Kündigungsschreiben: Gratis-Muster, Form, Inhalt, Tipps

Mit der Kündigung endet das bisheriges Arbeitsverhältnis. Sie ziehen Konsequenzen und wechseln den Job. Jetzt müssen Sie nur noch die Kündigung schreiben. Aufbau, Inhalt, Formalitäten – beim Kündigungsschreiben lauern allerdings zahlreiche Formfehler und rechtliche Risiken. Im Kündigungsschreiben müssen beispielsweise Fristen und Vorschriften beachtet werden, damit das Schreiben nicht juristisch unwirksam wird. Wir zeigen Ihnen in unserem Ratgeber, worauf Sie beim Kündigungsschreiben achten müssen und geben Ihnen kostenlose Muster und Vorlagen an die Hand, mit denen die Kündigung gelingt…

Kündigungsschreiben: Gratis-Muster, Form, Inhalt, Tipps

Kündigungsschreiben Muster: Download als PDF oder Word-Datei

Falls es Ihnen schwer fällt, eine Kündigung zu schreiben oder Sie noch Probleme mit der Formulierung haben – kein Problem. Im Folgenden finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Aufbau, Inhalt samt Musterformulierungen, die Sie sich gerne auch als kostenloses Kündigungsformular (PDF) oder als Musterkündigung (Word-Datei) herunterladen und jederzeit wieder verwenden können.

Zudem: Für ein formell korrektes Kündigungsschreiben brauchen Sie kaum Text. Kurz und präzise auf den Punkt gebracht, ist bei einem solchen Schreiben besser als irgendwelche Prosa. Die folgenden Muster und Vorlagen können Sie bequem zur sogenannten Arbeitnehmerkündigung nutzen…

Kündigungsschreiben Muster 1 (ausführliche Variante)


Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Neustadt

Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen

Datum (TT.MM.JJJJ)


Kündigung meines Arbeitsvertrages, Personalnummer: 12345678

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag, den ich mit Ihnen am TT.MM.JJJJ geschlossen habe, unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum TT.MM.JJJJ.

Ich bedanke mich für die gute und kollegiale Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Ich konnte viel in diesem Unternehmen lernen und bin für die stete Unterstützung, die Sie mir entgegengebracht haben, sehr dankbar. Ich bedauere, aus persönlichen Gründen diesen Schritt tun zu müssen und wünsche Ihnen und dem Unternehmen weiterhin von Herzen alles Gute.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieses Kündigungsschreibens sowie das genannte Datum, an dem der Arbeitsvertrag endet.

Zudem bitte ich Sie darum, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu erstellen und mir dies – wenn möglich – zusammen mit meinen Arbeitspapieren an die obige Adresse zukommen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann (handschriftliche Unterschrift)


Kündigungsschreiben Muster 2 (Kurzvariante)


Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Neustadt

Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen

Datum (TT.MM.JJJJ)


Kündigung

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich Ihnen meinen bestehenden Arbeitsvertrag ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Datum.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung sowie das Datum, zu dem der Arbeitsvertrag endet.

Überdies bitte ich Sie, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Für die bisherige Zusammenarbeit bedanke ich mich herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann (handschriftliche Unterschrift)

Beide Muster sowie zwei weitere Formulare und Vorlagen zum Kündigungsschreiben für Arbeitnehmer können Sie sich hier kostenlos als WORD-Dokument herunterladen (dazu einfach auf das Bild klicken):

Kündigungsschreiben Muster lang, kurz

Regeln und Formvorschriften für das Kündigungsschreiben

Die wichtigste Regel für das Kündigungsschreiben lautet nach § 623 BGB:

Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen.

Bereits hier werden immer wieder Fehler gemacht, weiß der Fachanwalt für Arbeitsrecht Arnd Potratz aus Köln: „Eine Kündigung per E-Mail oder Whatsapp ist unwirksam und führt nicht zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Oft ist es kein Fehler im Inhalt des Kündigungsschreibens, sondern die Art und Weise, wie gekündigt wird, die zu Problemen führt.“

Zudem ist es wichtig, das Kündigungsschreiben eigenhändig mit vollem Namen zu unterschreiben.

