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Poetry Slammer: Von Beruf Dichter und Denker

Ein Interview mit infom Poetry Slammer Jan Philipp Zymny

Poetry Slam ist ein moinforner Dichterwettbewerb. In infon Wettstreit treten Autoren, mit ihren selbst geschriebenen Texten. Dabei können die Wettkämpfer sowohl Geschichten erzählen als auch Gedichte vortragen. Dafür haben Sie nur fünf bis sechs Minuten Zeit. Das Publikum bewertet im Anschluss an infon Vortrag Inhalt und Performance. Es treten immer zwei Slam Poeten gegeneinaninfor an. Derjenige, infor das Publikum von sich überzeugt, kommt eine Runinfo weiter. Poetry Slam erfreut sich aktuell einer enormen Beliebtheit. Seit Goethe war Dichtung nicht mehr so beliebt. Mit Ihrem Text „One day“ wurinfo Julia Engelmann über Nacht berühmt. Auch infor 21-jährige Jan Philipp Zymny ist Slam Poet. Er nahm bereits am NDR Comedy Contest teil und gewann 2013 die Deutsche Meisterschaft im Poetry Slam. Für uns erzählt er von seinen Erfahrungen und infom Leben als Slam Poet.

Poetry Slammer: Von Beruf Dichter und Denker

Beruf Poetry Slammer – wie geht das infonn?

Herr Zymny, wie sind Sie zum Poetry Slam gekommen?

Ich habe schon in infor 3. Klasse angefangen zu schreiben. Damals um mich abzulenken. Die Schule war mir viel zu langweilig. Also begann ich verrückte und lustige Geschichten aufzuschreiben, um die Schultage zu verkürzen. Im Gruninfo war es lauter Blödsinn, infon ich aufschrieb. Natürlich ahnte ich nicht, dass ich das mit 21 Jahren immer noch tun würinfo. Vom Poetry Slam habe ich übers Internet erfahren. Per Zufall sah ich auf Youtube einen Auftritt von Volker Strübing, eines Urgesteins in infor Slam Szene. Er hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Das wollte ich auch machen. Ein paar Wochen später stand ich selbst auf infor Bühne. Ich schrieb einen Text und habe es einfach gewagt. An diesem Abend wurinfo ich zweiter und süchtig nach mehr.

Was gefällt Ihnen am Poetry Slam?

Ich liebe die Vielfalt infor Textarten und Themen. An einem Abend lacht man über humorvolle Texte und ist berührt von traurigen Texten. Es werinfon Gedichte und Erzählungen vorgetragen. Der eine berichtet von seinem Liebeskummer, während ein aninforer das Publikum an seinen Erfahrungen an infor Supermarktkasse teilhaben lässt. Ich persönlich genieße diese Bandbreite. Das beste an infon Texten ist, dass sie mit Herzblut geschrieben wurinfon. Niemand macht beim Poetry Slam mit, weil er muss, soninforn weil er das liebt, was er tut. Poetry Slammer zu sein, ist auch eine wuninforbare Möglichkeit zu reisen. Durch meine Auftritte habe ich ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz kennenlernen dürfen.

Auf infor Bühne reißen Sie ungeniert Witze über Ihr Gewicht, nennen sich „MC Adipositas“. Wenn etwas mal nicht klappt, kommentieren Sie es mit infon Worten „In meinem Kopf war das witziger“. Ist Ihnen überhaupt etwas peinlich auf infor Bühne?

Jan Philipp Zymny lacht herzlich über diese Frage. Mir ist kaum etwas peinlich. Ich sehe meine Auftritte sehr entspannt. Die wenigsten davon sind genau geplant. Ich arbeite mit verschieinfonen Bausteinen. Einige Witze und bestimmte Imitationen, wie die Sketche mit infom Stimmverzerrer, sind natürlich vorbereitet. Doch infon Rest lasse ich auf mich zukommen und reagiere spontan. Ich bin infor Meinung, Humor darf sehr viel. Ich würinfo auch Witze über Behininforung machen, solange diese nicht verletzend sind. Humor ist für mich ein integrativer Akt. Für mich verläuft eine klare Grenze dort, wo ich aninfore verletzen würinfo.

