Midlife Crisis: Auslöser, Symptome, Chancen

Die Midlife Crisis scheint immer weit weg zu sein und wenn überhaupt, sind davon nur andere betroffen. Die Realität sieht ganz anders aus. Die Krise in der Lebensmitte ist weit verbreitet und wirft viele Männer und Frauen aus der Bahn. Bevor Sie glauben, dass Sie geschützt sind: Eine Midlife Crisis kann jeden vollkommen unerwartet treffen. Umso besser, wenn Sie sich rechtzeitig mit einer möglichen Midlife Crisis auseinander gesetzt haben. Eine wichtige Frage lautet: Was tun, wenn die Midlife Crisis kommt? Hier erfahren Sie, was genau eine Midlife Crisis ausmacht, welche Ursachen und Symptome es gibt und welche Wege es gibt, um wieder aus der Krise herauszukommen…

Midlife Crisis: Auslöser, Symptome, Chancen

Definition: Was ist die Midlife Crisis?

Midlife Crisis DefinitionDie Midlife Crisis ist jedem ein Begriff und es ist ein Thema, dass ab einem gewissen Alter in aller Munde ist. Wer die Krise jedoch nicht selbst miterlebt hat – entweder weil er selbst oder jemand im direkten Umfeld darunter gelitten hat – weiß oft nicht genau, was sich eigentlich dahinter verbirgt.

Viele denken deshalb zunächst an Klischees und scheinbar typische Verhaltensweisen in der Midlife Crisis: Es wird ein deutlich jüngerer Partner gesucht, die grauen Haare werden gefärbt oder – ein klassisches Beispiel für die männliche Midlife Crisis – es wird ein Motorrad gekauft, obwohl vorher noch nie oder das letzte Mal vor 25 Jahren gefahren wurde.

So klischeehaft läuft die Midlife Crisis nur selten ab. Bleibt die Frage, was genau die Krise in der Lebensmitte ausmacht.

Dem Duden zufolge ist eine Midlife Crisis eine…

(vor allem in Bezug auf Männer) krisenhafte Phase in der Mitte des Lebens, in der jemand sein bisheriges Leben kritisch überdenkt, gefühlsmäßig in Zweifel zieht; Krise des Übergangs vom verbrachten zum verbleibenden Leben

Geprägt wurde der Begriff 1965 von dem kanadischen Psychoanalytiker Elliott Jaques, daher die englische Bezeichnung, die übersetzt Lebensmittekrise bedeutet.

Jaques hatte vorrangig Männer, darunter zahlreiche Künstler, untersucht und festgestellt, dass sie im mittleren Alter häufig unter Krisen litten. Einer breiteren Masse bekannt wurde der Begriff allerdings erst 1974 durch das Buch „In der Mitte des Lebens“ der amerikanischen Autorin Gail Sheehy.

Wissenschaftler sind sich längst nicht bei allen Fragen zur Midlife Crisis einig, fest steht jedoch, dass es sich dabei nicht um eine Krankheit handelt. Vielmehr ist es eine Sinnkrise, die mit Grübeleien, Unsicherheit, vielleicht auch Unzufriedenheit und Ängsten sowie Verhaltensänderungen einhergeht.

Gibt es die Midlife Crisis überhaupt?

Midlife Crisis DauerAber eine grundlegende Frage wird nur selten gestellt: Gibt es die Midlife Crisis überhaupt wirklich? Gerade weil die Sinnkrise so bekannt ist, wird sie selten hinterfragt.

Eine Studie der kanadischen University of Alberta hat genau das getan und behauptet: Alles Unfug, so etwas wie eine Midlife Crisis existiert nicht. Im Gegenteil. Die Psychologen begleiteten 900 Personen über einen Zeitraum von 25 beziehungsweise 14 Jahren und befragten ihre Probanden regelmäßig nach ihrer Zufriedenheit.

Ergebnis: Je älter die Menschen wurden, desto glücklicher waren sie.

Und: Am glücklichsten waren zur Lebensmitte die Personen, die verheiratet waren, einen Job und keine gesundheitlichen Probleme hatten. Auch eine höhere Bildung wirkt sich positiv aus.

Aber auch die Gegenseite hat Argumente. Beispielsweise lassen sich Frauen, nehmen wir mal jene aus der Schweiz, im Schnitt mit 46 Jahren scheiden, die Schweizer Männer mit 48. Ein Hinweis für die große Lebenskrise?