Die zweite formale Regel:

Die Kündigungsaussage muss eindeutig sein.

Lamentieren und labern sowie der Konjunktiv (zugespitzt: „hiermit würde ich ganz gerne mein Arbeitsverhältnis beenden…“) sind im Kündigungsschreiben tabu. Für den bisherigen Arbeitgeber muss sofort klar sein, dass Sie kündigen – und nichts anderes.

Ein schlichtes „Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Datum“ reicht völlig.

Damit Ihr Schreiben rechtswirksam ist, müssen Sie aber leider noch ein paar weitere Punkte beachten. Werden diese juristischen Vorschriften nicht eingehalten, kann das im schlimmsten Fall dazu führen, das der Arbeitgeber die Kündigung nicht akzeptiert und Sie vor das Arbeitsgericht ziehen müssen. Auf der sicheren Seite sind Sie leider nur, wenn Ihre Kündigung formal korrekt ist.

Kuendigungsschreiben Aufbau Mustervorlage Beispiel Regeln Tipps

Beachten Sie daher bitte folgende Formvorschriften:

Checkliste für das Kündigungsschreiben

  1. Briefkopf

    Ihr vollständiger Name inklusive Adresse ist genau wie der Name und die Anschrift Ihres Arbeitgebers ein absolutes Muss beim Kündigen. Orientieren Sie sich in diesem Fall am obigen Muster und lesen Sie die Daten immer noch einmal Korrektur, um keine Tippfehler zu machen.

  2. Datum

    Im Kündigungsschreiben müssen Sie gleich zwei Datumsangaben machen: Das Datum des Schreibens oben rechts. Dieses ist entscheidend dafür, ob Sie die Kündigung fristgerecht eingereicht haben oder zu spät. Und das Datum wann das Beschäftigungsverhältnis endet – also den letzten offiziellen Arbeitstag (Beispiel: „…kündige ich zum TT.MM.JJJJ“).

  3. Betreff

    Wie jedes offizielle Dokument benötigt auch das Kündigungsschreiben einen Betreff. Aus Gründen der Klarheit und Eindeutigkeit sollte hier das Wort Kündigung stehen. Das reicht als Überschrift auch. Falls vorhanden, können Sie an dieser Stelle auch Ihre Personalnummer angeben.

    Eine zweite Option ist die Angabe des Datums, an dem der Arbeitsvertrag unterschrieben wurde beziehungsweise zu welchem Datum er enden soll, Beispiel: Kündigung meines Arbeitsvertrages vom 1.3.2018 zum 1.8.2019. Auch können Sie direkt im Betreff erwähnen, wenn es sich um eine Kündigung in der Probezeit handelt.

  4. Adressat

    Die Kündigung muss sich in der Anrede an die zuständige Person richten, nicht an „Sehr geehrte Damen und Herren“. Entweder richten Arbeitnehmer Ihre Kündigung an Ihren Chef oder an die Personalabteilung. Wer in Ihrem Fall zuständig ist, sollten Sie vorher in Erfahrung bringen und sich in Ihrem Schreiben direkt an diese Person wenden.

  5. Kündigungserklärung

    Grundlegender Inhalt Ihres Kündigungsschreibens ist die Kündigungserklärung, also die unmissverständliche Aussage, dass Sie Ihr Arbeitsverhältnis beenden. Diese findet sich direkt im Einleitungssatz nach der Anrede. Es reicht ein knapper Satz, der mit den Worten hiermit kündige ich… beginnt. Mögliche Formulierungen sind beispielsweise Hiermit kündige ich mein meinen Arbeitsvertrag zum TT.MM.JJJJ, Hiermit kündige ich meinen bestehenden Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Termin oder auch Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist zum TT.MM.JJJJ.

