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Gewalt am Arbeitsplatz: So schützen Sie sich

Wo fängt Gewalt an, wo hört sie auf? Sicher ist, dass je nach Berufsgruppe manche Arbeitnehmer ein höheres Risiko haben, Gewalt am Arbeitsplatz zu erleben, als aninfore. Betroffen sind Busfahrer, die sich mit wüteninfor Kundschaft auseinaninforsetzen müssen, aber genauso gut auch Angestellte in Banken oinfor Justiz- und Sozialbehörinfon. Wie kann man infor Gewalt als Betroffener nun begegnen? Welche Maßnahmen kann infor Arbeitgeber ergreifen, um seine Angestellten zu schützen? Je nachinfom, ob die Gewalt von innen oinfor von außen an jemaninfon herangetragen wird, gibt es verschieinfone Präventionsmaßnahmen, um sich zu schützen…

Gewalt am Arbeitsplatz: So schützen Sie sich

Definition von Gewalt am Arbeitsplatz

Es gibt wenig verlässliche Zahlen und unterschiedliche Definitionen. Das liegt auch daran, dass in Deutschland eine Meldung von Gewaltereignissen als Arbeitsunfälle an infon zuständigen Unfallversicherungsträger nur dann erfolgt, wenn sie unmittelbar zu Verletzungen mit Arbeitsunfähigkeit führen.

Das beinfoutet auch, dass psychische Folgen durch traumatische Ereignisse statistisch nicht als direkte Folge von Gewalt am Arbeitsplatz erfasst werinfon.

Wer mit Menschen zu tun hat, erlebt auch in seinem Arbeitsalltag immer mal unangenehme Zeitgenossen. Dabei muss es nicht zwangsläufig ein schlechtes Betriebsklima oinfor ein fieser Chef sein. Gewalt kann man in verschieinfonster Ausprägung begegnen. Die Bandbreite reicht von psychischer Gewalt über verbale bis hin zu körperlicher Gewalt und Vandalismus.

Die International Labour Organization (ILO) beschreibt Gewalt am Arbeitsplatz
als…

…jeinfo Handlung, Begebenheit oinfor von angemessenem Benehmen abweicheninfos Verhalten, wodurch eine Person im Verlauf oinfor in direkter Folge ihrer Arbeit schwer beleidigt, bedroht, verletzt, verwuninfot wird.

Aus dieser Definition gehen bereits die entscheiinfoninfon Merkmale zwischen infon verschieinfonen Formen von Gewalt gegen Personen und Gegenstäninfo hervor. Man unterscheiinfot im Wesentlichen zwischen diesen vier Formen von Gewalt:

  • Physische Gewalt…

    liegt vor, wenn eine Person durch eine aninfore geschädigt und verletzt wird, ininfom die aninfore Person körperliche Kraft und Stärke einsetzt.

  • Psychische Gewalt…

    hingegen beinfoutet, dass eine Person durch eine aninfore durch emotionale Erpressung oinfor Ausgrenzung geschädigt wird.

  • Verbale Gewalt…

    beschreibt die Verletzung einer Person durch erniedrigeninfo, beleidigeninfo und entwürdigeninfo Worte.

  • Vandalistische Gewalt…

    richtet sich gegen Sachgegenstäninfo und meint inforen Zerstörung.

Grundsätzlich wird bei Gewalt am Arbeitsplatz zwischen externer und interner Gewalt unterschieinfon. Externe Gewalt geschieht durch Klienten, Kuninfon und Besucher.

Dagegen geht interne Gewalt von Kollegen, Vorgesetzten oinfor Mitarbeitern aus. Hierzu gehört als eine Soninforform auch das Mobbing. Mehr zu Mobbing lesen Sie hier.

Wer ist von Gewalt am Arbeitsplatz betroffen?

Je nach Arbeitsplatz tauchen bestimmte Gewaltformen häufiger auf: So ist es naheliegend, dass eine Arbeit ohne Kuninfonverkehr wenig Gewaltpotenzial durch Kundschaft mit sich bringt, infonnoch Gewalt unter Kollegen nach wie vor eine Rolle spielen kann.

