Anzeige

Nationale Weiterbildungsstrategie: Wie lernen wir in Zukunft im Beruf?

Ein Gastbeitrag von Dr. Christoph Kahlenberg

Die nationale Weiterbildungsstrategie – beschlossen von Bund und Ländern, den Sozialpartnern und der Bundesagentur für Arbeit – soll eine nationale Unternehmenskultur des Lernens etablieren. Um den drängenden Qualifikationsbedarf zu decken, den der digitale Strukturwandel verursacht, wird Weiterbildung zur nationalen Richtlinie. Was können vor allem junge Arbeitnehmer von der Strategie erwarten, deren gesamter Berufsweg vom digitalen Wandel geprägt sein wird? Dr. Christoph Kahlenberg erläutert die Chancen einer allgemein verbindlichen Berufsbildung und skizziert die Zukunft des Lernens im Beruf…

Nationale Weiterbildungsstrategie: Wie lernen wir in Zukunft im Beruf?

Erläuterung: Was ist die nationale Weiterbildungsstrategie?

Sponsored Lebenslanges Lernen

Lebenslanges Lernen ist die zentrale Herausforderung des digitalen Wandels in der Arbeitswelt. Für Unternehmen steht die langfristige Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel, die von der Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter abhängt.

Für Arbeitnehmer entscheidet die Lernbereitschaft über ihre langfristige Erwerbsfähigkeit. Die Bundesregierung hat diesem Weiterbildungsbedarf nun zu nationaler Aufmerksamkeit verholfen und im Juni 2019 die „nationale Weiterbildungsstrategie“ ins Leben gerufen (fortan NWS).

Berufliche Weiterbildung soll „offiziell“ den Status einer nationalen Richtlinie haben. Dafür setzen sich federführend die Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie für Arbeit und Soziales ein. Gemeinsam mit Bund, Ländern, den Gewerkschaften sowie diversen Arbeitgebervereinigungen haben sie einen Maßnahmenplan entwickelt.

Ihr Ziel: aktuelle Ansätze transparenter und effizienter machen, alle Akteure stärker motivieren und involvieren. Ein kurzer Überblick über die wesentlichen Ziele und Neuerungen.

Welche Ziele umfasst sie?

Weiterbildung soll mit der NWS zur gängigen Berufspraxis werden. Sie soll in großem Stil gefördert, geöffnet und erweitert werden. Zu den geplanten Neuerungen gehören…

  • die breitere und bessere Bewerbung von bisherigen Weiterbildungsangeboten
  • die Ausweitung und Anpassung von bestehenden Fördermöglichkeiten
  • die Vernetzung und Spezialisierung von Beratungsangeboten für kleinere Unternehmen
  • die Stärkung der Sozialpartner (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände)
  • die Optimierung von Qualitätsprüfungssicherungen
  • die standardisierte Anerkennung von informellen Kompetenzen
  • die Weiterentwicklung von Fortbildungsabschlüssen und -angeboten
  • die Weiterentwicklung von Bildungseinrichtungen
  • das bessere Qualifizierung des Weiterbildungspersonals sowie die
  • bessere vorausschauende Überprüfung der strategischen Maßnahmen.

Welche Neuerungen bringt sie?

Konkrete Anwendungsgebiete betreffen beispielsweise den

  • Bildungsurlaub

    . Vor der Verkündung der NWS war dies der einzige Weiterbildungsbereich, der gesetzlich verankert ist (außer der Fachspezifischen Fortbildung von Rechtsanwälten). Laut den Bildungspartnern prüfen die Länder, „ob und wie dieser Rechtsanspruch auf Bildungsurlaub als Instrument zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung besser beworben und genutzt werden kann“.

    Außerdem wird das

  • Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz

    novelliert. Förderleistungen sollen erhöht und für alle Fortbildungsstufen gewährt werden. Die benötigten Bundesmittel dafür sollen in der Legislaturperiode von 2017 bis 2022 um 350 Millionen Euro aufgestockt werden. Seit dem 1. August 2019 wurde bereits das Aufstiegs-Bafög für eine Vollzeitfortbildung einkommensabhängig von 768 auf 885 Euro angehoben. Auch die Einkommensfreibeträge sind für Verheiratete und Verpartnerte von ehemals 570 auf 610 Euro erhöht worden.

    Um das Beratungsangebot zu verbessern, will das Bundesministerium für Bildung und Forschung zum Beispiel das

  • Infotelefon „Weiterbildungsberatung“

    zu einem bundesweiten telefonischen Beratungsservice ausbauen. Dadurch sollen Lernwillige unterstützt werden, „ihren individuellen Bedarfen entsprechende Bildungs-, Berufs- und Karriereentscheidungen zu treffen“.