  6. Kündigungsfrist

    In Ihrem Kündigungsschreiben müssen Sie unbedingt die Kündigungsfrist nennen, also genau angeben, zu welchem Termin Sie den Arbeitsvertrag kündigen. Das Datum, zu dem Sie kündigen können, bestimmt sich durch Ihre Kündigungsfrist. Im Normalfall beträgt die Frist für Arbeitnehmer vier Wochen zum Monatsende oder zum 15. eines Monats. Statt nur zu schreiben Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag. müssen Sie unbedingt das Datum einfügen, also Hiermit kündige ich fristgerecht zum TT.MM.JJJJ.

  7. Zusätzliche Bitten

    Den wichtigsten Inhalt haben Sie mit Kündigungserklärung und -frist abgedeckt. Zum Ende des Schreibens sollten Sie Ihren Arbeitgeber darum bitten, Ihnen das Kündigungsschreiben sowie den genannten Termin schriftlich zu bestätigen. So kann es später keine Unklarheiten mehr geben. Zusätzlich sollten Sie schon im Kündigungsschreiben um das Erstellen eines Arbeitszeugnisses bitten.

  8. Unterschrift

    Den Abschluss des Kündigungsschreibens bildet Ihre eigene, handschriftliche Unterschrift. Kein eingefügtes Bild der Unterschrift und auch nicht nur der getippte Name! Die Kündigung MÜSSEN Sie mit Ihrer Orignalunterschrift an den Arbeitgeber übermitteln, sonst ist sie womöglich unwirksam.

Achtung: Eine Kündigung ist endgültig. Die mündliche Aussage in Rage „Ich kündige“ ist zwar nicht rechtsbindend. Sobald Sie aber formal korrekt und schriftlich gekündigt haben, lässt sich das nicht mehr zurücknehmen. Ein „versehentlich gekündigt“ gibt es nicht.

Arbeitnehmer sollten sich in jedem Fall den Empfang der Kündigung bestätigen lassen, wenn sie diese im Sekretariat oder in der Personalabteilung abgeben. Eine Pflicht zur Empfangsbestätigung gibt es aber nicht. Wer ganz sicher gehen will, kann die Kündigung unter Zeugen (Kollegen, Betriebsrat) überreichen oder als Einschreiben mit Rückschein per Post senden.

Kündigung und Kündigungsfristen im Arbeitsrecht

Kündigungsschreiben Muster Vorlage Download Tipps ArbeitsrechtIm Arbeitsrecht ist eine Kündigung ein sogenanntes „empfangsbedürftiges einseitiges Rechtsgeschäft“, durch das ein regelmäßiges und dauerhaft laufendes Rechtsverhältnis (hier: Arbeitsverhältnis) beendet wird.

Klingt kompliziert, meint aber lediglich, dass durch die Kündigung ein Vertrag (obwohl von beiden Seiten geschlossen) einseitig beendet werden kann. Allerdings muss das Kündigungsschreiben dazu fristgerecht eingereicht werden. Genau deshalb ist – wie oben genannt – das Datum im Schreiben so wichtig, um die Frist einzuhalten.

Um zu garantieren, dass ein Kündigungsschreiben rechtzeitig vom Arbeitgeber erhalten wird, ist zudem die Zustellung von Bedeutung. „Zum Beispiel kann ein Zeuge bei der Übergabe im Streitfall bestätigen, dass das Kündigungsschreiben fristgerecht eingegangen ist“, empfiehlt Arbeitsrechts-Anwalt Arnd Potratz. „Werfen Sie das Schreiben in den Briefkasten, sollten Sie dies vorsichtshalber vormittags tun. So geht die Kündigung noch am selben Tag zu. Fotos können bei der Dokumentation helfen und zeigen, dass Sie das Kündigungsschreiben rechtzeitig eingereicht haben.“

Gerade bei der Kündigungsfrist müssen Sie, wenn Sie selbst kündigen, vier mögliche Bedingungen beachten:

  • Gesetzliche Kündigungsfrist: Laut § 622 BGB Abs. 1 kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.
  • Kündigungszeit nach Arbeitsvertrag: Es kann aber auch sein, dass der Arbeitsvertrag eine andere Frist vorgibt – insbesondere bei längerer Betriebszugehörigkeit. In dem gilt diese. Falls Sie vorher aus dem Vertrag wollen: Lesen Sie HIER weiter.
  • Tarifvertrag: Sobald Ihrem Arbeitsvertrag ein Tarifvertrag zugrunde liegt, gelten dessen vorgeschriebene Kündigungsfristen.
  • Probezeit: In der Regel dauert die Probezeit maximal sechs Monate. Innerhalb der Probezeit können beide Seiten – ohne Begründung – mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen kündigen. Siehe auch unser Dossier: Kündigung in der Probezeit

Kündigungsschreiben Ratgeber Checkliste PDFÜberdies gibt es in Deutschland vor allem fünf Kündigungsformen, die immer wieder zur Anwendung kommen: die betriebsbedingte Kündigung, die personenbedingte Kündigung, die krankheitsbedingte Kündigung, die verhaltensbedingte Kündigung und die fristlose Kündigung. Sie alle sind an jeweils unterschiedliche Voraussetzungen und Bedingungen geknüpft und haben teils unterschiedliche Konsequenzen (auch für den Lebenslauf). Welche das genau sind – und wie Sie der Kündigung wirksam widersprechen können, erfahren Sie in unserem kostenlosen Ratgeber (samt Checklisten) zu den einzelnen Kündigungsformen, den Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen können.

Eine Schnellübersicht mit weiterführenden Links finden Sie zudem hier:

Die verhaltensbedingte Kündigung

Dauerhaftes Zuspätkommen, Blaumachen (ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung), Beleidigung von Vorgesetzten, sexuelle Belästigung, Alkoholkonsum trotz Alkoholverbots, Rauchen trotz Rauchverbots, eine unzulässige Nebentätigkeit oder ein anderes vertragswidriges Verhalten können zu einer verhaltensbedingten Kündigung führen.

Eine solche Kündigung muss aber verhältnismäßig sein. Das bedeutet: Es darf für den Arbeitgeber kein milderes Mittel geben, mit dem er die Störung des Arbeitsverhältnisses beseitigen kann – etwa eine Ermahnung, Abmahnung oder Versetzung. Eine verhaltensbedingte Kündigung ist also nur vertretbar, wenn das Interesse das Arbeitgebers an einer Kündigung das Interesse des Arbeitnehmers an einer Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses überwiegt.

Achtung: Nach der verhaltensbedingten Kündigung kann die Bundesagentur für Arbeit eine Sperrzeit von zwölf Wochen verhängen. Folge: Der Anspruch auf Arbeitslosengeld verringert sich.

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:

Die fristlose Kündigung

Hierbei handelt es sich juristisch nicht mehr um eine ordentliche, sondern um eine außerordentliche Kündigung. Die fristlose Entlassung ist zugleich die wohl drastischste Form der Kündigung. Sie kann daher nur in besonders schweren Fällen ausgesprochen werden.

Zu den Gründen für eine fristlose Kündigung gehören beispielsweise eine Straftat (Diebstahl, Bestechung, Betrug, Unterschlagung, …) oder ein erheblicher Pflichtverstoß (Betriebsspionage, Rufschädigung, …), der die weitere Zusammenarbeit für den Arbeitgeber unmöglich macht. In den meisten Fällen muss der Chef aber zuvor eine Abmahnung aussprechen, die den Arbeitnehmer auf sein Fehlverhalten hinweist und ihm klarmacht, dass weitere Verstöße Konsequenzen haben. Betriebsspionage, schwerer Diebstahl und schwere Beleidigungen („Sie Arschloch!“) können mitunter aber zur sofortigen Entlassung führen.

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:

Die personenbedingte Kündigung

Viele denken irrtümlich, die personenbedingte Kündigung sei mit (schlechten) Leistungen des Arbeitnehmers verbunden. Richtig ist: Eine solche Kündigung kann nur ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seiner Eigenschaften oder Fähigkeiten, nicht mehr in der Lage ist, die Aufgaben des Arbeitsvertrags zu erfüllen (aus gesundheitlichen Gründen oder wegen eines schweren Unfalls).

