Organigramm: Definition, Gründe, Tipps

Die Strukturen und Organisationen in einem Unternehmen können sehr vielschichtig und kompliziert sein. Ein Organigramm kann dabei helfen, Aufbau und Hierarchien zu verdeutlichen und in einer übersichtlichen Grafik abzubilden. Bereits vor mehr als 150 Jahren wurde das erste Organigramm erstellt, in der heutigen Zeit ist die Idee jedoch aktueller denn je. Mit wachsender Größe und Komplexität von Unternehmensstrukturen, steigt der Nutzen einer anschaulichen Darstellung in Form eines Organigramms. Dies gilt nicht nur für große Konzerne, sondern ebenso für kleinere Betriebe. Was genau ein Organigramm ist, welche Vor- und Nachteile es mitbringt und wie Sie ein Organigramm erstellen können…

Organigramm: Definition, Gründe, Tipps

Definition: Was ist ein Organigramm?

Organigramm Definition Erklärung Aufbau Vorlage Software erstellen OnlineDer Begriff Organigramm ist eine Zusammensetzung der Wörter Organisation und Diagramm. Es handelt sich dabei um die grafische Darstellung der Struktur und Organisation innerhalb eines Unternehmens. In einer möglichst einfachen und übersichtlichen Art und Weise werden die Zusammenhänge und Hierarchien zwischen den einzelnen Unternehmensbereichen in einem Organisationsschaubild präsentiert. Als Synonym zum Organigramm wird teilweise von einem Organisationsplan, einem Strukturplan oder auch von einem Stellenplan gesprochen.

Als Vater des heutigen Organigramms gilt Daniel McCallum, der Mitte des 19. Jahrhunderts als Eisenbahningenieur und Manager der New Yorker Eisenbahngesellschaft gearbeitet hat. Im Jahr 1855 lies McCallum von der Struktur und Organisation der Eisenbahngesellschaft eine veranschaulichende Grafik erstellen – das erste Organigramm oder auch organization chart, wie es im Englischen genannt wird.

Bis das Organigramm tatsächlich in anderen Unternehmen eingesetzt wurde, vergingen jedoch noch einmal einige Jahrzehnte. Erst ab der 1920er und 1930er Jahre begannen Betriebe, die Vorteile und Nutzen eines Organigramms für sich zu entdecken.

Die Darstellung des Organigramms hat sich seither nicht groß verändert. Es handelt sich um eine vertikale oder horizontale Abbildung, wobei die Variante von oben nach unten sich größerer Beliebtheit erfreut. Aus dieser Darstellungsform sind die Hierarchien noch einfacher abzulesen, da die Struktur tatsächlich von oben nach unten abgebildet werden kann.

Warum sollten Unternehmen ein Organigramm erstellen?

Strukturen, Organisation, Abläufe und Hierarchien in einem Unternehmen sind sehr genau festgelegt. Das gilt nicht nur mit, sondern ebenso ohne Organigramm. Es wird in der Unternehmensorganisation definiert, welcher Abteilung und welchem Bereich eine Position zugeordnet ist, wer in der Verantwortung höher gestellt ist, welche Ressorts zusammenarbeiten, wo Schnittstellen oder Unterschiede liegen.

So stellt sich zwangsläufig die Frage: Welche Gründe gibt es für ein Unternehmen, ein Organigramm zu erstellen? Hier gibt es gleich mehrere gute Argumente. Zwar zeigt eine große Anzahl von Betrieben, dass wirtschaftlicher Erfolg auch ohne Organigramm möglich ist, dennoch gibt es einige Gründe, warum Sie ein Organigramm nutzen sollten:

  • Die Gesamtorganisation wird sichtbar

    Für einzelne Mitarbeiter, Teams und auch Führungskräfte ist es manchmal schwierig, das große Ganze im Blick zu behalten. Jeder erledigt seine täglichen Aufgaben, doch gerade in großen Konzernen fehlt oftmals das Bild und das Verständnis, wie die eigene Leistung zum Gesamterfolg beiträgt. Ein Organigramm zeigt auf, wie die einzelnen Zahnräder des Betriebs ineinandergreifen, wie die Hierarchien aufgebaut sind und wie das Unternehmen funktioniert.

