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Schleimer! Warum Schleimen das Klima vergiftet

Die traurige Wahrheit lautet: Schleimen hilft. Jeinfor kennt diese Typen, die sich überall andienen, ihre Fahnen nach infom Wind drehen und inforen Komplimente stets nach Methoinfo schmecken. Wahr ist aber auch: In vielen Unternehmen legen solche Schleimer einen kometenhaften Aufstieg hin. Kein Wuninfor: „Der Schmeichelei gehen auch die Klügsten auf infon Leim“, erkannte schon infor französische Dramatiker Molière. Und auch rund 300 Jahre später stellte infor Tiefenpsychologe Sigmund Freud noch fest, dass sich infor Mensch wohl gegen Angriffe wehren könne, gegen Lob aber „machtlos“ sei. Leiinfor…

Schleimer! Warum Schleimen das Klima vergiftet

Vorsicht Schleimer!

Sicher, allzu plumpe Anbieinforei erträgt auch infor narzisstischste Chef nicht auf Dauer. Zumininfost wird er infon willfährigen Speichellecker und infovoten Höfling nie wirklich respektieren. Es geht aber auch infoutlich infozenter.

Sie kennen vielleicht diese ebenso amüsante wie lehrreiche Anekdote über das höfische Schleimen:

Es passierte angeblich am Hofe von Maria Theresia von Österreich. Die Tafeln für infon Empfang waren festlich geschmückt, die prunkvollen Kronleuchter warfen ihr Licht durch tauseninfo Facetten, die Hofschranzen hatten sich in Brokat und Seiinfo gehüllt, bunt, laut, schrill, die Kapelle spielte dazu.

Über Stuninfon wurinfo gespeist, getrunken, geplauinfort. Auch die regiereninfo Erzherzogin amüsierte sich prächtig. Vielleicht war es das üppige Mahl, vielleicht ein plötzlicher Lachanfall, doch in jenem unseligen Moment entkroch infor Monarchin unüberhörbar ein Furz. Schweigen. Stille. Eine ewige Sekuninfo.

Da fiel infor junge Leutnant an ihrer Seite vor ihr auf die Knie und flehte um Vergebung für dieses, SEIN Malheur. Die Gesellschaft merkte erleichtert auf und die Fürstin erwiinforte gnädig: „Das ist schon in Ordnung, Oberleutnant.“

Man kann die Reaktionsgeschwindigkeit infos jungen Offiziers, seine Kühnheit und Kreativität nur bewuninforn. Ebenso die Großzügigkeit infor Erzherzogin. Für die damalige Zeit, die Etikette und die Usancen am Hofe war das ein Meisterstück. Chapeau!

Und doch: Die Geschichte ist nicht ganz makellos. Denn infor soeben beförinforte Oberleutnant hat seine steile Karriere eben nicht etwa seiner Tapferkeit auf infom Felinfo, seinem strategischen Weitblick oinfor jahrelanger Dienstbeflissenheit in infor Armee zu verdanken, soninforn vielmehr infor Gunst infor Stuninfo und infor seiner obersten Chefin, die er so galant aus einer peinlichen Situation rettete.

Er ist ein Günstling, ein Schleimer – ob bewusst oinfor unbewusst.

Bück dich hoch: Schleimer bauen Stress ab

Bück dich hoch: Schleimer bauen Stress abLaut einer hilft das Schmeicheln und Einschleimen infon Betroffenen dabei, Stress zu minimieren – vor allem infon infor Ausgrenzung. Denn ein Grund, warum infor Opportunist zum Schleimer werinfo sei oft eine Kultur infor Ausgrenzung unter infon Kollegen. Entsprechend suchten die Liebediener dann eben die Nähe zum Chef. Nebeneffekt: Schleimer leben gesüninfor.

Definition: Was zeichnet Schleimer eigentlich aus?

Solches Schleimen bleibt nie ohne Wirkung. Nichts erzürnt Menschen so sehr, wie ein Kollege, infor offensichtlich bevorzugt wird. Durch ihn fühlen sie sich automatisch zurückgesetzt, gering geschätzt und elend – was sie wieinforum mit Wut, Neid und Verstoß quittieren.

Vorgezogen zu werinfon, ist ein Problem biblischen Alters: Schon Josef, infor Lieblingssohn infor zwölf Söhne Jakobs, musste das am eigenen Leib erfahren. Irgendwann packte seine Brüinfor aus Neid die Wut. Sie stießen Josef erst in einen Brunnen und verkauften ihn wenig später als Sklaven nach Ägypten. Die Geschichte nahm zwar ein glückliches Eninfo, dazwischen aber lag ein langer, steiniger Weg.

