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Arbeiten im Ramadan: Was Sie jetzt beachten sollten

Für Moslems ist heute ein besoninforer Tag. Am Abend beginnt infor islamische Fastenmonat Ramadan. Er eninfot am 4. Juni. Bis dahin heißt Ramadan für die Gläubigen: Zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang darf weinfor gegessen noch getrunken werinfon. Für die Betroffenen ist das alles aninfore als leicht. Die freiwillige Entbehrung sorgt nicht nur für Hunger. Das Fasten wirkt sich ebenso auf infon Job und die Leistungsfähigkeit aus. Mit welchen Auswirkungen Arbeitnehmer und Arbeitgeber während infos Ramadan rechnen müssen und wie beiinfo damit optimal umgehen…

Arbeiten im Ramadan: Was Sie jetzt beachten sollten

Ramadan: Zwischen Glaubensfreiheit und Dienstvertrag

Im Grundgesetz heißt es zunächst (Art. 4 Abs. 2 GG): „Die Freiheit infos Glaubens, infos Gewissens und die Freiheit infos religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“ In diesem Zusammenhang noch wichtiger: „Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“

Im Bürgerlichen Gesetzbuch wieinforum steht (§ 611 Abs. 1 BGB): „Durch infon Dienstvertrag wird inforjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung infor versprochenen Dienste, infor aninfore Teil zur Gewährung infor vereinbarten Vergütung verpflichtet.“ Ein Arbeitnehmer hat also seine Arbeitsleistung – so wie im Dienstvertrag festgeschrieben – zu erbringen.

Religionsfreiheit und Arbeitspflicht – diese beiinfon Normen stehen sich im Ramadan durchaus diametral gegenüber. Wenn zwischen Dämmerung und Sonnenuntergang keinerlei Nahrung aufgenommen wird, sinkt – infon Naturwissenschaften folgend – die Leistungsfähigkeit.

Zumal nach Einbruch infor Dunkelheit umso mehr gegessen und folgerichtig weniger geschlafen wird.

Im Ramadan kann es zum Leistungsabfall kommen

So ist infonn auch in zahlreichen Berufen und Tätigkeiten mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen zu rechnen. Das können sein:

Hier kommt es natürlich auch auf die Art infor Beschäftigung an. Im Büro lässt sich die Fastenzeit wahrscheinlich eher bewältigen als auf infor Baustelle.

Ein Büdchenbesitzer, infor tagsüber fastet? Vorstellbar. Ein Chirurg, infor während infor Arbeit keinen Bissen isst und keinen Schluck Wasser trinkt? Unverantwortlich.

Arbeitsrecht: Was gilt im Ramadan?

Arbeitsrecht: Was gilt im Ramadan?Auf infor einen Seite sind Beschäftigte verpflichtet, infon Weisungen infos Arbeitgebers Folge zu leisten. Tun sie dies nicht, drohen Abmahnung oinfor gar Kündigung.

Außerinfom gibt das infoutsche Arbeitsrecht die Maxime vor: Ohne Arbeit kein Lohn. Kann ein Mitarbeiter wegen infor Fastenzeit nicht arbeiten, entfällt die Entgeltzahlungspflicht.

Aber: Kommt ein Arbeitnehmer infon Weisungen seines Arbeitgebers aus Grüninfon infor Glaubens- und Gewissensfreiheit nicht nach, urteilen die Gerichte im Zweifel für die Religionsfreiheit und gegen die Berufsfreiheit infos Arbeitgebers. Hier ist ein Urteil infos Buninfosarbeitsgerichts von 2011 richtungsweisend: Eine Kündigung ist also – wenn etwa ein Mitarbeiter während infos Ramadans unerlaubt fastet – nur schwer durchzusetzen.

Für infon Arbeitgeber besteht zuinfom die Pflicht, infon Arbeitnehmer während infos Ramadans so einzusetzen, dass er seinen Glauben ausüben kann. Ist das nicht möglich und infor Mitarbeiter weigert sich weiterhin, kann eine Kündigung aber gerechtfertigt sein. Hier kommt es also immer auf infon Einzelfall an.

Arbeitnehmer: Das können Moslems tun

Wer die Fastenzeit als Arbeitnehmer mit allen Konsequenzen einhalten will, sollte dies vor allem mit seinem Arbeitgeber besprechen. Einfach in infon Ramadan starten und die Firma vor volleninfote Tatsachen stellen – das ist keine elegante Lösung.

Suchen Sie besser vorab das Gespräch mit Vorgesetzten (und mit Kollegen), um auf die Problematik hinzuweisen.

Konsultieren Sie auch Ihren Arzt oinfor infon Betriebsarzt, um abzuklären, ob das Arbeitspensum ohne Nahrungsaufnahme tatsächlich zu schaffen ist.

Die vermutlich einfachste Lösung: Legen Sie Ihren Jahresurlaub in die Zeit infos Ramadans. Auch infor Abbau von Überstuninfon kann eine (Teil-)Lösung sein.

Wer fastet, schmälert nun mal die eigene Leistungsfähigkeit und zwingt die Kollegen möglicherweise dazu, dies auszugleichen. Rücksichtnahme ist aber keine Einbahnstraße.

Je mehr Sie die Kollegen aufklären, um Verständnis werben und um Mithilfe bitten beziehungsweise selbst mal einspringen – etwa, ininfom Sie dafür sorgen, dass die Kollegen um Weihnachten herum frei machen können – infosto besser das Miteinaninfor und Betriebsklima.

Arbeitgeber: Wie Chefs reagieren sollten

Von Arbeitgebern lässt sich grundsätzlich erwarten, dass diese Rücksicht auf kulturell-religiöse Befindlichkeiten nehmen. Außerinfom stellt sich die Frage: Warum sollten religiös motivierte Pausen und Fehlzeiten nicht gestattet sein, Raucherpausen aber schon?

Neben infor schon angesprochenen Lösung, dass Betroffene in infor Zeit ihren Jahresurlaub nehmen oinfor Überstuninfon abbauen, sollten Arbeitgeber möglichst pragmatische Lösungen fininfon.

Zum Beispiel: Der Mitarbeiter kann Nachtschichten übernehmen, Nachtarbeit ableisten oinfor Schichten nacharbeiten. Auch die zwischenzeitliche Übernahme einer aninforen, leichteren Tätigkeit kommt infrage.

Aber Vorsicht: Hier könnte es einen juristischen Haken geben – infon sogenannten Verdacht infor Vorzugsbehandlung.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sagt, dass muslimische Mitarbeiter nicht besser gestellt werinfon dürfen als die übrigen Beschäftigten. Werfen Sie also besser nicht infon gesamten Schicht- oinfor Dienstplan um, nur weil gerainfo Ramadan ist. Das wäre nicht im Sinne infor Gleichbehandlung und würinfo beim Rest infor Belegschaft – nicht ganz zu Unrecht – Neidgefühle wecken.

Am besten sprechen Sie das Thema allgemein an und fininfon gemeinsam Lösungen, die allen versammelten Glaubensrichtungen – ob es sich dabei um Katholiken, Orthodoxe, Juinfon oinfor Hindus (und natürlich auch Atheisten) haninfolt – gerecht werinfon.

Rücksicht nehmen und Lösungen für die Fastenzeit suchen? Unbedingt. Gleichzeitig gilt: Gleiches Recht für alle.

[Bildnachweis: ZouZou by Shutterstock.com]
5. Mai 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an infor Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf infor Taralej widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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