  • Die Kommunikation wird verbessert

    Wer ist verantwortlich? Wer ist der Ansprechpartner? Wer ist der direkte Vorgesetzte und wer sind die Vorgesetzten des eigenen Chefs? Die Zuständigkeiten sind vielleicht geregelt, doch kann die Kommunikation nur davon profitieren, wenn jeder weiß, an wen er sich bei den unterschiedlichsten Belangen wenden kann. So kann ein Organigramm dabei helfen, die interne Kommunikation zu stärken.

  • Die Planung wird optimiert

    Langfristiger Erfolg wird erst durch gute Planung möglich. Dazu zählt die Richtung, in die ein Unternehmen sich entwickelt ebenso wie die Personalplanung, um stets die benötigten Mitarbeiter mit den richtigen Qualifikationen zu haben. Wird ein Organigramm richtig genutzt, kann es bei der langfristigen Planung helfen, zeigen, wo in Zukunft größerer Bedarf – ob an Personal, Investition oder Innovation – besteht und in welchen Bereichen ein Unternehmen handeln muss.

  • Die Identifikation und Loyalität wird gefördert

    Zu sehen, welche Position man selbst im Unternehmen bekleidet, kann zu einer deutlich gesteigerten Identifikation mit dem Arbeitgeber führen. Arbeitnehmer sehen sich zunehmend als tatsächlicher Teil des Unternehmens, fühlen sich eher eingebunden und entwickeln eine größere Loyalität.

Die Vor- und Nachteile von Organigrammen

Organigramm erstellen Vorteile Nachteile Tipps online Aufbau VorlageViele Unternehmen setzen auf ein Organigramm, doch gibt es weiterhin zahlreiche Firmen, die darauf verzichten. Zu Unrecht, denn neben den oben genannten Gründen, ein Organigramm zu erstellen, gibt es mehrere Vorteile, die dafür sprechen, ein Schaubild der Unternehmensorganisation anzufertigen:

  • Organigramme sind leicht zu erstellen

    Wenn Sie sich im Unternehmen auskennen – was Sie tun sollten, schließlich arbeiten Sie dort und befinden sich wahrscheinlich sogar in einer Leitungsposition, wenn Sie ein Organigramm erstellen – ist die Umsetzung und Erstellung relativ einfach. Sie benötigen wenig Vorkenntnisse, um ein übersichtliches Organigramm erstellen zu können.

  • Organigramme klären Zuständigkeiten eindeutig

    Für Erfolge wird gerne die Verantwortung übernommen. Ganz anders sieht es aus, wenn etwas schief läuft. Wer trägt die Schuld? In wessen Bereich fällt ein Fehler, der große Kosten verursacht? An einem Organigramm lässt sich leicht und eindeutig ablesen, wer für etwas zuständig ist.

  • Organigramme schaffen Struktur

    Ein Organigramm soll die Unternehmensstruktur abbilden, gleichzeitig hilft es dabei, überhaupt eine klare Struktur zu etablieren. Durch die Verdeutlichung und grafische Abbildung fällt es Führungskräften einfacher, Bereiche und Abteilungen voneinander abzugrenzen und im gesamten Unternehmen eine Organisation einzuführen.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Nachteile und Kritikpunkte von Organigrammen. Diese:

  • Organigramme sind extreme Vereinfachungen

    Zwar soll ein Organigramm einfach und übersichtlich sein, genau das kann gleichzeitig jedoch als Nachteil gesehen werden. Hinter einem Punkt im Organigramm kann sich eine Abteilung, bei großen Konzernen sogar ein vollständiges Unternehmen verbergen, das wiederum aus unzähligen Bereichen und Mitarbeitern besteht. Wer ein Organigramm ansieht, versteht noch nicht zwangsläufig alle Zusammenhänge und Verbindungen, die darin abgebildet sind.