2021 will die Initiative ein erstes Resümee über den Umsetzungsstand ziehen.

Was wird sich bis dahin ändern? Und wer genau kann von diesen Maßnahmen eigentlich profitieren?

Chancen und Risiken: Kann Lernen auf Erlass klappen?

Die Initiative der NWS will Impulse setzen und Anreize schaffen. Ihr Ziel ist es, die „berufliche Handlungsfähigkeit im Rahmen von Anpassungs- und Erhaltungsqualifizierungen zu sichern […] und berufliche Aufstiege zu ermöglichen“.

Mit anderen Worten: berufliches Weiterkommen soll nicht nur für alle Berufs- und Bildungsgruppen geöffnet und optimiert werden. Weiterbildung als solche soll erweitert und an den heutigen Bedarf angepasst werden. Dass das gelingt, dafür tragen alle „Weiterbildungsakteure“ eine „geteilte Verantwortung“.

Doch wie sieht diese Verantwortung genau aus?

Wer trägt die Verantwortung?

Einzig bei der betrieblichen Weiterbildung liegt laut der Initiative die Verantwortung ganz klar bei den Unternehmen. 87 Prozent von ihnen bieten solche eng an das jeweilige Arbeitsprofil gebundene Fortbildungen bereits an. Das zeigen die Ergebnisse der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung Q2 2018.

Jedes dritte Unternehmen blockt sogar regelmäßige Termine dafür. Dass 48 Prozent der Beschäftigten glauben, dass ihr Unternehmen noch über keine Digitalstrategie verfügt, zeigt aber, dass durchaus noch Nachholbedarf besteht (Quelle: Randstad Arbeitsbarometer Q4 2016).

Es reicht nicht, wenn sich die Politik aufs Verteilen der Verantwortlichkeiten verlässt. Was wir brauchen, ist einen echten Kompromiss zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Nur so kann das ehrgeizige Bildungsprojekt der NWS auch gelingen.

Was kann die nationale Weiterbildungsstrategie jungen Arbeitnehmern bieten?

Keine Generation wird sich so konsequent weiterbilden müssen wie die jetzigen Berufseinsteiger der Generation Z.

Wenn die Bildungspartner der NWS betonen, dass Berufsbiographien „voraussichtlich dynamischer und Übergänge im Erwerbsleben häufiger“ werden, dann trifft das auf diese Arbeitnehmergeneration, die sich der schwindenden Halbwertszeit ihres Wissens sehr wohl bewusst ist und gute Schulungen fordert, besonders zu.

Sponsored Generationz Jobanforderungen

Die Zukunft der Weiterbildung: Für eine Unternehmenskultur des Lernens

Wenn die Politik ihre Ziele konsequent umsetzt, kann die NWS eine große Signalwirkung entfalten. Ziel muss es sein, die beruflichen Lernbedingungen zu flexibilisieren. Unternehmen können jungen Arbeitnehmern früh dabei helfen, die Weichen für ihre eigene Karriere zu stellen.

Der Erfolg hängt von den richtigen Rahmenbedingungen ab, nämlich dem „Wann“, dem „Was“ und dem „Wie“ des Lernens.

Die drei Faktoren von zukunftsfähigem Lernen

In mehr als jedem fünften Unternehmen (21 Prozent) lernen Angestellte bereits in ihrer Freizeit für den Job (Quelle: Randstad-ifo-Personalleiterbefragung Q2 2018).

Wenn Sie als Arbeitnehmer ein hohes Maß an Ehrgeiz und Lernbereitschaft mitbringen, dann sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen dabei helfen, die Zeit fürs Lernen zu finden, die eigentlich weder er noch Sie haben.

  • Zeit, die niemand hat

    Arbeitnehmer können von ihren Arbeitgebern mehr Vertrauen einfordern und Augenmaß erwarten, wenn es um ihre individuelle Leistungseinschätzung geht. Wenn sie ihren Vorgesetzten davon überzeugen, dass ihr zeitlich intensives Weiterbildungsvorhaben dem Unternehmen dient, stehen heutzutage mehrere finanzielle und zeitliche Lösungen offen.

    Die Nationale Weiterbildungsstrategie beinhaltet beispielsweise die Weiterentwicklung von Kurzarbeitsgeld in Verbindung mit Weiterbildungsmaßnahmen.

    Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer sehen die Qualifikationslücke, die die Digitalisierung verursacht, als drängendes Problem. Wenn diese Lücke immer größer wird, brauchen wir mehr Flexibilität, sie mit neuen Konzepten und Inhalten zu füllen.

