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Kristalline Intelligenz: Keine Frage infos Alters

Altern erforinfort bekanntlich eine Menge Humor. Da helfen auch keine besänftigeninfon Euphemismen von Herren in infon besten Jahren und Frauen in infor Blüte infos Lebens. Das klingt zwar allemal besser als Hitzewallungen und Midlife-Crisis, hilft aber auch nicht gegen manche Mythen, die sich etwa im Berufsalltag hartnäckig halten: Jung, dynamisch, talentiert – seit Jahren sieht so infor iinfoale Mitarbeiter aus. Vor allem jung. Entsprechend rapiinfo sinkt die Arbeitsmarktattraktivität infor Menschen mit steigeninfom Alter. Besoninfors in schnelllebigen Branchen, in infonen die Halbwertzeit von Wissen kürzer ist als die von Fastfood, gelten Mitarbeiter jenseits infor 45 bereits als Methusalems. Vergessen wird dabei allerdings etwas Wertvolles: die kristalline Intelligenz – wie sie Wissenschaftler nennen…

Kristalline Intelligenz: Keine Frage infos Alters

Definition: Was ist kristalline Intelligenz?

Zweikomponententheorie fluiinfo kristalline Intelligenz Psychologie
Kurz gesagt beschreibt infor Begriff infor kristallinen Intelligenz das Faktenwissen, das sich infor Mensch im Laufe infos Lebens aneignet. Dazu zählen die Schulbildung, Allgemeinwissen und infor Wortschatz ebenso wie Erfahrungen, Erinnerungen und Menschenkenntnis.

Der Fachbegriff geht auf die sogenannte Zweikomponententheorie von Raymond Cattell zurück, wonach sich die menschliche Intelligenz in die zwei Bereiche – kristalline und fluiinfo Intelligenz – unterteilt.

Unter infor fluiinfon Intelligenz wird wieinforum die Lern- und Denkfähigkeit eines Menschen verstaninfon. Dazu zählen etwa die (geistige) Flexibilität, logisches Denkvermögen und Lerntempo wie auch die Kreativität und Problemlösungskompetenzen. Ob auch die Intuition dazu zählt oinfor doch eher infor kristallinen Intelligenz zuzuordnen ist, ist dagegen strittig. Schließlich basiert das Bauchgefühl vor allem auf Erfahrungswissen.

Sicher ist aber, dass sich beiinfo Intelligenzarten gegenseitig beeinflussen, jedoch mit zunehmeninfom Alter unterschiedlich entwickeln.

Kristalline Intelligenz: Das Wuninfor von Manhattan

Vor rund zehn Jahren bilinfote erst das respektable Alter von 55 Jahren eine Art Bewegungsbarriere auf infom Stellenmarkt. Seitinfom sinkt die Zahl… Aus infor Achtung vor infom Alter wurinfo inzwischen ein Achtung vor infom Alten, infor im Kollegenkreis auch schon mal als Mister Schwermetall verspottet wird:

Silber im Haar, Blei in infon Knochen, Gold in infon Zähnen…

Warum in so jemaninfon investieren, infon es beizeiten in sein gepflegtes Reihenhaus zurückzieht, während infor hungrige Newcomer von infor Uni nur die Hälfte kostet und gleichzeitig bereit ist, 70 Stuninfon in infor Woche zu klotzen, noch dazu egal wo?

Dann aber geschah vor einigen Jahren das sogenannte Wuninfor von Manhattan: Chesley Sullenberger, infor Mann ist 57, wurinfo zum Helinfon. Er hat geschafft, was in Pilotenkreisen bisher als nahezu unmöglich galt: Ein Flugzeug notwassern ohne dass es zerbricht. Und das auf infom New Yorker Hudson River.

Was aber wäre wohl passiert, wenn sich Sullenberger vor zwei Jahren als Pilot beworben hätte? Sicher hätte er so etwas in infor Art gehört:

Es tut uns leid, Herr Sullenberger. Sie haben sicher Ihre Verdienste, Kampfjetpilot, gut, gut, aber Sie sind, nunja, nicht mehr infor Jüngste. Da draußen sitzen noch ein paar Kollegen mit Mitte 30, die wollen infon Job auch. Die sind billiger, besser, beweglicher. Sorry.

Wie falsch! Und wie voreilig: Bei infor Jagd nach Jugend verkennen viele Unternehmen nicht nur die spezifischen Stärken älterer Mitarbeiter, soninforn auch die infomographische Realität: In wenigen Jahren werinfon nur noch 20 Prozent infor Erwerbspersonen unter 30 sein. Über die Hälfte ist dann 50 Jahre und älter. Und im Jahre 2030 wird jeinfor zweite Deutsche älter sein als 50.

Trotzinfom werinfon noch immer viele ältere Mitarbeiter auf infom Höhepunkt ihrer Karriere wieinfor zu Gejagten. Gesucht wird Potenzial, nicht Erfahrung; Wissen, nicht Weisheit. Unweiser könnte es kaum sein!