  • Organigramme können schnell veralten

    Es werden ständig Entscheidungen getroffen, die dazu führen, dass ein Organigramm nicht mehr stimmt. Abteilungen werden geschlossen oder zusammengelegt, Manager verlassen ihre Position, neue Mitarbeiter werden eingestellt oder es werden zusätzliche Stellen im Unternehmen neu geschaffen, die noch nicht im Organigramm verzeichnet sind.

Organigramm erstellen: Tipps für die Umsetzung

Die Entscheidung ist gefallen und Sie wollen für Ihr Unternehmen ein Organigramm erstellen? Dann haben wir abschließend noch einige Tipps für die erfolgreiche Erstellung eines Organigramms aufgelistet.

  • Klären Sie Ziele und Funktionen des Organigramms

    Bevor Sie an die eigentliche Erstellung gehen, sollten Sie zunächst klären, für welche Funktionen und Ziele das Organigramm eingesetzt werden soll. Oftmals soll eine interne Wirkung erzielt werden, etwa die Verbesserung der Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten oder zwischen ganzen Abteilungen. Ein Organigramm kann aber auch als Instrument der Neuorganisation im Unternehmen genutzt werden, wenn Veränderungen in der Struktur angestrebt werden. Zuletzt kann das Organigramm auch externe Funktionen übernehmen, um möglichen Kunden, Geschäftspartnern oder auch der Öffentlichkeit einen besseren Einblick in die Unternehmensorganisation zu geben.

  • Setzen Sie auf Verständlichkeit

    Je größer das Unternehmen, desto umfangreicher wird das Organigramm. Dennoch sind Verständlichkeit und Übersichtlichkeit grundlegende Aspekte, die unbedingt beachtet werden müssen. Gestalten Sie das Organigramm nicht kreuz und quer, sondern in einer klaren Richtung, beispielsweise von oben nach unten. Nur so wird es wirklich jedem ermöglicht, die Zusammenhänge im Schaubild zu verstehen.

  • Nutzen Sie digitale Instrumente

    Theoretisch brauchen Sie für ein Organigramm nur ein Blatt Papier und einen Stift. In der Praxis empfiehlt es sich jedoch, auf eine digitale Variante zu setzen und Ihr Organigramm mit einer entsprechenden Software zu erstellen. Das ist nicht nur zeitgemäßer, sondern vereinfacht auch die Verbreitung sowie die spätere Überarbeitung.

  • Bauen Sie Bilder und Text ein

    Das Organigramm Ihres Unternehmens muss nicht nur aus Kästen mit einem Stichwort bestehen. Sie können ebenso Bilder und weiteren Text einfügen, um die positiven Effekte zu verstärken. Bauen Sie beispielsweise Porträtbilder von Führungskräften und Ansprechpartnern ein. Das erleichtert es Mitarbeitern, diese zu erkennen und senkt die Hürde, tatsächlich den Austausch zu suchen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie ein Organigramm einer Abteilung oder eines Teams erstellen. Motivation und Identifikation lassen sich steigern, wenn die einzelnen Mitarbeiter mit Bild als Teil des Projekts dargestellt werden.

  • Halten Sie das Organigramm aktuell

    Ein Organigramm ist nie fertig oder abgeschlossen, sondern erfordert regelmäßige Aktualisierung, Erweiterung oder Anpassung. Gibt es einen Wechsel in den Führungspositionen oder wird die Struktur innerhalb des Unternehmens verändert, sollte dies zeitnah ins Organigramm übernommen werden. Eine veraltete Darstellung der Unternehmensorganisation hilft niemandem weiter, sondern sorgt vielmehr für Verwirrung.

[Bildnachweis: Taralej.info by Shutterstock.com]
8. Januar 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Taralej widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



Mehr von der Redaktion und aus dem Netz


Weiter zur Startseite
www.agroxy.com

http://velomarket.org.ua/stati/ukhod-za-velosipedom-vtulki-obody-i-spitsy/