In dem Fall muss die Genesungs-Prognose durch einen Arzt negativ sein. Heißt: Ist kurzfristige Besserung zu erwarten, darf KEINE personenbedingte Kündigung ausgesprochen werden. Zudem müssen vorab mildere Mittel geprüft werden: Also zum Beispiel eine Weiterbeschäftigung an einem anderen Arbeitsplatz, der den Eignungen entspricht oder eine Umschulung, um die Weiterbeschäftigung zu ermöglichen.

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:

Die krankheitsbedingte Kündigung

Wer krank ist, kann aus diesem Grund nicht gekündigt werden. Diese Meinung ist weit verbreitet – und falsch. Die krankheitsbedingte Kündigung ist kann unter bestimmten Umständen auch Arbeitsverhältnisse beenden, die unter den Kündigungsschutz fallen.

Die krankheitsbedingte Kündigung ist mit der personenbedingten eng verwandt. Entsprechend müssen auch hier drei Voraussetzungen erfüllt sein: Eine negative Gesundheitsprognose. Heißt: Der Arbeitgeber kann belegen, dass der Mitarbeiter künftig seine Arbeitsleistung krankheitsbedingt nicht (mehr) erfüllen kann. Zudem müssen die Betriebsabläufe durch die Krankheit massiv Schaden nehmen (sog. Interesssenbeeinträchtigung). Und schließlich muss der Arbeitgeber nachweisen, dass es ihm nicht zugemutet werden kann, das Arbeitsverhältnis aufrecht zu erhalten und es keine andere Möglichkeit der Weiterbeschäftigung gibt (sog. Interessenabwägung).

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:

Die betriebsbedingte Kündigung

Aufträge bleiben aus, eine Standort muss geschlossen werden oder der Arbeitgeber muss die Insolvenz anmelden. Diese und weitere Ursachen können mögliche Kündigungsgründe für eine betriebsbedingte Kündigung sein, mit der der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis beendet.

Man spricht hierbei auch davon, dass dringende betriebliche Erfordernisse vorliegen, die eine Weiterbeschäftigung unmöglich machen. Eine allgemeine wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens oder jüngste Umsatzeinbrüche reichen als Begründung allerdings nicht aus. Der Arbeitgeber muss hierfür konkrete (und langfristige) Gründe und Zahlen präsentieren. Die Hürde für eine betriebsbedingte Kündigung liegt also hoch. Der besondere Kündigungsschutz beispielsweise für Betriebsrat, Schwangere oder Menschen mit einer Behinderung besteht zudem weiter.

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:


Fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer

Die oben genannten Beispiele beziehen sich mehrheitlich auf die ordentliche Kündigung, für die Sie sich aus einem guten Grund entscheiden – welche guten und schlechten Gründe für eine Kündigung es gibt, finden Sie in diesem PDF. Daneben gibt es im Arbeitsrecht noch die außerordentliche beziehungsweise fristlose Kündigung – auch durch den Arbeitnehmer.

Sie ist dann möglich, wenn dem Arbeitnehmer aus einem wichtigen Grund nicht zumutbar ist, in dem Unternehmen weiter zu arbeiten.

Ein Arbeitgeber darf bekanntermaßen fristlos kündigen, wenn der Arbeitnehmer ihn beispielsweise bestiehlt oder durch Mobbing, sexuelle Belästigung oder üble Nachrede negativ aufgefallen ist. Gleiches gilt aber auch umgekehrt für Arbeitnehmer: Der darf ebenso eine fristlose Kündigung aussprechen, wenn sich Folgendes ereignet hat:

  • Die im Arbeitsvertrag vereinbarte Entlohnung bleibt länger aus.
  • Der Arbeitnehmer wird durch den Arbeitgeber bedroht, beleidigt oder gar tätlich angegriffen.
  • Der Arbeitgeber begeht nachweisliche Straftaten oder verlangt kriminelles Vorgehen von seinen Mitarbeitern.

