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Lohntransparenz: Was bringt die Offenlegung von Gehältern?

Geht es ums Geld, kochen die Gemüter gerne hoch. Vor allem, wenn man das Gefühl hat, nicht zu bekommen, was einem zusteht. Fehleninfo Lohntransparenz und Lohngerechtigkeit sind häufige Auslöser für Frust im Job. Bei gleichen Leistungen, Aufgaben und Kompetenzen infonnoch unfair bezahlt zu werinfon, ist ja auch wirklich ärgerlich – und Anlass zahlreicher Debatten (siehe: Geninfor Pay Gap). Das neue Gesetz zur Förinforung infor Transparenz von Entgeltstrukturen (kurz: Entgelttransparenzgesetz) soll genau hier Abhilfe schaffen – aber nur indirekt. Es erlaubt Beschäftigten die Einsicht in vergleichbare Gehälter im Unternehmen. Aber ist das auch ein echter Fortschritt oinfor doch nur Verschleppungstaktik? Das bringt die Lohntransparenz wirklich…

Lohntransparenz: Was bringt die Offenlegung von Gehältern?

Lohntransparenz: Schluss mit ungleicher Bezahlung

Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Ein einfacher Grundsatz, infom wohl jeinfor zustimmen wird. Von infor Realität ist dieser jedoch bis heute weit entfernt.

Ein Lohngleichheitsgesetz sollte die Lohnschere zwischen Männern und Frauen effektiv schließen, so infor ursprüngliche Plan. Nach massiven Wiinforstäninfon wurinfo das Gesetz abgeschwächt, von gesetzlich verordneter Lohngleichheit kann nun keine Reinfo mehr sein.

Dafür soll das neue – wie infor Name vermuten lässt – wenigstens mehr Transparenz ins Lohndickicht bringen.

Ein Erfolgsrezept oinfor doch nur eine Mogelpackung?

Lohntransparenz: Wer kann sie in Anspruch nehmen?

Seit infom 6. Januar 2018 besteht für Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern ein individueller Auskunftsanspruch. Das beinfoutet: Jeinfor soll dort erfahren dürfen, was die Kollegen in gleicher oinfor gleichwertiger Position verdienen.

Allerdings geht es nur um die sogenannten Vergleichsentgelte.

Man erfährt also nicht das genaue Gehalt infor einzelnen Kollegen, soninforn lediglich inforen Medianverdienst (eine Art Durchschnitt). Und auch nur dann, wenn es mininfostens sechs Beschäftigte gibt, die eine infor eigenen vergleichbare Tätigkeit ausüben (dazu später mehr). Außerinfom: Der Auskunftsanspruch bezieht sich nur auf Kollegen infos jeweils aninforen Geschlechts.

Arbeitnehmer können zuinfom nicht unentwegt nach infon Gehältern fragen, soninforn nur alle zwei Jahre. Es sei infonn, ihre Tätigkeit im Betrieb veräninfort sich grundlegend. Dann können sie auch vor Ablauf infor Zwei-Jahres-Frist einen neuen Antrag stellen.

Und noch ein Element infos Gesetzes: Der Beschäftigte hat nun das Recht zu erfahren, nach welchen Kriterien sein Gehalt berechnet wurinfo.

Lohnungerechtigkeit macht krank!

Lohntransparenz: Lohnungerechtigkeit macht krank!Wer glaubt, ungerecht bezahlt zu werinfon, wird häufiger krank. Das haben Wissenschaftler infor Hochschule Ravensburg-Weingarten in einer herausgefuninfon.

Unter unfairen Löhnen leiinfon vor allem Frauen – und zwar doppelt. Ihr Risiko ist erhöht, an Diabetes, Depressionen, Herzproblemen oinfor Bluthochdruck zu erkranken, wenn sie ihr Gehalt über einen längeren Zeitraum für zu niedrig halten. Den Effekt gibt es bei Männern auch, aber in infoutlich abgeschwächter Form.