Andrew Oswald von der University of Warwick und Alexander Weiss von der University of Edinburgh vermuten sogar eine evolutionäre Veranlagung für die Midlife Crisis:

Anlass dafür gab eine Studie mit 508 Menschenaffen, deren Betreuer nach dem Wohlbefinden der Orang-Utans und Schimpansen befragt wurden. Dabei fiel auf, dass es den Affen in der Lebensmitte schlechter ging als in der Jugend oder im Alter.

Was sind die Auslöser einer Midlife Crisis?

Als Auslöser für eine Midlife Crisis steht häufig eine Frage im Zentrum: Soll das wirklich schon alles gewesen sein? In der Mitte des Lebens verändert sich oftmals die Wahrnehmung und es wird bewusst, dass ein beträchtlicher Teil des Lebens bereits gelebt ist.

Der erste Teil des Lebens hat einen klaren Fokus: die Zukunft. Der Kindergarten macht uns fit für die Schule, die Schule fit für die Uni, die Uni fit für den Arbeitsmarkt. Und so weiter. Das Leben spielt sich – sehr oft zumindest – nicht im Hier und Jetzt ab, sondern im Morgen.

Immer stehen nächste Schritte in Aussicht, Planungen für die Zukunft, Ziele und Träume, die noch erreicht werden wollen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem das meiste davon abgearbeitet ist. Sie haben die Welt bereist, einen guten Job, Kinder großgezogen… Plötzlich wird mit dem Blick nach vorne befürchtet, dass es von nun an nur noch schlechter wird und bergab geht.

Dann schlägt die Stunde der Midlife Crisis. Ein einzelner Auslöser oder konkreter Zeitpunkt, der die Krise lostritt, lässt sich dabei nicht identifizieren. Vielmehr spielen verschiedene Faktoren eine Rolle und können beeinflussen, wann und wie stark die Midlife Crisis auftritt.

  • Physische Auslöser

    Ab einem gewissen Alter setzen bei jedem die ersten körperlichen Veränderungen ein. Der Hormonspiegel ändert sich, bei Männern wird weniger Testosteron produziert, die Potenz lässt nach, Falten machen sich bemerkbar, die Haare werden grau oder fallen aus. Frauen kommen in die Wechseljahre, die Sehfähigkeit lässt nach und Probleme mit der Gesundheit, die es früher noch nie gab, treten zunehmend auf.

  • Psychische Auslöser

    Die Erkenntnis, dass rein rechnerisch die Hälfte des Lebens bereits vorbei ist, trifft viele wie ein Schlag. Die eigenen Eltern werden gebrechlich, es gab bereits Todesfälle in der Familie. Man sieht sich mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert und beginnt automatisch, alles zu hinterfragen. Habe ich in meinem Leben wirklich die richtigen Ziele verfolgt? Habe ich alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe? Hinzu kommen Zweifel und Sorgen, ob das Alter einen in den nächsten Jahren immer weiter einschränken wird.

Die typische Reaktion darauf: Man stürzt sich mitten hinein ins Leben, versucht sich selbst und allen anderen zu beweisen, dass man entgegen dem ersten Anschein noch jung genug ist, um mitzuhalten und sich von der jüngeren Generation nicht den Rang ablaufen lässt.

Midlife Crisis: 7 Symptome der Krise

Wer in der Lebensmitte feststellt, dass er immer weiter in die Krise rutscht, redet sich die Situation oft erst einmal schön. Kaum jemand möchte akzeptieren, dass er sich in der Midlife Crisis befindet. Aber wenn die berufliche Karriere vorgezeichnet ist (hier ist auch von der Mid-Career-Crisis die Rede), alles vorhersehbar erscheint, wirft das Fragen auf.

Die Symptome lassen sich nicht einfach ignorieren. Vielmehr sollten Sie diese erkennen, richtig einordnen und entsprechend etwas unternehmen. Wir stellen Ihnen sieben klassische Symptome der Midlife Crisis vor und zeigen, was Sie dagegen tun können:

  • Unzufriedenheit

    20 oder 30 Jahre im Job. Zermürbend, ermattend, sie hassen Ihren Job einfach. Been there, done that! Doch das Revier ist längst markiert, die Zeit für einen Branchenwechsel scheinbar abgelaufen. Dies jedenfalls ist nicht der Job, den Sie Ihr Leben lang machen wollten. Wenn das kein Grund für eine ausgewachsene Krise ist. Ähnliches gilt für das Privatleben. Plötzlich scheint nichts mehr gut genug, alles wird hinterfragt und die Unzufriedenheit mit der persönlichen Situation wächst.