Allerdings: Auch wenn diese Fälle einen trifftigen Grund für eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer darstellen – Sie müssen in jedem Fall wieder Fristen beachten. Nach § 626 Absatz 2 BGB ist der Kündigende zum Beispiel verpflichtet, innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis des Auslösers (also dem „wichtigen Grund“) zu reagieren.

Zudem müssen Sie – auf Verlangen – dem Arbeitgeber den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen. Erst dann gilt auch die außerordentliche Kündigung.

Kündigungsschreiben bei einem befristeten Vertrag

Kündigungsschreiben befristeter VertragEin befristeter Arbeitsvertrag sieht für gewöhnlich keine spezielle Kündigung oder Kündigungsfrist vor, da er von vornherein auf eine bestimmte Dauer begrenzt ist. Üblicherweise endet das Arbeitsverhältnis mit dem Ablauf des Vertrages automatisch.

Eine vorzeitige Kündigung ist für Arbeitnehmer daher nur möglich, wenn eine entsprechende Kündigungsklausel dies im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag festlegt. Im § 15 Absatz 3 und 4 Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) heißt es dazu:

(3) Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.

(4) Ist das Arbeitsverhältnis für die Lebenszeit einer Person oder für längere Zeit als fünf Jahre eingegangen, so kann es von dem Arbeitnehmer nach Ablauf von fünf Jahren gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate.

Eine weitere Möglichkeit, befristete Arbeitsverhältnisse vorzeitig zu beenden, ist die oben schon erwähnte außerordentliche, fristlose Kündigung aus wichtigem Grund. Also bei einer schweren Pflichtverletzung des Arbeitgebers.

FAQ zum Kündigungsschreiben: Antworten auf die häufigsten Fragen

Beim Kündigungsschreiben wollen Sie verständlicherweise alles richtig machen. Niemand möchte durch Fehler bei der Kündigung einen möglichen Übergang zum neuen Arbeitgeber gefährden. Da es im Arbeitsrecht eine Menge zu beachten gilt, ist die Unsicherheit groß.

Wir haben deshalb die häufigsten Fragen unserer Leser zum Kündigungsschreiben hier noch einmal in einer FAQ-Liste zusammengefasst und beantwortet…

Droht mir eine Sperre beim Arbeitslosengeld?

Üblicherweise: Ja. Wer selbst kündigt, unterliegt einer dreimonatigen Sperre des Arbeitslosengeldes I. Ausnahmen sind Fälle, in denen Sie gemobbt wurden oder anderweitigen Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt waren. Allerdings müssen Sie diese ärztlich nachweisen können. So will es das Arbeitsrecht. Eine weitere Ausnahme liegt vor, wenn Sie aus privaten Gründen in eine andere Stadt ziehen müssen. Sei es, weil Ihr Partner beispielsweise an einem anderen Ort arbeitet. Oder weil Sie einen Angehörigen pflegen müssen.

Ich habe mehrere Jobzusagen. Kann ich mit dem Kündigungsschreiben auch einen Job kündigen, den ich noch gar nicht angetreten habe?

Gemeint ist also eine sogenannte Kündigung vor Arbeitsantritt. So etwas ist heikel, da man es sich mit diesem Arbeitgeber für die Zukunft definitiv verscherzt. Ob es rechtlich möglich ist, hängt wiederum von entsprechenden Klauseln im Arbeitsvertrag ab: Wenn dort eine Kündigung vor Arbeitsantritt ausgeschlossen wird, müssen Sie sich an die gesetzliche Kündigungsfrist halten, anderenfalls ist eine gütliche Einigung mit dem Arbeitgeber sinnvoll.

Ich habe das Kündigungsschreiben schon eingereicht. Was passiert jetzt mit meinem Resturlaub?

