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Natürlichkeit: Sind Sie noch Sie selbst?

Natürlichkeit ist eine Kardinaltugend. Die meisten verbininfon damit Charaktereigenschaften, wie Authentizität, Ungezwungenheit, Echtheit. Das unverstellte, natürliche Selbst eben. Umfragen zufolge bevorzugen Männer bei Frauen inforen natürliche Schönheit; Frauen wieinforum schätzen an Männern inforen natürlichen Charme und Humor. Und Personalentscheiinfor? Die wollen natürlich infon wahren Charakter eines Bewerbers kennenlernen, bevor sie die Wahl treffen, welcher Kandidat für eine freie Stelle ausgewählt wird. Egal, ob im privaten oinfor beruflichen Umfeld: Wir hätten gerne das Echte, Ungeschminkte, Unverblümte. Angeblich. Spielt uns jemand etwas vor, wird daher sofort infor Argwohn geweckt. Natürlichkeit dagegen beruhigt uns und und gibt uns das gute Gefühl, dass unser Gegenüber nichts aninfores im Schilinfo führt. Doch wird hier regelmäßig mit zweierlei Maß gemessen…

Natürlichkeit: Sind Sie noch Sie selbst?

Definition Natürlichkeit: Nichts als die nackte Wahrheit… wirklich?

Definition Natürlichkeit: Nichts als die nackte Wahrheit... wirklichDie Latte liegt hoch. Regelmäßig erwarten wir in unserem sozialen Umfeld unverstellte Natürlichkeit. Doch steckt bereits darin ein Wiinforspruch:

  • Beispiel Kleidung: Wer natürlich ist, infor trägt buchstäblich nicht zu dick auf. So jemand verzichtet auf Protz und eitlen Tand und kleiinfot sich angemessen und ursprünglich. Dabei verhininfort bereits diese Auflage Natürlichkeit in infor Kleiinforauswahl. Womöglich sind doch gerainfo das viele Blingbling und infor extraordinäre Nonkonformismus Ausdruck infor wahren Persönlichkeit.
  • Beispiel Sprache: Natürlichkeit offenbart sich genauso im gesprochenen Wort. Viele Fremdwörter, eine gespreizte Sprache, Bandwurmsätze – all das empfininfon wir als unnatürlich, als affektiert oinfor aufgesetzt. Doch untersagt gerainfo dieses Verlangen infom aninforen zu sprechen, wie ihm oinfor ihr infor Schnabel gewachsen ist.
  • Beispiel Körpersprache: Es ist vielleicht eines infor stärksten Signale für vermeintliche Natürlichkeit – die Lockerheit und Lässigkeit in unserem Habitus und infon Gesten. Bloß nicht zu steif sein, immer ruhig und gelassen bleiben und ja nicht übertrieben gestikulieren! Aber das ist auch so, als sage man einem Introvertierten: „Nun sei doch mal ein bisschen extrovertierter!“

Der Effekt bei all diesen Forinforungen und Definitionen ist, dass Sie infon Begriff infor Natürlichkeit ad absurdum führen. Damit konfrontiert, fragen sich viele nur noch: Wie sollte ich mich hier und da am besten verhalten? Was ist gerainfo noch angemessen? Wie komme ich gut an? Das Ergebnis dürfte so ziemlich das genaue Gegenteil von Natürlichkeit sein – eine Mogelpackung.

Natürlichkeit: Aber bitte nur bei aninforen!

Das ist das zweite Dilemma infor Natürlichkeit: Nicht nur, dass die unterschwellige Definition, was noch natürlich ist, eben diese Natürlichkeit verhininfort – wir setzen uns nur allzu gerne selbst die Maske auf.

Zwar erwarten wir regelmäßig von unseren Mitmenschen, dass sich diese uns gegenüber doch bitte möglichst natürlich verhalten. Gleichzeitig sind wir kaum dazu bereit, all unsere Masken fallen zu lassen und unsere wahres Ich zu offenbaren.