  • Angst

    Angst vor der Zukunft, vor Veränderungen, vor dem Unbekannten. Angst davor, was in fünf Jahren sein wird. Angst ist menschlich und kann ein Zeichen der Midlife Crisis sein. Wer keine Angst vor Veränderungen hat, kann besser mit Phasen des Umbruchs umgehen, sagen Entwicklungspsychologen. Je größer also die Angst, desto stärker das Symptom der Krise. Teilweise äußert sich die Midlife Crisis durch steigende Angst vor dem Tod, weil mit dem Alter eine Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit einhergeht.

  • Ohnmacht

    Alles dreht sich, alles bewegt sich und man selbst ist dem Treiben hilflos ausgeliefert. Der neue Chef ist jünger, die jüngeren Kollegen sind so schnell – kann ich bei den ganze Entwicklungen überhaupt noch mithalten? Bin ich zu alt für sowas? Ein Auslaufmodell? Wer das Gefühl hat, sein eigenes Leben immer weniger beeinflussen zu können, sondern dem Geschehen oder auch dem Schicksal ausgeliefert ist, steckt möglicherweise bereits mitten in der Midlife Crisis.

  • Schuld

    Fest etabliert im Job, ein geregeltes Leben – das ist viel wert, aber in Zeiten des ständigen Vergleichs vielen nicht genug. Sie fühlen sich schuldig, dass Sie nicht Ihren Traum leben, dass Sie nicht die ganz große Karriere hingelegt haben, zu Ruhm und Reichtum gekommen sind. Und es dazu wohl auch nicht mehr kommen wird. Betroffene können auch Schuld empfinden, dass sie ihrer Familie nicht mehr bieten können oder weil sie glauben, den Partner an seinem Traum gehindert zu haben.

  • Pessimismus

    Mit 45 hat man das Beste schon hinter sich. Jetzt geht die Kurve nach unten, peu à peu geht es abwärts, körperlich, geistig, beruflich. Was kann ich jetzt noch erreichen? Nichts. Pessimismus ist ein häufiges Symptom der Midlife Crisis, genährt von Zweifeln und Sorgen glauben Betroffene nicht daran, dass es sich noch einmal zum Guten entwickeln kann.

  • Überlastung

    Stress, Arbeit, Papierberge – nicht umsonst nennt man die Zeit zwischen 30 und 45 auch die Rush Hour des Lebens. Folge: Sie können nichts mehr genießen, sind mit den Kräften am Ende – und machen mit jeder Überstunde einen weiteren Schritt in Richtung Krise. Dass Sie weniger leisten können als noch vor einigen Jahren, macht zusätzlich zu schaffen und sorgt für die schmerzliche Erkenntnis, dass auch Sie nicht jünger werden und sich mit den Folgen arrangieren müssen.

  • Selbstzweifel

    Ihre Karriere? Allenfalls Mittelmaß. Ihre Wohnung ganz ok, aber nichts im Vergleich zu einem schönen Einfamilienhaus. Insgesamt scheinen Sie vieles falsch gemacht zu haben, denn sonst müsste es doch mittlerweile perfekt sein, wo Sie doch in der Mitte Ihres Lebens angekommen sind. Solche Selbstzweifel sind ein klassisches Symptom der Midlife Crisis. Ihre Erwartungen sind viel zu hoch und es ist unmöglich, dem Maßstab, den Sie sich selbst vorgeben, gerecht zu werden.

Test: Stecken Sie in der Midlife Crisis?

Midlife Crisis TestSie fragen sich, ob Sie in einer Midlife Crisis stecken oder auf die Krise zusteuern? Dann haben wir einen kleinen Test für Sie vorbereitet, der Ihnen bei der Selbsteinschätzung helfen kann. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um die folgenden Fragen ehrlich für sich selbst zu beantworten. Ein paar Zustimmungen sind noch nicht zwangsläufig ein Warnsignal, doch wenn Sie die Mehrheit der Fragen mit Ja beantworten, spricht vieles dafür, dass Sie in einer Midlife Crisis stecken.

  • Zweifeln Sie an Ihren bisherigen Entscheidungen?
  • Haben Sie Angst, dass die Höhepunkte Ihres Lebens bereits vorbei sind?
  • Versuchen Sie Ihren Kleidungsstil und Dresscode zu ändern, um moderner zu sein?
  • Rücken gesundheitliche Bedenken zunehmend in den Fokus?
  • Verspüren Sie den Wunsch, etwas vollkommen Neues zu machen?
  • Hinterfragen Sie den Sinn in Ihrem Leben?
  • Belastet Sie der Fakt, dass Sie älter werden?
  • Träumen Sie davon, aus Ihrem Leben ausbrechen zu können?
  • Empfinden Sie Reue über Ihr bisheriges Leben?
  • Befürchten Sie, nicht mehr genug Zeit für die Verwirklichung Ihrer Ziele und Träume zu haben?
  • Wünschen Sie sich, wieder jünger zu sein?
  • Leiden Sie unter Stimmungsschwankungen und sind unzufrieden mit dem, was Sie bisher erreicht haben?