Ihr Urlaubsanspruch bleibt nach einer Kündigung bestehen. Wird die Kündigung frühestens am 1. Juli wirksam, steht Ihnen der volle gesetzlich zugesicherte Urlaub zu. Hierfür muss das Arbeitsverhältnis jedoch mindestens sechs Monate bestanden haben. War das Arbeitsverhältnis kürzer oder liegt der Kündigungstermin in der ersten Jahreshälfte, muss der Urlaub laut Arbeitsrecht nur anteilig gewährt werden.

Muss ich den Grund nennen, weshalb ich kündige oder mich für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses entschieden habe?

Nein, müssen Sie nicht! Warum Sie kündigen, können Sie im Kündigungsschreiben erwähnen, müssen Sie aber nicht. Vor allem wenn das geschieht, weil Sie den Job, den Chef, die Kollegen satt haben oder endlich fair bezahlt werden, weil Ihr bisheriger Arbeitgeber dies nicht tut, sollten Arbeitnehmer das so nicht sagen. Frust gehört NIE in ein Kündigungsschreiben – egal wie unglücklich und unzufrieden Sie bei diesem Arbeitgeber waren.

Wie kündigt man richtig: Zum ersten Tag nach der Beschäftigung oder zum letzten Tag der Beschäftigung? Also zum Beispiel „zum 31.12.“ oder „zum 1.1.“?

In der Regel wird die Kündigung zum Monatsende ausgesprochen. Vereinfacht heißt das, dass Sie – wie im Beispiel – zum 31.12, also dem letzten Arbeitstag kündigen. Eine mögliche Formulierung ist dann etwa: „hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach meiner Berechnung der [Beendigungsdatum/Monatsende].“ Oder: „hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht. Dieses endet dann mit Ablauf des 31.12.JJJJ.“

Ab wann muss ich die Kündigung aussprechen? Reicht es, wenn ich mit Anfang der Kündigungsfrist kündige oder sollte ich schon vorher (ab Planung der Kündigung) mit meinem Chef reden?

Ein Arbeitnehmer kann jederzeit kündigen. Erst ab diesem Datum läuft die Frist. Die Kündigungsfrist ist in der Regel im Arbeitsvertrag festgelegt. Entscheidend ist also, wann Sie aus dem Vertrag heraus wollen. Wenn die Kündigung beschlossene Sache ist, lässt sich jederzeit mit dem Chef darüber reden. Es ist ja sogar nur fair, ihn rechtzeitig einzuweihen.

Kann ein Kündigungsschreiben frühzeitig eingereicht werden und sich erst auf einen späteren tatsächlichen Austrittstermin beziehen, der die Kündigungsfrist überschreitet?

Sie haben die Entscheidung getroffen, den Job zu wechseln und vielleicht war Ihre Jobsuche sogar schon erfolgreich und in vier Monaten beginnt ein neues Arbeitsverhältnis. Ihre Kündigungsfrist beträgt aber nur vier Wochen – müssen Sie nun drei Monate warten, bevor Sie Ihr Kündigungsschreiben einreichen können? Nein, bei der Frist handelt es sich lediglich um eine Mindestangabe. Solange Sie in Ihrem Kündigungsschreiben klar und zweifelsfrei deutlich machen, zu welchem Zeitpunkt die Kündigung wirksam werden soll, können Sie das Schreiben auch vorher einreichen. So können Sie mit einer vierwöchigen Kündigungsfrist beispielsweise bereits im September das Kündigungsschreiben an das Unternehmen übermitteln und das Arbeitsverhältnis ordentlich zum 31. Dezember beenden. Das Arbeitsrecht lässt Ihnen da freie Hand.

Spricht etwas formal dagegen, die Kündigung in der Du-Form anstatt in der Sie-Form zu schreiben? In unserem Unternehmen wird allgemein geduzt – selbst gegenüber der Geschäftsführung.

Da sich mit der Kündigung die (Arbeits-)Beziehung grundsätzlich ändert, erst recht wenn sie einseitig ausgesprochen wird, empfehlen wir immer die neutralere SIE-Form. „Du – ich mach Schluss mit dir“ macht es für den Arbeitgeber auch nicht sympathischer. Kündigung bleibt Kündigung.