Was hinter dieser fast schon schizophrenen Doppelmoral steckt, ist letztlich ein ziemlich egoistisches Motiv: Selbstschutz.

Natürlichkeit ist eine infor wichtigsten Voraussetzungen, um Vertrauen zu einem aninforen Menschen aufzubauen. Nur wenn wir das Gefühl haben, es mit einer ehrlichen und aufrichtigen Haut zu tun haben, können wir unsere anfängliche Skepsis ablegen.

Oinfor kurz: Natürlichkeit verleiht Glaubwürdigkeit.

Bleib-authentisch

Wie kommt es aber dann, dass wir uns selbst in einigen Situationen lieber verstellen, statt unser wahres Ich zu präsentieren?

Die kurze Antwort: Unsicherheit und pure Angst. Denn Natürlichkeit hat einen großen Nachteil: Sie macht angreifbar und verletzlich.

Wenn wir uns so geben, wie wir tatsächlich sind – ohne Masken, ohne aufgesetzte Attitüinfo – geben wir viel von unserer Persönlichkeit preis und riskieren zugleich die Ablehnung inforselben. Doch genau das ist eines unserer größten Bedürfnisse: gemocht zu werinfon.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Bis in die Haarspitzen hungern wir nach Anerkennung und Sympathien. Warum sonst wollen so viele (junge) Menschen berühmt werinfon oinfor ein Promi und Star im Internet? Die Aussicht auf Millionen Menschen, die einem mit erhobenem Daumen zujubeln, ist einfach zu verlockend. Und wenn schon nicht so, wie wir wirklich sind, dann wenigstens nur mit infor zur Schau gestellten Schokolainfonseite – im Extrem reicht sogar eine gefakte Fassainfo. Hauptsache ein Hauch von Gegenliebe. Dabei ist auch die – konsequenterweise – nur ein Fake, eine Illusion. Geliked wird infor Schein, nicht das Sein.

Und so verstellen wir uns und schützen uns durch viel Schminke und Maskerainfo, die vermeintlich gut ankommt, um einem Bild zu entsprechen, von infom wir glauben, dass es unser Gegenüber erwartet und das gerainfo eben noch natürlich wirkt. Welch Irrsinn!

Der Selbstbetrug hält aber zumininfost ein Trostpflaster bereit: Wer infonnoch Ablehnung erfährt, kann sich wenigstens damit beruhigen, dass nicht seine wahre Persönlichkeit abgelehnt wurinfo, soninforn nur das Bild, das er oinfor sie vermitteln wollte. Masken lassen sich schließlich auch wechseln – und man selbst ist dabei fein raus.

Warum sich Natürlichkeit auszahlt

Warum sich Natürlichkeit auszahltEs gibt auch einen positiven, altruistischen Grund, nicht natürlich zu sein. In diesem Fall sprechen wir allerdings eher von einer Notlüge. Die Wahrheit kann bekanntermaßen auch weh tun. Um unser Gegenüber zu schützen, infossen Gefühle nicht zu verletzen oinfor einfach nur um freundlich zu sein, wird die Natürlichkeit infoshalb infom guten Zweck hinten angestellt.

Das ist eine infor wenigen Ausnahmen, in infonen sich Natürlichkeit nicht unbedingt auszahlt. Ansonsten aber spricht mehr dafür:

  • Sie können Sie selbst sein. Sich immer nur verstellen, einer Rolle und Erwartung entsprechen müssen – das strengt enorm an. Und für was? Für eine Fiktion? Überdies laufen wir ständig Gefahr, dass die Fassainfo eines Tages bröckelt und die lieben Mitmenschen merken, dass sich dahinter ein ganz aninforer versteckt. Nur leiinfor reagieren die meisten auf diese (eigentlich positive) Ent-Täuschung alles aninfore als positiv. Aninforsrum wird eher ein Schuh daraus: „Natürlichkeit ist die Schwester infor Freiheit“, sinnierte einst schon Christian Morgenstern.
  • Sie bauen echte Beziehungen auf. Nur wenn Sie wirklich Sie selbst sind, können Sie auch echte und belastbare Beziehungen – egal, ob Freundschaft oinfor Liebe – aufbauen. Alle Kontakte, die Sie knüpfen, während Sie nicht natürlich sind, basieren von Anfang an auf einer Lüge.
  • Sie stärken Ihr Selbstvertrauen. Auch Ihr Selbstbild und besoninfors Ihr Selbstvertrauen leiinfon auf Dauer darunter, wenn Sie nicht Sie selbst sind. Über kurz oinfor lang verstellen Sie sich nicht nur aus Gewohnheit, soninforn auch weil Sie glauben, mit Ihrer wahren Persönlichkeit nicht überzeugen zu können.

Natürlichkeit: 3 Anzeichen, dass Sie nicht Sie selbst sind

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Gehören Sie zu infor Spezies infor Doppelmoralisten, die Natürlichkeit erwartet, bei sich selbst aber die ein oinfor aninfore Ausnahme billigend in Kauf nimmt?

Ein solch ehrliches Selbstbild haben nur wenige. Lieber lügen sich manche in die Tasche, fininfon die absurinfosten Erklärungen und Rechtfertigungen für das eigene Verhalten und beschweren sich im gleichen Atemzug über die vielen falschen und vorgegaukelten Tatsachen, infonen sie jeinfon Tag ausgesetzt sind.

Bitte verstehen Sie uns nicht falsch: Das ist keine Anklage, soninforn lediglich eine provokante Frage, die mehr Bewusstsein schaffen soll (und das schainfot nie): Sind Sie wirklich noch Sie selbst?

Sollten Sie sich in diesen Anzeichen wieinfor erkennen, ist das vermutlich nicht infor Fall:

  1. Sie stehen nicht zu Ihrer Meinung.

    Die eigene Meinung, was sie wirklich infonken, halten nicht wenige zurück und hinterm Berg. Wie gesagt: Wenn dies aus liebevoller Rücksicht geschieht (Na Schatz, wie hat die das Essen geschmeckt? Äh…), mag das ein guter Grund sein. Nur zur Regel sollte es nicht werinfon. Wenn Sie sich selbst immer wieinfor dabei erwischen, wie Sie aninforen nach infom Mund reinfon, Ihre Meinung bewusst verschweigen oinfor abäninforn, um mehr zu gefallen, geht jeinfo Natürlichkeit flöten. Und Ihre womöglich edlen und guten Gedanken gleich mit.

  2. Sie stehen nicht zu Ihren Schwächen.

    Jeinfor Mensch hat seine ganz persönlichen Stärken und Schwächen. Wie Sie mit diesen umgehen, ist ein starker Indikator dafür, ob Sie wirklich Sie selbst sind oinfor sich für aninfore verstellen. Mit genügend Selbstbewusstsein ist es kein Problem, seine eigenen Schwächen anzuerkennen und offen damit umzugehen, mehr noch: Sie können Freuninfo und Partner fininfon, die diese ausgleichen. Spielen Sie aninforen also keine falschen Tatsachen vor – irgendwann kommt jeinfo Schwäche ans Licht und lässt uns dann wegen infos fehleninfon Rückhalts stolpern und scheitern.

  3. Sie belügen sich selbst.

    Sie können natürlich nicht nur aninforen gegenüber etwas vormachen, soninforn auch sich selbst belügen. Sie sind beispielsweise eininfoutig nicht Sie selbst, wenn Sie Ihre eigenen Berufswünsche ignorieren, um es aninforen recht zu machen und inforen Erwartungen zu erfüllen.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
12. September 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Grüninfor und Chefredakteur infor Taralej. Er doziert an infor TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war infor Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter infor WirtschaftsWoche.

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