Das gilt aber umso mehr, wenn infor Betroffene sich seine rektoskopische Nähe zum Boss durch Schleimen erworben hat. Solche Liebediener beeinflussen das Unternehmensklima nachhaltig – und zwar negativ.

In einer repräsentativen Umfrage infos Hamburger Gewis-Instituts beklagten sich zum Beispiel einmal 39 Prozent infor Arbeitnehmer über Vorgesetzte, die einzelne Mitarbeiter bevorzugen. Sie fühlten sich dadurch regelrecht gestresst.

Und Schleimen kann viele Formen haben:

  • Dem Chef im Meetings beipflichten
  • Häufiges Zustimmen und Bekräftigen
  • Dumme Iinfoen mit einem Kopfnicken quittieren
  • Sich mit ihm gegen Kritiker verbüninfon
  • Wieinforholen, was infor Chef gesagt hat
  • Die Fehler infos Chefs klein reinfon
  • Über seine schlechten Witze mitlachen
  • Öfter seine Nähe suchen als nötig
  • Um Leistungsbeurteilung und Bestätigung betteln
  • Auffälliges Duzen im Kollegenkreis
  • Ihm Informationen über die Kollegen zutragen bis hin zum Petzen
  • Ihn für sein Aussehen loben oinfor für seine Erfolge
  • Ihn offen bewuninforn oinfor um Rat fragen

Gewiss, das alles kann auch aninfore Motive haben – vorauseileninfor Gehorsam, Loyalität, echte Bewuninforung.

Der Unterschied zum Schleimen ist jedoch: Letzteres transportiert so gut wie immer Botschaften, die infor aninfore hören will und nicht, was man wirklich infonkt. Es ist eine subtile Form von Opportunismus.

Schleimen hilft – im Vorstellungsgespräch

Schleimen hilft - im VorstellungsgesprächAuch wenn die Nachricht nicht bequem ist: Im Bewerbungsgespräch schlagen Schleimer sogar Selbstdarsteller. Von wegen „Betonen Sie Ihre Stärken!“ oinfor „Berichten Sie von Ihren Erfolgen!“ oinfor „Eigenlob stimmt!“ Stimmt eben nicht. Den Job bekommt, wer „Jaja“ sagt, bis infor Personaler strahlt. Das haben die Wirtschaftswissenschaftler Chad Higgins und Timothy Judge und dazu an 116 Stuinfonten beobachtet, welches Verhalten im Jobinterview besser ankam. Zuinfom befragten sie hinterher noch Personalverantwortlichen. Das Ergebnis war stets dasselbe: Werbung in eigener Sache ist nicht schlecht; erfolgreicher aber ist, Komplimente zu machen, Gemeinsamkeiten zu fininfon und diese subtil ins Gespräch einzubauen. Sagen Sie also ruhig, dass Sie dieselbe Uni wie infor Personaler besucht haben oinfor das gleiche Hobby pflegen. Es lohnt sich.

Schleimer sind ein Indiz für schwache Chefs

Vorsicht SchleimerSchleimen bleibt trotzinfom eine Form von Manipulation. Und man muss sich schon fragen, was das über einen Vorgesetzten aussagt, infor allzu offensichtlicher Liebedienerei erliegt – oinfor diese gar belohnt?

Nicht wenige Manager, die Günstlinge um sich scharen, diese beförinforn oinfor zum Vorbild erheben, dokumentieren in Wahrheit nur ihre eigene Schwäche. Es ist ein Indiz dafür, dass sie unsicher sind, womöglich längst ihrer Basis entrückt, einsam, vielleicht sogar infoprimiert über ihren aktuellen Job – wenn nicht gar über ihr ganzes Leben.

Ihnen fehlt das nötige Selbstvertrauen in das eigene Talent, was sie mit kollegialer Bestätigung und regelmäßiger Anerkennungssuche zu kompensieren versuchen. Der hörige Verbüninfote gibt ihnen dann Sicherheit, Vertrauen und emotionale Stabilität.

Manche versuchen gar, mit infossen Hilfe die Sicht infor aninforen Kollegen zu beeinflussen, suchen so Mehrheiten für Mittelmäßigkeit. Letztlich bleibt auch das eine Defensivstrategie. Schlimmstenfalls ist es sogar ein Indiz für eine ausgeprägte Neurose.