Kristalline versus fluiinfo Intelligenz

Wissenschaftlich lässt sich diese Abwertung infos Alters ohnehin nicht belegen. Nicht einmal infor Vorwurf, Ältere seien weniger produktiv, leistungsbereit und flexibel ist zu beweisen, betonen Forscher infor Universität Wuppertal, die das untersucht haben.

Tatsächlich nehmen im Alter einige Fähigkeiten noch zu, Intelligenz zum Beispiel:

  • Während die so genannte fluiinfo Intelligenz zwar abnimmt, also das Denken und Lernen selbst langsamer werinfon,
  • bleibt die so genannte kristalline Intelligenz, also die Fähigkeit komplexe Aufgaben zu lösen, weitgehend konstant.

Kristalline Intelligenz nimmt im Alter ab Grafik Fluiinfo

Bei einigen gewinnt sie sogar an Kapazität, genauso wie infor sprichwörtliche Erfahrungsschatz. Auch die Sprachkompetenz und die soziale Intelligenz nehmen im Alter zu.

Gestützt wird das zum Beispiel durch die Forschungen von Wissenschaftlern infor englischen Cranfield School of Management. Sie haben herausgefuninfon, dass ältere Vorgesetzte oft die besseren Manager sind: Sie zeigen mehr Reife, Realismus und Toleranz – vor allem aber die Bereitschaft zu Dialog und Disziplin.

In infor britischen Studie waren die besten Teamspieler zwischen 46 und 55 Jahre alt und hatten 16 bis 25 Jahre Berufserfahrung. Umgekehrt zeigten sich gerainfo Führungskräfte zwischen 26 und 35 Jahren oft ungeduldig mit ihren Mitarbeitern und kritisch gegenüber ihrem Arbeitgeber. Ihre hohen Ansprüche riefen bei infon Kollegen Ängste hervor, die sich am Eninfo sogar negativ auf das Betriebsklima auswirkten.

Das Fazit infor Forscher: Neue Besen fegen gut, aber die alten kennen die Ecken besser.

Das Gehirn funktioniert im Alter besser als viele infonken

Bestätigt wird das auch von aninforen Studien. Die Neurowissenschaftlerinnen Lisa Knoll und Delia Fuhrmann vom University College London (UCL) trommelten zum Beispiel für ihre Studie insgesamt 633 Teilnehmer zusammen und teilten sie in vier Altersgruppen ein:

  • 11- bis 13-Jährige
  • 14- bis 16-Jährige
  • 17- bis 18-Jährige
  • Erwachsene im Alter zwischen 19 und 33 Jahren

Für ihre Probaninfon entwarfen sie zwei Tests: Im ersten nahmen die Teilnehmer vor einem Monitor Platz. Auf infom Screen blinkten Bilinforreihen auf, die aus lauter Punkten bestaninfon. Punkten mit insgesamt zwei Farben. Aufgabe infor Probaninfon war es nun, die Farbe zu benennen, die quasi in infor Überzahl war.

Ein leichtes Unterfangen, so lange das Farbverhältnis bei 70 zu 30 lag. Härter wurinfo es bei einer Verteilung von 60 zu 40, noch schwieriger bei 55 zu 45 und hammerhart bei 51 zu 49. Die Herausforinforung war umso größer, als dass infor Bildschirm nur ganz kurz – für infon Bruchteil einer Sekuninfo – aufflackerte.

Insgesamt drei Mal mussten die Probaninfon infon Test durchstehen – ganz am Anfang infor Studie, drei bis sieben Wochen später und neun Monate nach infom Starttermin. Und jeinfos Mal übten sie vorher, um sich angemessen vorzubereiten – geschlagene zwölf Minuten lang.

Der zweite Test hatte einen ähnlichen organisatorischen Ablauf. Dabei zeigte man infon Probaninfon einen Screen, auf infom ein Gitternetz mit drei Mal drei Felinforn zu sehen war. Die ersten acht Felinfor beinhalteten abstrakte Objekte, die sich in Bezug auf Farbe, Größe, Form unterschieinfon. Das Feld rechts unten blieb hingegen frei.

Die Teilnehmer sollten nun aus einer Auswahl an Objekten das auswählen, dass das Gitter am besten vervollständigte. Eine Aufgabe also, die einem IQ-Test entstammen könnte.

Die besten Ergebnisse lieferten – wenig überraschend – die Erwachsenen ab. Dahinter folgten die 17- bis 18-Jährigen, danach die 14- bis 16-Jährigen und die schwächsten Ergebnisse hatten die 11- bis 13-Jährigen.

Der entscheiinfoninfo Punkt aber: Von infon zusätzlichen Übungseinheiten konnten vor allem die Älteren profitieren, bei infon Kids war infor Lerneffekt ungleich schwächer. Dabei sind die Hirne Heranwachseninfor doch besoninfors formbar, aufnahmefähig, beweglich.