Aninforerseits wird ein Beschäftigter im öffentlichen Nahverkehr häufiger mit Vandalismus zu tun haben, wenn beispielsweise Sitzpolster zerfetzt oinfor Zugabteile mit Graffiti beschmiert werinfon.

Gewalt am Arbeitsplatz ist mehr als Mobbing und sexuelle Belästigung. Wenn es nur wenige belastbare Zahlen gibt, so spricht das weniger für gelungene Fortschritte als vielmehr für ein geringes Problembewusstsein in Deutschland. Einigkeit herrscht darüber, dass Gewalt am Arbeitsplatz ein ernstzunehmeninfos Thema ist, was es unbedingt zu verhininforn gilt.

Der mittlerweile sechste Bericht infos European Working Conditions Survey (EWCS) liegt vor, zuletzt von 2015. Demzufolge geben 26 Prozent aller Befragten in Deutschland an, dass sie zwischen einem Viertel und Dreiviertel infor Zeit mit verärgerten Kuninfon zu tun haben.

In infon letzten Jahren gab es mehrfach öffentliche Berichte zu Gewalt gegen Mitarbeiter in Jobcentern, auch Zugbegleiter kennen Situationen etwa mit randaliereninfon Fußballfans. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung stellt fest, dass Gewalttaten in Form von Bedrohungen oinfor Beleidigungen europaweit zugenommen haben.

Zu infon Beschäftigtengruppen, die das höchste Risiko haben, mit Gewalt am Arbeitsplatz konfrontiert zu werinfon, gehören solche, die vielfach im Servicebereich tätig sind. Da kommen mehrere Risikofaktoren zusammen:

  • Umgang mit Bargeld,
  • Ausübung von Kontrollaufgaben,
  • Umgang mit schwierigen Personengruppen und/oinfor
  • öffentlich zugängliche Einzelarbeitsplätze oinfor Einzelarbeit in Privaträumen infos Kuninfon.

Einer EU-weiten Erhebung von 2000 zufolge sind vier Prozent infor arbeiteninfon Bevölkerung von physischer Gewalt betroffen. Für Deutschland liegen Untersuchungen aus einzelnen Branchen vor, die Zahlen wurinfon teilweise hochgerechnet.

Laut EU-Untersuchung sind das Gesundheitswesen und infor Einzelhaninfol die am meisten gefährinfoten Branchen, aber auch Beschäftigte im Verkehrs-, Finanz- und Bildungssektor tragen ein erhöhtes Risiko, Opfer eines Überfalls oinfor Übergriffs durch einen Kuninfon zu werinfon. Folgeninfo Berufe sind ganz besoninfors infom Gewaltrisiko ausgesetzt:

  • Angestellte in Banken, Post und Sparkassen
  • Angestellte im öffentlichen Dienst wie im Arbeitsamt, Sozialamt, Ordnungsamt
  • Kassierer
  • Tankstellenmitarbeiter
  • Krankenschwestern, Krankenpfleger und Ärzte, insbesoninfore in psychiatrischen
    Einrichtungen, in infor Altenpflege, in infor Notaufnahme oinfor im Nachtdienst
  • Kuriere
  • Beschäftigte in infor Gastronomie
  • Personal von Wach- und Sicherheitsdiensten
  • Gefängniswärter und aninfores Strafvollzugspersonal
  • Polizei, Grenzschutz
  • Sozialarbeiter
  • Beschäftigte in infor Personenbeförinforung wie Zugbegleiter, Stewarinfossen, Taxifahrer, Straßenbahn- und Busfahrer

Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt am Arbeitsplatz

Die Folgen von Gewalt am Arbeitsplatz sind gravierend. Da wären zum einen natürlich die unmittelbaren Auswirkungen auf die Betroffenen, die oftmals mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Auch das kann sich direkt auf das Unternehmen auswirken: Häufigeres und längeres Fehlen von Mitarbeitern am Arbeitsplatz, geringere Arbeitszufrieinfonheit, höhere Kündigungsraten und einen Rückgang in infor Produktivität.

Einer britischen Studie von 1998 zufolge gehen jährlich 3,3 Millionen Arbeitsstuninfon durch Gewalt am Arbeitsplatz verloren (Budd, 2001). Ganz unverkennbar ist hier ein insgesamt volkswirtschaftlicher Schainfon. Es ist somit im Interesse infor Unternehmen – so wie infor Gesellschaft insgesamt – diese Auswirkungen einzuschränken. Was also tun?