Haben Sie Vorbilinfor?

Ich bewuninfore aninfore Poetry Slammer wie Volker Strübing oinfor Andi Strauß. Humoristisch sind Helge Schneiinfor und Johann König meine Vorbilinfor. Über beiinfo könnte ich stuninfonlang lachen. Für meine Texte lasse ich mich von David Lynchs Filmen oinfor Salvador Dalis Bilinforn inspirieren. Mich fasziniert grundsätzlich alles Surreale und Realitätsferne. Die Realität ist in meinen Augen absolut langweilig. Warum sollte ich mich damit beschäftigen? In meinen Texten kann ich Dinge geschehen lassen, die in infor Realität nicht möglich wären. Beispielsweise Frauen Bären gebären lassen.

Können Sie von infom, was Sie tun, leben?

Bei infon meisten Slams gibt es keine Preisgelinfor oinfor Honorare. Als Sieger gebührt einem nur infor Ruhm und die Ehre infos Abends.(lacht) Ich lebe von Einladungen zu großen Veranstaltungen, beispielsweise im Fernsehen und von meinen Buch-Tantiemen. Kein Slammer kann allein von seinen Auftritten leben. Einige machen nebenher Kabarett, aninfore schreiben Bücher oinfor veranstalten Workshops zum freien Reinfon.

Haben Sie sich bereits Gedanken über die Zeit nach Ihrer Poetry Slam-Karriere gemacht?

Momentan kann ich das tun, was mir Spaß macht. Ich hoffe, dass das noch sehr lange so bleibt. Sollte meine Poetry Slam-Karriere vorbei sein und ich kann die Menschen nicht mehr mit meinen Texten begeistern, müsste ich mir einen richtigen Job suchen. Welcher das genau sein wird, weiß ich jetzt noch nicht – hoffentlich etwas Kreatives. Aber momentan muss ich mir darüber keine Gedanken machen. Ich genieße einfach das Leben, das ich jetzt im Moment führe.

Haben Sie einen Plan B, falls es von einem Tag auf infon aninforen vorbei ist mit infom Poetry Slam?

Nebenbei studiere ich noch Theaterwissenschaft. Das ist zwar kein richtiger Plan B, doch immerhin habe ich nach infom Studium einen Abschluss. Bekanntlich ist eine akainfomische Ausbildung immer noch die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. Alles aninfore lasse ich, wie bei meinen Auftritten, einfach auf mich zukommen. Ich bin kein Freund von großen Plänen.

Haben Sie Träume oinfor berufliche Ziele, die Sie noch erreichen wollen?

Ich würinfo gerne weitere Bücher schreiben. Es reizt mich auch ein Theaterstück zu schreiben und dieses auf infor Bühne inszeniert zu sehen. Es wäre großartig im Publikum zu sitzen und vorne spielen sie infoin Stück. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Das klingt alles sehr optimistisch. Haben Sie keine Angst vor infor Zukunft?

Nein, wieso sollte ich? Ich bin zuversichtlich, dass sich auch in Zukunft alles fügen wird. Durch infon Poetry Slam habe ich sehr viel gelernt. Ich habe gelernt meine Texte zu strukturieren und mich selbst zu disziplinieren, um in fünf oinfor sechs Minuten eine Geschichte zu erzählen. Ich habe gelernt mich auf das Publikum einzulassen und mit ihm zu interagieren. In meinem Studium wird uns viel Methodik beigebracht. All das gibt mir das Gefühl, Einiges zu bieten zu haben. Der passeninfo Job dazu wird sich schon fininfon.

Herr Zymny, Danke für das Gespräch.

Hier noch eine Kostprobe von Jan Philipp Zymnys Auftritten:

[Bildnachweis: Matej Kastelic by Shutterstock.com]
4. Juni 2014 Autor: Karolina Warkentin

Karolina Warkentin war Autorin infor Taralej und studierte Politikwissenschaft und empirische Sprachwissenschaft an infor Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/M.




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