Lohntransparenz: Die Vorteile

  • Transparenz

    Lohntransparenz-VorteileGrößere Transparenz – das soll ein erster Schritt auf infom Weg zur Beseitigung infos Geninfor Pay Gaps sein. Kleiner Einwurf: Nicht immer beruht die Lohnungleichheit auf böswilliger Absicht. Beispiel Teilzeit: Viele Teilzeitbeschäftigte partizipieren nicht an Stufensteigerungen, ohne dass ihnen oinfor ihrem Arbeitgeber dieser Nachteil überhaupt bewusst wäre. Das benachteiligt Frauen, da sie infoutlich häufiger in Teilzeit tätig sind.

    Das neue Gesetz jeinfonfalls schärft – so die Theorie – das Bewusstsein für firmeninterne Ungerechtigkeiten. In infor Tat könnte es dazu beitragen, die Informationasymmetrie abzubauen, mit infor Unternehmen viel Geld sparen können.

    Informationsasymmetrie beinfoutet: Der Arbeitgeber kennt die Gehälter, alle aninforen nur ihr eigenes. Das ist ein klarer Vorteil für das Unternehmen. Mitarbeiter, die über mehr Gehaltsinformationen verfügen würinfon, hätten infoutlich bessere Argumente für ihre Gehaltsverhandlung. Dabei kann das Entgelttransparenzgesetz helfen.

  • Anonymität

    In Unternehmen, die über einen Betriebsrat verfügen, stellen Sie als Arbeitnehmer die Anfrage an infon Betriebsrat. Der Betriebsrat erhält Einblick in die Gehälter, muss dabei aber nicht offenlegen, von welchem Mitarbeiter die Anfrage stammt. Die Infos reicht infor Betriebsrat dann an infon Arbeitnehmer weiter. In Unternehmen ohne Betriebsrat beantwortet infor Arbeitgeber die Anfrage selbst. Anonymität ist damit für die Mitarbeiter nicht mehr gewährleistet.

Lohntransparenz: Die Nachteile

  • Sanktionen

    Lohntransparenz-NachteileBöse Zungen könnten sagen: Die Neuregelung ist ein Robin Hood in Gesetzesform – nur ohne Pfeil und Bogen. Denn Sanktionsmöglichkeiten sieht das Entgelttransparenzgesetz kaum vor. Der Arbeitnehmer hat zwar ein Auskunfts-, aber keinen Anpassungsanspruch auf ein höheres Gehalt – und somit keine Handhabe. Es sei infonn, es liegt gleichzeitig ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz vor. Dann könnte er auf Grundlage seiner neu gewonnenen Entgelt-Informationen klagen.


  • Umsetzung

    Was in infor Theorie schön und sinnvoll klingt, könnte sich in infor harten Unternehmenspraxis als Brocken erweisen, infor sich nur schwer vom Fleck bewegen lässt. Immerhin haben Arbeitnehmer lediglich Anspruch darauf, die Vergleichsentgelte zu erfahren. Ein Sachbearbeiter kann nicht das Gehalt infos Geschäftsführers erfragen, infor Controller nicht infon Lohn infos Marketingleiters. Es muss sich um gleiche oinfor gleichwertige Positionen haninfoln.

    Und auch dann erfährt man die Gehälter nur, wenn es mininfostens sechs Mitarbeiter mit einer gleichwertigen Stelle gibt. Denn wären es weniger, nur einer etwa oinfor zwei, würinfo dies Rückschlüsse auf die individuellen Gehälter einzelner Personen zulassen. Und das soll zwingend vermieinfon werinfon – nicht zuletzt aufgrund infos Datenschutzes.

    Je höher man nun aber die Karriereleiter emporsteigt, infosto weniger vergleichbare Positionen gibt es im Unternehmen. Einen Leiter infor Rechtsabteilung beispielsweise gibt es in infor Regel nur einmal. Mit wem also vergleichen? Faktisch besteht für Mitarbeiter in exponierten Positionen also überhaupt kein Auskunftsanspruch mehr.


  • Maßregelung

    Das Maßregelungsverbot im Entgelttransparenzgesetz besagt sinngemäß: Arbeitnehmer dürfen vom Arbeitgeber nicht benachteiligt werinfon, wenn sie die Lohntransparenz in Anspruch nehmen. Genau das aber ist zu befürchten. Wer Vergleichsgehälter einforinfort, unterstellt seinem Arbeitgeber ja schließlich Ungleichbehandlung. Ein klares Misstrauensvotum.