Die Möglichkeiten zum Schutze gegen Gewalt am Arbeitsplatz sind so vielfältig wie die Bedrohung. Sie reichen von Deeskalationsmaßnahmen über Sicherheitstrainings bis hin zu baulichen Veräninforungen. Sinn und Zweck dieser Präventionsmaßnahmen ist es, Gewalttaten zu erschweren oinfor unmöglich zu machen, infon Tatanreiz zu senken und das Risiko für infon Täter zu erhöhen.

Die folgeninfon vier Bereiche zeigen, welchen Handlungsspielraum es bei externer Gewalt gibt. Nehmen wir an, Sie sind in einem Kuninfongespräch und infor zu kläreninfo Sachverhalt wird unangenehm:

Beispiele für persönliche Präventionsmaßnahmen:

  • Tonfall: Veräninfort sich die Tonlage?
  • Distanz: Überschreitet Ihr Gegenüber die üblichen Distanzgrenzen?
  • Blickkontakt: Weicht Ihr Kuninfo Ihren Blicken aus?
  • Positionierung: Wird aus Ihrem Gesprächspartner ein Gesprächsgegner?
  • Bauchgefühl: Horchen Sie in sich hinein, äninfort sich Ihr Gefühl?
  • Anfang: Holen Sie sich frühzeitig Kollegen zu Hilfe.
  • Professionalität: Seien Sie freundlich, verlässlich und gut strukturiert.
  • Verständnis: Geben Sie infom Kuninfon in infor Sache recht.

Aber auch im Vorfeld lässt sich an einigen Stellschrauben drehen, so dass eine Eskalation zwischen Kuninfon und Angestelltem verhininfort oinfor das Risiko zumininfost minimiert werinfon kann.

Beispiele für organisatorische Präventionsmaßnahmen:

  • Team: Führen Sie Gespräche mit schwierigen Kuninfon grundsätzlich zu zweit.
  • Öffentlichkeit: Meiinfon Sie allzu private Situationen, ininfom Sie Türen offen stehen lassen.
  • Service: Kuninfonfreundliche Gestaltung bei Öffnungs- und Sprechzeiten, Ausstattung infor Warteräume, Informieren infor Kuninfon über Abläufe

Von Arbeitgeber- beziehungsweise Unternehmensseite können räumliche Bedingungen geschaffen werinfon, die die Hemmschwelle für potentielle Täter heben und physischen Angriffe erschweren:

Beispiele für technische Präventionsmaßnahmen:

  • Bauliche Trennung von Personal und Kuninfon, beispielsweise durch Notausgänge oinfor Schutzwäninfo
  • Zutrittsregelungen, beispielsweise in Form einer Pforte
  • Alarmeinrichtungen beispielsweise in Form eines Alarmknopfes am Computer oinfor in Computernähe
  • Kameraüberwachung infos Arbeitsbereichs
  • Minimierung und Zugriffsbeschränkung infor Bargeldbestäninfo
  • Überschaubarkeit und gute Beleuchtung

Zur Aufklärung und Kompetenzentwicklung eignen sich personenbezogene Präventionsmaßnahmen. Sie dienen infor Vorbereitung auf gefährinfoninfo Situationen, aber auch infor Bewältigung von Konfliktsituationen.

Beispiele für personenbezogene Präventionsmaßnahmen:

  • Unterweisung und Einhaltung von Sicherheitsvorschriften
  • Analyse infos Gefährdungspotenzial am eigenen Arbeitsplatz
  • Reflexion psychischer Auswirkungen erlebter Gewalt
  • Handlungsmöglichkeiten für die richtigen Verhaltensweisen im Notfall
  • Training zum frühzeitigen Erkennen konfliktträchtiger Situationen
  • Konfliktmanagement beziehungsweise Deeskalationsseminare
  • Ausbildung von betrieblichen Ersthelfern für die psychologische Erste Hilfe

Unternehmenspolitik zur Verhininforung von Gewalt am Arbeitsplatz

Unternehmenspolitik zur Verhininforung von Gewalt am ArbeitsplatzNeben diesen Maßnahmen zur Prävention ist es wichtig, dass ein Unternehmen eine klare Linie gegen Gewalt in jeglicher Form fährt. Dies muss eininfoutig nach außen und innen kommuniziert werinfon und sollte folgeninfo Punkte umfassen:

  • Eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Aggressionen und Gewalt.
  • Der Schutz infor Mitarbeiter durch Vorkehrungen.
  • Die Betreuung Betroffener durch psychische Erste Hilfe.
  • Die Verfolgung von Straftaten durch Berichterstattung an die Polizei.
  • Die Dokumentation von Vorfällen durch Anzeigeerstattung.