Kommt die Midlife Crisis immer in der Lebensmitte?

Der Begriff scheint einen sehr genauen Zeitrahmen vorzugeben, an dem die Midlife Crisis auftaucht. Die Mitte des Lebens ist eben nicht das 20. oder 80. Lebensjahr, sondern in der Regel in der Nähe des 40. Geburtstags – zumindest statistisch gesehen. Davon sollten Sie sich allerdings nicht täuschen lassen, denn eine Midlife Crisis hält sich nicht zwangsläufig an diese Altersvorgaben.

Statistisch gesehen verläuft die Lebenszufriedenheit u-förmig. Das heißt, die Midlife Crisis beginnt bei den meisten zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr, aber das ist von den individuellen Gegebenheiten abhängig.

Midlife Crisis mit 30 Midlife Crisis mit 35

Wer bereits früh ins Berufsleben getreten ist, heiratet zumeist auch früher, gründet ebenfalls früher eine Familie – halt die klassischen Stationen im Leben vieler Menschen.

Es liegt nahe, dass sich so jemand natürlich eher in jüngeren Jahren fragt Und was kommt jetzt? als eine Person, die beispielsweise mit 40 noch an einem ganz anderen Punkt in ihrem Leben steht. Daher wird die Zeitspanne, in der die Midlife Crisis eintreten kann recht weit gefasst.

Ebenso unterschiedlich und individuell ist die mögliche Dauer einer Midlife Crisis. Manche Betroffene hängen über Jahre in der Krise und verbringen tatsächlich einen beträchtlichen Teil der Lebensmitte in einer Midlife Crisis. Andere schaffen es, bereits nach kurzer Zeit aus der Sinnkrise heraus.

Die Midlife Crisis ist keine reine Männersache

Die Midlife Crisis ist keine reine MännersacheSelbst in Filmen und Literatur wie American Beauty oder Lolita ist die Midlife Crisis immer wieder Thema und trägt durch ihre Darstellung zu klischeehaften Vorstellungen bei: In die Jahre gekommener Mann krempelt sein Leben auf links, macht wieder auf jung, fährt Motorrad oder Sportwagen, trennt sich von seiner Frau und/oder schafft sich eine jüngere Freundin an.

Wie selten solche Klischees der Realität entsprechen, macht der Heidelberger Psychologe Hans Werner Wahl vom Netzwerk Alternsforschung deutlich: Bei weniger als zehn Prozent aller Männer äußert sich die Midlife Crisis derart extrem. Überhaupt gibt es die Midlife Crisis eben nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen.

Allerdings unterscheidet sich die Wahrnehmung bei den Geschlechtern. Auf einige Begleiterscheinungen der Midlife Crisis körperlicher und psychischer Natur wurde bereits eingegangen, hier soll etwas konkreter auf geschlechterspezifische Unterschiede geguckt werden:

  • Männer

    Dass Männer die Lebensmitte als Midlife Crisis erleben, scheint vor allem daran zu liegen, dass sie häufig noch Probleme allein regeln wollen, statt sich darüber auszutauschen. Sie neigen eher dazu, depressiv zu werden.

    Männer nehmen Veränderungen an sich wahr, werden leichter müde und die Leistungsfähigkeit, mit der sie sich lange identifiziert haben, lässt nach. Da sie ihre Probleme ungerne besprechen, laufen sie Gefahr, ihre Probleme mit Alkohol und Drogen zu betäuben.

    Wahl zufolge leiden sie stärker als Frauen unter dem Älterwerden, da es ihnen schwer fällt, neue Ziele zu finden, nachdem der Beruf an Bedeutung verloren hat. Infolge einer stärkeren Gewichtung auf berufliche Erfolge bedauern nun viele Männer, dass sie früher wenig Zeit für die Kinder hatten.

  • Frauen

    Sie leiden körperlich häufig stärker unter den hormonellen Veränderungen, die den Eintritt in eine neue Lebensphase signalisieren. Aber auch familiär kommt es zu Veränderungen: Sei es, dass ihnen der Auszug der Kinder nahegeht oder aber, dass die eigenen Eltern plötzlich hilfsbedürftig werden.

    Denn häufig sind es immer noch die Frauen, die pflegerische Tätigkeiten übernehmen. Im Gegensatz zu Männern sind sie allerdings besser darin, Probleme mit ihren Freundinnen zu besprechen.

