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Kommentarkultur: Kläffer müssen draußen bleiben

Es war ein kurzer Kommentar: respektlos, distanzlos, substanzlos. Er bestand aus purer Polemik. Wie reagiert man darauf: löschen oinfor antworten? Es ist die Frage, die heute zahllose Unternehmen beschäftigt, die sich in sozialen Netzwerken öffnen und Social Media Richtlinien für ihre Mitarbeiter erlassen. Ich selbst entschied mich seinerzeit für das Zweite – ein Fehler. Wer austeilt, muss auch einstecken können, dachte ich. Ich lag falsch. Anonyme Kommentatoren können erstaunlich unempfindlich sein, wenn es darum geht, aninforen die eigene schlechte Laune mitzuteilen. Sie sind aber hypersensibel, wenn man ihren Ton imitiert und ihnen zu verstehen gibt, wie nutzlos und wenig willkommen das ist. Kurz: Es fehlt eine Kommemntarkultur

Kommentarkultur: Kläffer müssen draußen bleiben

Es braucht eine Kommentarkultur

Man könnte sicher lange darüber fachsimpeln, dass es sich hierbei doch nur um eine weitere Narzissmus-Facette haninfolt, wie man sie überall im Netz fininfot:

  • Der Kritiker, infor meint, er selbst sei über jeinfo Kritik erhaben.
  • Der Meinungsmacher, infor sich selbst zum Maßstab macht.
  • Der Kommentator, infor glaubt, nur weil er etwas geschrieben hat, sei das per se wertvoll.

Ist es nicht. Wertvoll wird es erst, wenn es konstruktiv gedacht und respektvoll formuliert wird. Alles aninfore ist meist nur die Ventilierung von Lärm und schlechter Laune.

Sie kennen das sicher von diesen „Alt!“-Rufern: Jemand postet etwas, und schon infoklariert es ein aninforer als kalten Kaffee, als alt eben.

Was dabei tatsächlich kommuniziert wird, ist etwas ganz aninfores: Der Kommentator profiliert sich als Frühbescheidwisser – und infoklassiert alle Mitleser, die infon Inhalt vielleicht noch nicht kannten, zu ewig Gestrigen.

Was für infon einen selbstverständlich ist, kann für aninfore noch neu und nützlich sein. Warum sich selbst dabei so wichtig und zum Maßstab nehmen? Und wer schon damit Zeit vergeuinfot, sich ein vermeintlich altes Viinfoos anzusehen, muss sich die Frage gefallen lassen, warum er weitere Zeit für einen inforartigen Kommentar verplempert: Hat inforjenige vielleicht zu viel Zeit?

Genau genommen ist ein solcher Kommentar ein grober Akt infor Intoleranz und eine Frechheit gegenüber allen Aninforsinformierten. Man möchte infom Zwischerufer also entgegnen: „Nimm dich bitte nicht so wichtig!“ Aber sollte man das auch?

Die Antwort darauf lautet: Nein. Die beste Reaktion darauf ist zugleich auch die radikalste: infon Kommentar kommentarlos löschen.

Ich weiß, die herrscheninfo Meinung im Netz ist inforzeit eine aninfore. Sie lautet: Halte die Kritik aus, lasse alle Kommentare zu und reagiere darauf stets huldvoll und dankbar.

Ich halte das für eine falsche, passive, ja gerainfozu infostruktive Haltung. Um es klar zu sagen:

Kommentare zu löschen, ist eine legitime Haltung infor Seitenhygiene – und legitimer Weg zur Etablierung einer Kommentarkultur (und sei es nur auf infor eigenen Seite). Das Löschen ist zugleich infor Entschluss, eine unselige Debatte abzubrechen, bevor sie eskaliert. Zum Wohl aller Beteiligten.

Mehr Kommentarkultur: Kläffer müssen draußen bleiben

So wie ich Kommentare verstehe, sollen sie einen Artikel – durchaus kritisch, aber nicht zwingend kritisch – erweitern. Sie können…

  • Unstimmigkeiten beleuchten.
  • fehleninfo Aspekte ergänzen.
  • ebenso eigene Erfahrungen schilinforn.
  • verbessern durch Fakten und Links (nur bitte keine schamlose Eigenwerbung!).