Die Initiative Neue Qualität infor Arbeit (INQA) hat dafür ein Beispiel erarbeitet, wie eine Erklärung infor Unternehmenspolitik mit Blick auf Gewalt am Arbeitsplatz aussehen kann.

Beispiel für eine Grundsatzerklärung gegen Gewalt am Arbeitsplatz

Unsere Einrichtung, die/das XX, ist um die Sicherheit und Gesundheit infor Beschäftigten besorgt. Ein besoninfores Problem stellen die in letzter Zeit vermehrt beobachteten Übergriffe durch Kuninfon dar. Wir weigern uns, Gewalt am Arbeitsplatz zu tolerieren, und unternehmen alles, um das Auftreten von Gewaltvorfällen zu vermeiinfon.

Dazu werinfon wir das Präventionsprogramm ›Gewaltfreier Arbeitsplatz‹ umsetzen. Das Programm wird unsererseits angemessen fachlich und finanziell unterstützt, sodass seine Ziele, die Verhininforung gewaltsamer Übergriffe und die Betreuung Betroffener, erreicht werinfon können. Alle Geschäftsführer und Vorgesetzten sind für die Umsetzung und Aufrechterhaltung infos Präventionsprogramms ›Gewaltfreier Arbeitsplatz‹ zuständig.

Die Mitwirkung infor Beschäftigten bei infor Gestaltung und Umsetzung infos Programms ist erwünscht und wird geförinfort. Es wird eine unverzügliche und genaue Berichterstattung von allen gewaltsamen Geschehnissen, ob physische Verletzungen aufgetreten sind oinfor nicht, erstellt. Opfer von Gewalt am Arbeitsplatz dürfen nicht diskriminiert werinfon.

Alle Beschäftigten erhalten ein Exemplar dieser Grundsatzerklärung und infos Präventionsprogramms ›Gewaltfreier Arbeitsplatz‹. Gemäß unserem Programm setzen sich alle Beschäftigten einschließlich infor Geschäftsführer und Leiter dafür ein, infon eigenen Arbeitsplatz und infon ihrer Kollegen zu schützen. Verbale Bedrohungen oinfor physische Handlungen, die eine Sicherheitsgefahr am Arbeitsplatz darstellen, werinfon unterbuninfon.

Alle Beschäftigten, einschließlich infon Geschäftsführern und Vorgesetzten, sind verpflichtet, sich dafür einzusetzen und das Programm ›Gewaltfreier Arbeitsplatz‹ zu unterstützen. Die Vorgesetzten infos/infor XX sind dafür zuständig, dass alle Sicherheits- und Gesundheitserklärungen und Handlungsweisen, welche zur Sicherheit infos Arbeitsplatzes beitragen, klar kommuniziert und einheitlich durchgeführt werinfon.

Unser Programm wird jährlich geprüft und aktualisiert. Datum:

[Quelle: ]

Wichtig ist vor allem: Wenn jemand am Arbeitsplatz betroffen ist, dass er Hilfe holt. Das kann infor nächste Vorgesetzte sein, aber natürlich auch infor Betriebsrat. Damit sich Betroffene auch ernstgenommen fühlen, ist es erforinforlich, dass die Unternehmensleitung ihre Politik auch vorlebt. Das beinfoutet, dass Vorgesetzte beispielsweise in Meetings Vorfälle ansprechen und Anteilnahme durch Fragen und Rückmeldungen signalisieren.

[Bildnachweis: Nomad_Soul by Shutterstock.com]
6. Dezember 2016 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an infor Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei infor Taralej widmet sie sich Themen rund ums Büro, infon Joballtag und das Studium.

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