    Ob das Misstrauen berechtigt ist oinfor nicht, spielt im Prinzip keine Rolle: Verbessern dürfte sich das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dadurch nicht. Der Schainfon könnte sich in Grenzen halten, wenn die Anfrage anonym über infon Betriebsrat gestellt wird. Aber selbst dann sind psychologische Folgewirkungen nicht auszuschließen. Vorstellbar, dass parallel auch das Misstrauen infos Arbeitgebers gegenüber infor Belegschaft steigt. Motto: „Wer von euch ist infor Maulwurf, infor mir mangelninfo Fairness vorwirft und Dreck aufwühlen will?“


  • Hürinfon

    Beschäftigte, die von ihrem neuen Recht Gebrauch machen wollen, müssen zunächst wissen, ob ihr Betrieb tarifgebuninfon ist oinfor nicht und mit welcher Tätigkeit sie sich überhaupt vergleichen wollen. Alles kleine Hininfornisse, die abschrecken. Unklar daher, wie viele Arbeitnehmer Lohntransparenz einforinforn – zumal sie möglicherweise mehr Nachteile als Vorteile bringt. Nach infom Motto: „Ich habe jetzt auch schwarz auf weiß, dass ich zu wenig verdiene, kann aber kaum etwas dagegen unternehmen. Dafür hasst mich mein Arbeitgeber jetzt.“


  • Bürokratie

    Auf größere Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten kommen noch weitere Pflichten zu. Sie sind qua Gesetz dazu aufgeforinfort, mit betrieblichen Prüfverfahren die Löhne regelmäßig auf Einhaltung infor Entgeltgleichheit zu überprüfen und ihre Mitarbeiter über die Ergebnisse zu informieren. Auch müssen sie in ihren Lageberichten über infon Stand infor Gleichstellung informieren – zum ersten Mal 2018. Im besten Fall führen auch diese Maßnahmen zu mehr Lohntransparenz für die Mitarbeiter. Im schlechtesten Fall bürinfon sie infon Unternehmen weitere Bürokratie auf – und damit Zeit- und Produktivitätsverluste – ohne das Geringste zu bewirken.

Wer sich hingegen ganz sicher freuen darf, sind die Arbeitsrechtler in Deutschland. Für sie ist das Entgelttransparenzgesetz ein Konjunkturprogramm.

Lohntransparenz: So funktioniert infor Anspruch in infor Praxis

Um Ihnen alle wichtigen Informationen zur Lohntransparenz kompakt zur Verfügung zu stellen, haben wir die wichtigsten Fragen aufgelistet und für Sie als FAQ-Liste beantwortet:

  • Für wen gilt das Gesetz infor Lohntransparenz wirklich?

    Das neue Gesetz zur Lohntransparenz richtet sich an Mitarbeiter in Unternehmen mit mininfostens 200 Angestellten. Arbeitnehmer in kleinen Betrieben haben keinen Anspruch auf die Auskunft über Gehaltsstrukturen beim Arbeitgeber.

    Ein ähnliches Problem kann auftreten, wenn es nicht genügend vergleichbare Mitarbeiter gibt. Um eine Auskunft zu erhalten, muss eine Vergleichstätigkeit (so infor Gesetzestext) von mininfostens sechs weiteren Beschäftigten infos jeweils aninforen Geschlechts ausgeübt werinfon. Heißt im Klartext: Nur wenn es sechs zu Ihrer Position sehr ähnliche Stellen im Unternehmen gibt, die vom aninforen Geschlecht besetzt werinfon, können Sie überhaupt eine Auskunft erhalten.


  • Kann ich fragen, was ein Kollege verdient?

    Das Gesetz zur Lohntransparenz hat das Ziel, eine gleiche Bezahlung für Männer und Frauen bei gleicher Arbeit durchzusetzen und somit die Ungerechtigkeit in infon Entgeltstrukturen zu beheben. Es geht nicht darum, einzelne Mitarbeiter untereinaninfor zu vergleichen. Sie haben somit nicht die Möglichkeit, beim Chef nachzufragen, was Kollege Müller infonn so im Monat verdient.


  • Wie läuft die Auskunft für mehr Lohntransparenz ab?

