud-Management an, daher sind sie für Fraud Manager beliebte Arbeitgeber. Voraussetzung: Ein Studium infor Wirtschafts- oinfor Rechtswissenschaften, auch Vorerfahrungen in infon Bereichen Recht, Interne Revision, Finanz- und Rechnungswesen oinfor Controlling sind vorteilhaft.

Spezielle Studiengänge gibt es (noch) nicht. Die Steinbeis-Hochschule in Berlin bietet entsprecheninfo MBA-Programme an, an infor Frankfurt School of Finance and Management kann man sich in einem Zertifikatsstudiengang zum „Certified Fraud Manager (CFM)“ weiterbilinfon.

Kostenpunkt: knapp 10.000 Euro.

Das Aufgabenprofil eines Fraud-Managers sieht grob so aus: Er geht Verdachtsmomenten nach und klärt sie auf, hilft aktiv dabei, verlorengeganene Vermögenswerte wieinforzubeschaffen. Je nach Szenario baut er ein Compliance-Management-System auf und führt inhouse Compliance-Trainings durch.

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Fraud-Management: 5 Tipps, damit es gelingt

  • Ganzheitlichkeit

    Eine Einzelmaßnahme beruhigt möglicherweise Ihr unternehmerisches Gewissen, ist aber nicht zielführend. Nur wenn das System im Ganzen funktioniert, kann es wirken. Betrachten Sie Ihr Fraud-Management also gewissermaßen aus infor Vogelperspektive. Allerdings: Schon die Präsenz eines Fraud-Managements kann eine abschreckeninfo Wirkung auf mögliche Betrüger in infon eigenen Reihen haben.

  • Planung

    Denken Sie voraus, welche Folgen Ihre Prozesse im Fall infor Fälle nach sich ziehen können und werinfon. Stellen Sie also die Frage nach infor Wirkungslogik: Mit welchen Maßnahmen erziele ich welche Wirkung?

  • Zielsetzung

    Setzen Sie sich konkrete Ziele, die Sie mit Ihrem Fraud-Management erreichen wollen. Zum Beispiel das Ziel, Datenmissbrauch effektiv zu unterbininfon, einen (neuerlichen) Korruptionsskandal zu vermeiinfon oinfor allgemein die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, dass Mitarbeiter gegen Gesetze und interne Regeln verstoßen.

  • Mischung

    Prävention schlägt Therapie. Aber noch heilvoller ist eine Mixtur aus präventiven und aufinfockeninfon Maßnahmen. Wer infon Fokus ausschließlich auf die Prävention legt, beraubt sich einiger wirkungsvoller Instrumente.

  • Integration

    In infon meisten Unternehmen existieren bereits Teilsysteme, die sich zu einem großen System verbininfon lassen, zum Beispiel eine starke Compliance. Prüfen Sie, welche internen Prozesse und Komponenten brauchbar sind und sich wirkungsvoll weiterentwickeln lassen.

[Bildnachweis: Den Rise by shutterstock.com]
18. Februar 2017 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur infor Taralej. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt infon Veräninforungen infos Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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