  • Inhalte, die ständig weiterentwickelt werden

    Als junger Arbeitnehmer sind Sie bei der Entwicklung genau dieser neuen Inhalte gefragt. Globale Wirtschaftsstrukturen, technologischer Fortschritt sowie die kontinuierliche Ausdifferenzierung von Unternehmens- und Jobmodellen erfordern in zunehmendem Maße die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu überblicken und zu managen.

    Wie lernt man solche Kompetenzen am besten, die ein hohes Maß an technologischer Affinität aber auch sozialer und interkultureller Sensibilität erfordern? Indem Sie sich aktiv in die Lernprozesse Ihres Unternehmens einbringen und mit Ihren individuellen Fähigkeiten helfen, das Lernspektrum zu erweitern. Genau von solchen „informellen“ Kompetenzen will die Nationale Weiterbildungsstrategie die „Sichtbarkeit und Verwertbarkeit“ verbessern.

    Die hierarchische Wissensvermittlung von oben herab hat ausgedient. Sie muss durch Methoden ersetzt werden, die den Austausch auf Augenhöhe seinen Kollegen und Vorgesetzten ermöglicht. Digitale Lernangebote bieten hier vielseitige Vorteile. Vielen Unternehmen mangelt es jedoch genau an diesen digitalen Ressourcen.

    Drei Viertel von ihnen bieten offline-Weiterbildungen an. Nur 5 Prozent setzen auf E-Learning-Angebote (Quelle: Randstad-ifo-Personalleiterbefragung Q2 2018). Dabei ist E-Learning nicht nur für die zeitlichen und inhaltlichen Herausforderung der digitalisierten Arbeitswelt ideal. Es hilft dabei, Ihre individuellen Stärken zu fördern.

  • Digitale Methoden, die menschliche Individualität fördern

    Unter dem Begriff E-Learning versteht man die Vermittlung von Lerninhalten, die über eine mobilfähige Internetplattform abrufbar sind. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihr eigenes Lerntempo zu bestimmen.

    Im virtuellen Workshop können Sie Lerneinheiten in Modulen absolvieren oder bei Bedarf ganz individuell im Tempo des eigenen Lernfortschritts bearbeiten. „Gamification“ hilft Ihnen, spielerisch komplexe Aufgaben zu meistern. Durch die interaktive Komponente können Sie im Austausch mit Ihren virtuellen Kollegen im Spiel gemeinsam erarbeiten. Technisches Know-How für Fachkräfte, Sprachkompetenzen, aber auch Soft Skills, die in der modernen Berufswelt immer wichtiger werden, können Sie in diesen digitalen Seminare lernen. Im Zuge der NWS will die Bundesagentur für Arbeit ihr E-Learning-Portal Kursnet weiterentwickeln.

    Sponsored Lernerfolg Gehaltserhoehung

Das ist ein wichtiger erster Schritt. Unternehmen können den zweiten Schritt tun und digitales Lernen zu ihrer Unternehmenskultur machen.

Mit einem zukunftsfähigen und zertifizierten Qualifizierungsangebot kann Ihnen Ihr Arbeitgeber eine langfristige Perspektive bieten. In 40 Prozent der Fälle belohnt Ihr Arbeitgeber Ihren Lernerfolg sogar mit einer Gehaltserhöhung (Quelle: Randstad-ifo-Personalleiterbefragung Q2 2018).

Niedrigschwelliger Ressourcenzugang, erfolgsorientierte Gratifikationsmechanismen – auf Ihrem dritten Schritt Richtung Zukunft des Lernens im Beruf kann Ihnen genau das zum entscheidenden Vorsprung verhelfen.

Über den Autor

Dr. Christoph Kahlenberg studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie und promovierte im Bereich Medienwissenschaft. Seine berufliche Laufbahn begann er im Vertrieb eines großen deutschen Versicherungskonzerns. 1998 kam er zu Randstad und war dort über zehn Jahre als Niederlassungsleiter in Trier, Wittlich und Koblenz tätig.

Seit 2008 ist er Leiter der Randstad Akademie, die kontinuierlich Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote für die Mitarbeiter im Kundeneinsatz entwickelt.

Mehr Informationen zum Thema Weiterbildung und Lernen im Unternehmen finden Sie im aktuellen Randstad Whitepaper „Lernen lernen“, das Sie sich HIER kostenlos herunterladen können.

[Bildnachweis: Life and Times by Shutterstock.com, Randstad]
6. September 2019 Autor: Anzeige

Dies ist ein werblicher und bezahlter Artikel. Für die Richtigkeit der darin gemachten Angaben sowie der enthaltenen Links haftet allein das werbetreibende Unternehmen. Alle Angaben wurden von der Redaktion nicht noch einmal geprüft.



Mehr von der Redaktion und aus dem Netz


Weiter zur Startseite

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Details

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close