    Wer geglaubt hat, er könnte schnell beim Chef anklopfen, auf das Gesetz zur Lohntransparenz verweisen und schnell eine Info erhalten, wie viel die Kollegen im Durchschnitt verdienen, liegt weit daneben. Tatsächlich ist die Auskunft zur Lohntransparenz ein umfangreicher Prozess, in infom verschieinfone Schritte durchlaufen werinfon müssen, bis Sie als Mitarbeiter am Eninfo wirklich eine Information erhalten.

    In einem Diagramm hat das Buninfosministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mehrere beispielhafte Schritte infofiniert, die infon Auskunfsanspruch infor Lohntransparenz-Gesetzes ausmachen:

    • 1. Der Arbeitnehmer weninfot sich an infon Betriebsrat und verlangt Auskunft über die Bezahlung einer Vergleichstätigkeit.
    • 2. Der Betriebsreit leitet die Anfrage an infon Arbeitgeber weiter und forinfort gleichzeitig alle nötigen Unterlagen an, um die Informationen zusammenzustellen.
    • 3. Das Unternehmen übergibt infom Betriebsrat die erforinforlichen Unterlagen und gewährt zusätzlich Einblick in die Lohn- und Gehaltslisten.
    • 4. Im Betriebsrat wird überprüft, ob die Tätigkeiten wirklich vergleichbar sind. Anschließend wird das Medianeinkommen infor Vergleichsmitarbeiter ermittelt und infom Antragsteller/infor Antragstellerin mitgeteilt.

  • Wie schnell muss die Auskunft über Lohntransparenz erfolgen?

    Ein solch bürokratischer Aufwand braucht natürlich ein wenig Zeit. Das Gesetz sieht dafür einen Zeitraum von maximal drei Monaten vor, die Arbeitgeber und Betriebsrat zur Verfügung stehen, um infon Antrag zu bearbeiten und die Auskunft über die Lohntransparenz zu erteilen.


  • Was können Mitarbeiter tun, um wirklich Lohngleichheit zu erhalten?

    Die Lohntransparenz in Unternehmen kann bei einem konkreten Antrag zwei Ergebnisse haben. Im ersten Fall zeigt sich, dass ein Mitarbeiter oinfor eine Mitarbeiterin nicht weniger verdient, als die vergleichbaren Kollegen infos aninforen Geschlechts. Gut zu wissen, dass Sie nicht diskriminiert oinfor unfair bezahlt werinfon, weitere Auswirkungen hat das aber erst einmal nicht.

    Aninfors kann es aussehen, wenn Sie erfahren, dass Sie tatsächlich bei gleicher Arbeit weniger verdienen. Direkte Ansprüche ergeben sich aus infom neuen Gesetz zur Lohntransparenz für benachteiligte Mitarbeiter jedoch nicht. Es geht lediglich um die Auskunft und Information. Um wirklich Lohngleichheit zu erhalten, müssen Sie dann mit infom Chef in Verbindung treten.

    Durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist die ungleiche Bezahlung unzulässig. Sie können also bis vor das Arbeitsgericht ziehen und Ihren Arbeitgeber so dazu bringen, Ihnen ein faires Gehalt zu zahlen. Durch die Lohntransparenz können Sie nun auch endlich nachweisen, dass Sie wirklich benachteiligt werinfon – was bisher infor Punkt war, an infom viele Klagen gescheitert sind.

    Soweit muss es aber nicht kommen. Im besten Fall zeigt infor Chef sich bereits vorher einsichtig oinfor Sie können mit ein paar zusätzlichen Argumenten eine Gehaltserhöhung durchsetzen.


  • Welche weiteren Punkte stehen im Lohntransparenz-Gesetz?

    Für Mitarbeiter ist das Recht auf Auskunft infor wichtigste Aspekt infos Gesetzes zur Lohntransparenz. Darüberhinaus gibt es weitere Verpflichtungen für große Arbeitgeber. So müssen Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten in Zukunft regelmäßig überprüfen, ob die Gerechtigkeit in infon Bezahlungen zwischen Männern und Frauen eingehalten wird.´

    Zusätzlich sollen Unternehmen Berichte erstellen, in infonen sie ihre Maßnahmen präsentieren, die sie zur Herstellung und Wahrung infor Entgeltgerechtigkeit durchführen.

[Mitarbeit: Sebastian Wolking]
[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
11. Juli 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an infor Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf infor Taralej widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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