Soll ich das Kündigungsschreiben per Post schicken oder persönlich übergeben?

Mehr Stil und Größe hat es, das Kündigungsschreiben persönlich zu überreichen und so die Kündigung auszusprechen. Das gilt vor allem, wenn Sie sich im Guten trennen und keine Probleme mit dem Vorgesetzten bestehen. Natürlich können Sie auch per Post kündigen. Ob in der Probezeit oder nach fünf Jahren Betriebszugehörigkeit: Sie wirken immer souveräner, wenn Sie das Schreiben persönlich überreichen.

Muss ich den Arbeitgeber im Voraus über eine geplante Kündigung des Arbeitsverhältnisses informieren?

Vorab informieren müssen Sie natürlich niemanden. Wenn Sie vorhaben, in einigen Wochen oder Monaten zu kündigen, sind Sie nicht verpflichtet, Ihrem Chef das mitzuteilen. Auch hier kommt es lediglich auf die Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag an. Das Kündigungsschreiben ist ja in der Regel nicht mit dem sofortigen Abschied verbunden, da eben zunächst die Kündigungsfrist einzuhalten ist. Diese Zeit bleibt dem Unternehmen, um nach dem Erhalt Ihres Kündigungsschreibens nach Ersatz für Sie zu suchen.

Ich hab am 1.8. eine Ausbildung im Einzelhandel begonnen. Jetzt bin ich leider schon seit 6 Wochen krankgeschrieben. Dadurch bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob das der richtige Job für mich ist. Ich bin noch in der Probezeit und kann es mir nicht leisten, eine Sperre vom Arbeitsamt zu bekommen. Was kann ich tun?

Wird der Arbeitsvertrag vom Arbeitnehmer gekündigt, hat er oder sie die anschließende Arbeitslosigkeit selbst herbei geführt. Damit droht so gut wie immer eine Sperre bei der Arbeitsagentur. Dazu ist es unerheblich, ob in der Probezeit gekündigt wurde oder danach. Wer diese Sperre umgehen will, kann sich also nur kündigen lassen. Der beste Weg ist, direkt mit dem Arbeitgeber zu sprechen, zu sagen, dass der Job nicht passt und die Umstände zu erklären, warum man gerne hätte, dass einem gekündigt wird. Die meisten dürften das verstehen. Aber Achtung: Außerhalb der Probezeit gilt natürlich der gesetzliche Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber braucht dann einen gültigen Grund, um Ihnen zu kündigen. Das ist nicht ganz leicht, weil zum Beispiel eine verhaltensbedingte oder fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses negativ auf Sie zurückfallen könnte.

Ich habe eine 6-monatige Kündigungsfrist bei einer großen deutschen Versicherung. Ich will aber schon nach einem Monat weg. Was kann passieren, wenn ich kündige und langsam aufhöre in die Arbeit zu kommen oder Homeoffice für paar Monate mache, wo ich nur teilweise erreichbar bin? Also, alles nur Maßnahmen für den Fall dass sie mir einen Aufhebungsvertrag verweigern.

Die Verlockung ist groß eine vorzeitige Kündigung des Arbeitsverhältnisses zu provozieren. Doch das ist nie eine gute Idee. Die angesprochenen Maßnahmen begründen eine verhaltensbedingte bis fristlose Kündigung (etwa wegen Arbeitsverweigerung), was dann auch im Arbeitszeugnis Eingang finden kann – und das läuft einem ein Arbeitsleben lang nach. Daher: keine gute Idee! Wesentlich besser ist, hier eine gütliche Einigung per Verhandlung zu finden. Zur Not mit Hilfe eines Fachanwalts für Arbeitsrecht. Der findet im Arbeitsvertrag vielleicht auch noch eine hilfreiche Klausel.


Video-TIPP: Achten Sie bei der Kündigung auf eine „Hin-Zu-Motivation“!

Zum Abschluss haben wir als kurzes Video noch einen Tipp zur Motivation, die hinter Ihrem Kündigungsschreiben stecken sollte:

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

3. April 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Taralej. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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