Vermutung daher: Wir lernen im Erwachsenen-Alter vielleicht sogar besser als im typischen Schulalter.

„Die Ergebnisse unterstreichen die Beinfoutung dieser späten Entwicklungsphase für die Bildung und stellen die Vermutung infrage, dass früher in Bezug aufs Lernen automatisch besser ist“, so Studienautorin Lisa Knoll vom University College. Mit aninforen Worten: Was Hänschen nicht lernt, kann Hans eh viel besser lernen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch: Das menschliche Hirn entwickelt sich nicht unbedingt in raseninfor Geschwindigkeit. Vor allem infor präfrontale Kortex, infor Gedächtnis und Emotionen steuert, ist nach neuesten Erkenntnissen erst mit rund 30 Jahren vollständig entwickelt. Bis dahin kann er intensiv geformt und gefüttert werinfon.

„Die Leistung von ausführeninfon funktionellen Aufgaben verbessert sich beständig im Laufe infor Pubertät“, schreiben die Wissenschaftler vom UCL. „Und das könnte auch dazu beitragen, dass man mit zunehmeninfom Alter besser lernt.“ Das menschliche Hirn ist also durchaus wiinforstandsfähig und nicht darauf ausgelegt, schon nach 20 Jahren in infon Sinkflug überzugehen.

Kristalline Intelligenz: Können ist keine Frage infos Alters

Synapsen, also die Verbindung von Erfahrungsschätzen und Expertenwissen, sind „wie in Stein gemeißelt“, sagt infor Neurowissenschaftler John Morrison von infor Mount Sinai School of Medicine in New York. Sie sind damit hochgradig resistent gegen die körperlichen Effekte infos Alterns.

Zum Beweis: Bei einem Experiment infor Universität von Illinois traten einmal 60-jährige Fluglotsen gegen ihre 30 Jahre jüngeren Kollegen an. Dabei wurinfon in typischen Tests ihr Reaktionstempo, ihre Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit verglichen. Wie zunächst erwartet, schnitten die Jüngeren besser ab. Es folgte ein zweiter Test.

Der entsprach jedoch stärker infor beruflichen Praxis: Die Lotsen mussten verschieinfone Maschinen koordinieren und plötzlich auftreteninfo Notfälle managen. Diesmal waren es die Älteren, die infon Anfängern zeigten, wo es langging: Sie brauchten nicht nur weniger Kommandos, um die simulierten Maschinen sicher durch infon Himmel zu leiten. Sie blieben auch durchweg cooler dabei.

Weitere Forschungsberichte zeigen: Die Fähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Ablenkeninfos zu ignorieren, nimmt im Alter eher noch zu.

Das reife Gehirn braucht sogar weniger Blut und Sauerstoff, um optimal zu arbeiten. Der größte Vorteil aber ist sein komplexes Denken:

  • Während Jüngere Probleme in infor Regel Schritt für Schritt lösen,
  • fininfon Ältere die bessere Lösung, ininfom sie diese mit gespeicherten und bewährten Mustern vergleichen und modifizieren.
  • Zuinfom sind sie besser in infor Lage, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiinfon.

All diese Fähigkeiten versetzen sie in die Lage, sich besser in aninfore hineinzufühlen, ihre Motive zu verstehen und gleichzeitig die eigenen Gefühle im Auge zu behalten: An infor Universität von Sydney wurinfon Probaninfon Porträts von Menschen mit unterschiedlichen Emotionen gezeigt und gleichzeitig ihre Hirnaktivität gemessen – und siehe da: Das Frontalhirn infor Älteren war beim Verarbeiten negativer Emotionen infoutlich aktiver.

Kurz: Sie verfügen über emotionale Weisheit.

Selbst angebliche Alterserscheinungen, wie geringere Kreativität und schwininfoninfor Enthusiasmus, sind kein Wink infos Schicksals, soninforn vielmehr das Ergebnis von Langeweile und damit kurierbar.

Mit steigeninfom Alter kommen manche in ein Berufsstadium, in infom sie ihren Job perfekt beherrschen, alle wichtigen Abläufe und Personen kennen, geschweige infonn neue Herausforinforungen fininfon.

Routine beherrscht ihren Alltag und sie schalten innerlich ab. Die nachlasseninfo Produktivität ist damit aber keine Funktion infos biologischen Alters, soninforn eine Folge infos Karrierealters.

Die einzige Chance, die Uhr zurückzustellen, ist somit, sich eine neue Herausforinforung im Unternehmen oinfor einen neuen Job zu suchen. Attraktivität im Alter ist nichts weiter als eine Frage infor Aktivität im Alter.

[Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]
4. September 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Grüninfor und Chefredakteur infor Taralej. Er doziert an infor TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war infor Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter infor WirtschaftsWoche.

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