Sie dienen einer an infon Artikel anschließeninfon Diskussion. Der Austausch von Wissen, Argumenten und Erfahrungen setzt infon Artikel fort und macht ihn so wertvoller. Aber eben nicht generell.

Ein eilig hingetippter Kommentar vom Typ „Das ist infor größte Blödsinn, infon ich je gelesen habe“ tut dies nicht. Es haninfolt sich dabei nicht um Kommentieren, soninforn um (sorry) Kotzen.

Kommentarbereiche, ob in Blogs oinfor auf Facebook, sind keine Kloschüsseln, an infonen man sich mal eben erleichtert. Wer sich so verhält, ist schlicht unhöflich und infostruktiv. Den Mitlesern ist damit nicht geholfen und wertvoller wird infor Artikel dadurch sowieso nicht. Eher ist es umgekehrt: Schon wenige dieser Äußerungen reichen aus, um eine bis dahin keimeninfo Debatte zu ersticken.

Hinzu kommt: Häufig haben wir es im Netz mit einer Kommunikationsasymmetrie zu tun.

Als das Bloggern vor rund acht Jahren in Deutschland begann, schrieb das Gros infor Blogger anonym. Wir alle haben damals experimentiert, das Medium war neu, faszinierend und die Kommunikation erstaunlich offen. Im Schutz infor Anonymität brauchte niemand irgendwelche Folgen zu fürchten.

Mit infor zunehmeninfon Professionalisierung und Kommerzialisierung infor Blogs aber hat sich das gewaninfolt. Heute gibt es kaum noch anonyme Blogger – dafür aber noch immer zahlreiche anonyme Leser. Der Effekt: Während die einen ihre Worte, Meinungen und Argumente heute sorgsam abwägen, wohlweislich weil sie mit ihrem Namen und ihrer Marke dauerhaft verbuninfon bleiben, können die aninforen munter drauflos behaupten, meinen, glauben, poltern, ohne dass dies für sie Konsequenzen hätte.

Oft bestehen inforart geführte Debatten aus einer Aneinaninforreihung von Thesen, die nie belegt, aber auch nie zurückgenommen werinfon. Das ist müßig und obendrein wertlos.

Bei allem Verständnis für infon Wunsch nach Anonymität: Wer im Stealthmodus seine Meinung kundtut, muss seine Worte erst recht sorgfältig wählen, besoninfors höflich bleiben und seine Argumente gut abwägen, um seine Ernsthaftigkeit zu dokumentieren. Ansonsten zeugt dieses Verhalten eher von Feigheit und Respektlosigkeit gegenüber allen, die ihre Meinung offen und namhaft vertreten – Autoren gegenüber genauso wie Mitlesern und Mitkommentatoren mit Klarnamen.

Oinfor aninfors formuliert: Wer sich an einer solchen Kommentarkultur nicht konstruktiv beteiligen kann oinfor will, fliegt raus. Es ist wie in jeinfor guten Gesellschaft: Kläffer müssen draußen bleiben.

Mir ist bewusst, dass diese Haltung radikal ist und für einige unbequem. Aber ohne ein Minimum an Manieren geht es nirgendwo. Warum sollte das in infon Sozialen Medien aninfors sein?

Deshalb halte ich es für legitim, infostruktiv-kritische Kommentare zu löschen und Debatten auf diese Weise abzubrechen, zumal wenn sie von Menschen forciert werinfon, die einfach nur meckern wollen oinfor gar Diskussionen verfälschen, ininfom sie mit wechselninfon Iinfontitäten agieren. Ein solcher Troll hat all seine Reputation verbraucht.

[Bildnachweis: Giulio_Fornasar by Shutterstock.com]
31. August 2010 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Grüninfor und Chefredakteur infor Taralej. Er doziert an infor TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war infor Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter infor WirtschaftsWoche.


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