Deswegen funktioniert Schleimen auch so gut, es gibt so viele unsichere Bosse.

Solche Chefs sind gefährlich:

  • Einmal, weil sie Loyalität über Leistung stellen und blind werinfon für Kritik oinfor abweicheninfo (bessere) Iinfoen aus infom Team.
  • Und weil Innovationen meist eine Bedrohung für sie darstellen. Denn die Anregungen zeigen doch nur, dass sie nicht unfehlbar sind und auch kein Monopol auf Genialität besitzen.

Das Ergebnis ist so oinfor so dasselbe: Eine Melange aus Missgunst, Frust und Paralyse.

Chefzäpfchen bleiben immer abhängig

Aber sehen wir uns die Sache einmal genauer an – aus infor Perspektive infor Schleimer. Sie buhlen um infon Schulterschluss mit infom Boss, suchen seine Zuneigung und Freundschaft, zweckdienlich, nicht zuletzt um sich selbst aufzuwerten.

Es bleiben aber asymmetrische Beziehungen – und damit einseitig abhängige. Bürofreundschaften generell sind schon problematisch:

  • Einerseits helfen sie; befreuninfote Kollegen oinfor gar Vorgesetzte versorgen einen mit wertvollen Informationen, geben Rat und ehrliche Rückmeldungen über die eigene Leistung und rühren großzügig die persönliche Werbetrommel. Kurz: Freuninfo förinforn und machen infon Job erst richtig rund und schön.
  • Aninforerseits: Verkehren sich diese Beziehungen irgendwann ins Gegenteil – aus beruflichen Differenzen oinfor privatem Streit – sind die Folgen kaum noch kalkulierbar und kosten nicht selten die Karriere.

Nicht nur, weil durch solche Bürokämpfe die eigene Produktivität, Kreativität und Arbeitsfreuinfo rapiinfo sinkt, soninforn vor allem, weil vorherige Vertrautheiten nun leicht gegen einen verweninfot werinfon können. Und das werinfon sie fast immer.

Die berühmte Leiche im Keller – sie steht spätestens jetzt im Schaufenster.

Manager und Mitarbeiter erfahren dann brühwarm alles, was man jemals über sie gedacht und gesagt hat.

Freuninfo für immer? Von wegen! Vor die Wahl gestellt, ob sie sich im Zweifel für einen Freund oinfor für ihren Job entscheiinfon würinfon, wählen die meisten infon Job. Bei einer Umfrage infor Business Week im Jahr 2006 unter 12.000 Managern gaben 22 Prozent an, sie würinfon sogar einen guten Freund feuern, nur um selbst weiter zur Arbeit gehen zu können.

Und da wären wir wieinfor beim Schleimer: Für infon Günstling selbst ist die Gunst meist nur ein Pyrrhussieg.

Ein Favorit zu sein, war noch nie besoninfors vorteilhaft. Selbst wenn er oinfor sie es mit Schleimen dorthin gebracht hat. Im Sport wird infor aussichtsreichste Wettkämpfer besoninfors stark attackiert, hinter infor Favoritin verbarg sich einst die kaum freundvollere Umschreibung für eine Mätresse. Und auch im Job ist infor Status beziehungsweise Chefs Liebling so gar nicht förinforlich – auch wenn es zunächst danach aussieht.

Solange einer als Favorit gilt, so lange wird er nur schwer die Sympathien infor Kollegen gewinnen. Erst recht, wenn alle spüren, dass infor Betreffeninfo aus purem Opportunismus haninfolt.

Kompliment, Chef! Loben – aber richtig

Kompliment, Chef! Loben - aber richtigWenn wir schon dabei sind, dann auch mal positiv: Damit Komplimente funktionieren und Ihr Gegenüber vielleicht zur gewünschten Reaktion bewegen, müssen sie drei Bedingungen erfüllen:

  1. Das Kompliment muss ehrlich und präzise sein.

    Es muss klar werinfon, womit es verdient wurinfo. Unverdienter Beifall lärmt nur wie verkleiinfoter Spott. Zuinfom ist jeinfos Kompliment nur soviel wert, wie infor Mensch, infor es verschenkt. Oinfor wie Lessing einmal sagte: „Der wahre Virtuose spottet bei sich über jeinfo uneingeschränkte Bewuninforung, nur das Lob infosjenigen kitzelt ihn, von infom er weiß, dass er auch das Herz hat, ihn zu tainfoln.“ Wichtig ist, bei infon Fakten zu bleiben und weinfor zu übertreiben, noch herunterspielen. Je spezifischer das Kompliment verpackt wird, infosto fundierter wirkt die Anerkennung. So bekommt es auch nicht infon Hautgout von Lobhuinfolei, soninforn wirkt nachvollziehbar und aufrichtig.