    Auch beruflich ändert sich für sie teilweise viel – durch die flügge gewordenen Kinder haben sie ganz andere Kapazitäten. Sie entdecken neue Wünsche und Ziele, verfolgen diese.

Für beide Geschlechter gilt: Wenn die Veränderungen allerdings zu extrem sind und der Partner oder die Partnerin kein Verständnis dafür aufbringt, beide sich nicht austauschen, kommt es zu Schwierigkeiten, mitunter eben auch Trennungen.

Midlife Crisis überwinden: Tipps und Wege

Wie Sie mit dieser Phase Ihres Lebens umgehen, hängt ganz von Ihnen persönlich ab – jeder hat seine Art und Weise. Manch einer versucht alles nachzuholen, was er seiner Meinung nach verpasst hat.

Andere verbringen ihre Zeit auf einmal mit Aktivitäten, die bei Freunden und Verwandten Verwunderung auslösen und wieder andere haben fast kein Problem, sich der Krise zu stellen. Sie betrachten die Midlife Crisis als Chance, um zu reflektieren, den bisherigen Lebensweg zu hinterfragen und sich zu überlegen, was sie mit den kommenden Jahren anfangen wollen.

Manch einem gelingt dies auf Anhieb, andere können es lernen. Diese Tipps helfen Ihnen dabei, die Midlife Crisis zu überwinden:

  • Bleiben Sie realistisch

    Das bisherige Leben mit all seinen Erfolgen, Leistungen und Höhepunkten schlecht zu reden, bringt niemanden weiter. Ziehen Sie stattdessen eine realistische Bilanz und und wägen Sie Möglichkeiten ab. Das kann bedeuten, sich von Wünschen zu verabschieden. Loslassen zu können ist auch eine Kunst. Seien Sie stolz auf das, was Sie schon erreicht haben. Gleichzeitig haben Sie mit einer solchen Bilanz den Startpunkt, von dem aus Sie Ihre weiteren Vorhaben planen können.

  • Sprechen Sie mit Freunden und Familie

    Es fällt schwer, sich selbst und anderen eine Midlife Crisis einzugestehen, doch ehrliche und offene Gespräche helfen dabei, die Krise schnell zu überwinden. Teilen Sie die Sorgen, Ängste und Gefühle, die Sie aktuell quälen. Rückhalt, Absicherung und Bestätigung können wichtige Faktoren sein, um eine Midlife Crisis hinter sich zu lassen.

  • Orientieren Sie sich an Vorbildern

    Suchen Sie sich Vorbilder und Beispiele, die Ihnen verdeutlichen, dass es von nun an nicht zwangsläufig schlechter werden muss. Viele Menschen blühen in der zweiten Lebenshälfte erst so richtig auf, entwickeln eine deutlich größere Zufriedenheit oder stellen Großes auf die Beine. Solche Vorbilder können Ihnen helfen, aus der eigenen Midlife Crisis auszubrechen.

  • Wirken Sie der Krise entgegen

    Statt zu jammern, werden Sie aktiv: Sie können hormonellen Veränderungen sowie Falten wenig entgegensetzen, das ist der Lauf der Dinge. Aber Sie können Ihre körperliche Fitness beeinflussen. Nicht umsonst heißt es: Wer rastet, der rostet. Achten Sie auf Ihre Gesundheit, sorgen Sie für genügend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Das beugt nicht nur Stress vor, sondern auch Arthrose, Osteoporose und weitere Beschwerden infolge von Bewegungsmangel.

  • Machen Sie sich Gedanken über die Zukunft

    Sie befinden sich in der Lebensmitte. Anstatt das Glas halbvoll zu betrachten, drehen Sie den Spieß um: Sie haben noch einmal genauso viel Zeit vor sich. Mehr als genug, um sich zu überlegen, welche Ziele man noch erreichen möchte, womit man sich selbst eine Freude machen kann und worauf man sich konzentrieren sollte, um die eigene Zufriedenheit zu steigern.

  • Denken Sie daran, dass die Phase vorbei geht

    Dies ist leicht gesagt, doch erst wenn Ihnen wirklich bewusst wird, dass es eine Zeit nach der Midlife Crisis gibt, hilft Ihnen diese Erkenntnis dabei, die Krise zu überwinden. Fast alle Betroffenen lernen in einer Midlife Crisis dazu, entwickeln sich weiter und gehen gestärkt aus der Zeit hervor – der Weg dorthin mag anstrengend sein, doch jede Midlife Crisis endet.

[Bildnachweis: Adam Gregor by shutterstock.com]
16. Juni 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Taralej widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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