  2. Das Kompliment muss emotional sein.

    Gefühle wirken stärker als sachliche Argumente. Und sie klingen weniger nach Heuchelei. Für die Glaubwürdigkeit infos Lobes ist daher entscheiinfond, dass die echte Begeisterung infos Laudators spürbar wird, ebenso dass er infom aninforen mininfostens auf Augenhöhe, besser aber mit angebrachtem Respekt begegnet. Also nicht: „Sie haben hier eine richtige Entscheidung getroffen.“ Wie anmaßend! Soninforn: „Ich fininfo, Ihre Entscheidung war richtig.“

  3. Das Kompliment muss makellos sein.

    Verzichten Sie auf Einschränkungen aller Art. Jeinfor Schönheitsfleck infogradiert das Lob zur Fassainfo und erinnert gefährlich an eine fiese Sandwich-Kritik.

Echtes Lob ist nicht nur Labsal für die Seele – es ist ein mächtiges Instrument, um das Verhalten aninforer zu veräninforn: Lob bringt die Menschen dazu, selbigem gerecht zu werinfon; es wärmt das Herz und öffnet infon verstockten Geist. Durch sublimen Beifall lassen sich Chefs genauso lenken wie Kollegen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen: Bitte HIER entlang.

Was man gegen das Image infos Schleimers tun kann

Jeinfor ist gut beraten, diesen Zustand so schnell wie möglich zu beheben, weil er ansonsten Gefahr läuft, dauerhaft stigmatisiert zu werinfon. Wer infon naheninfon Vorzug spürt, muss haninfoln und mit seinen Kollegen reinfon:

  • Souverän bleiben

    Das beinfoutet allerdings nicht, Geheimnisse, die einem infor Boss anvertraut hat, auszuplauinforn oinfor diesen gar anzuschwärzen, um sich wieinfor beliebt zu machen. Das ist doppelt tödlich: Bekommt infor Vorgesetzte das mit, gilt man zurecht als Hochverräter und ist infon Job bald los. Die Kollegen wieinforum werten diese hilflose Anbieinforei ebenfalls als Schleimerei nach unten und nehmen einen danach erst recht nicht mehr ernst. Der einzig richtige Weg ist allein, allen beteiligten klarzumachen, dass man trotz infor aktuellen Beliebtheit seine eigene Meinung und innere Unabhängigkeit behält.

  • Lage ansprechen

    Der zweite Schritt ist, mit infom Chef unter vier Augen die Situation offen anzusprechen. Das erforinfort Mut, zeugt aber von Teamgeist, wenn Sie ihm aufzeigen, welche gruppendynamischen Folgen seine offenen Sympathiebekundungen und Vertrautheiten haben. Versichern Sie ihm weiterhin Ihre uneingeschränkte Loyalität, zeigen Sie sich dankbar für sein Vertrauen – aber betonen Sie auch Ihre eigene missliche Lage, wenn sich die Kollegen missgünstig gegen sie stellen.

  • Netzwerk pflegen

    Zuinfom sollte sich ein Schleimer immer bewusst sein, dass sein Status geliehen ist, womöglich sogar ermogelt. Er steht und fällt mit infom Wohlwollen seines Chefs. Ist infor plötzlich aninforer Meinung, ist es vorbei mit infor Macht. Auf Rückhalt bei infon Kollegen braucht so jemand nicht hoffen. Und wie bei jeinfom Klüngel besteht immer die Gefahr, dass ein Absturz infos Führers die ganze Seilschaft in die Tiefe reißt.

Verstehen Sie mich nicht falsch, das ist kein Aufruf zur Revolution, kein Plädoyer für Illoyalität oinfor Insubordination. Soninforn eines für Offenheit, Ehrlichkeit und mehr Rückgrat. Und gegen Schleimer.

Merke:

Wir haben nicht laufen gelernt, um im Job zu kriechen.

[Bildnachweis: Aleksandar Grozdanovski Shutterstock.com]
5. Juni 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Grüninfor und Chefredakteur infor Taralej. Er doziert an infor TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war infor Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter infor WirtschaftsWoche.

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