Sozialversicherungsausweis: Wozu und wo beantragen?

Der Sozialversicherungsausweis ist ein wichtiges Dokument für Arbeitnehmer und Arbeitssuchende in Deutschland. Ohne den Ausweis können Sie keinen Job annehmen und Beiträge an die Rentenversicherung werden auch nicht abgeführt. Daher sollte jeder Erwerbstätige in Deutschland auf seinen Sozialversicherungsausweis aufpassen. Doch was tun, wenn der Sozialversicherungsausweis verloren geht? Wo beantragen Sie einen neuen? Und was machen Sie in der Zwischenzeit? Wir zeigen es Ihnen…

Sozialversicherungsausweis: Wozu und wo beantragen?

Sozialversicherungsausweis: Wozu ist er da?

Sozialversicherungsausweis: Wozu ist er da?Der Sozialversicherungsausweis oder auch Rentenversicherungsausweis (geregelt im Paragraphen 18h des Vierten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB IV) ist ein wichtiges Dokument für Angestellte und Arbeitssuchende. Der Ausweis enthält Angaben, die unter anderem Ihr Arbeitgeber braucht. Dazu gehören:

  • Ihr Name (ggf. Ihr Geburtsname)
  • Ihre Sozialversicherungsnummer
  • Ihren Rententräger
  • das Ausstellungsdatum.

Durch die Zugehörigkeit zur Sozialversicherung sind Sie nicht nur rentenversichert, sondern erhalten auch den gesetzlichen Schutz der Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Bezug von Krankengeld (bei länger andauernden Erkrankungen) wird ebenfalls über die Sozialkassen geregelt.

Einen Sozialversicherungsausweis brauchen Arbeitnehmer bei einem…

  • Praktikum
  • Minijob
  • Teilzeit- und
  • Vollzeitarbeitsverhältnis

Wo bekomme ich einen Sozialversicherungsausweis?

Wenn Arbeitnehmer zum ersten Mal einen sozialversicherungspflichtigen Job annehmen, bekommen sie von der Rentenversicherung den Sozialversicherungsausweis. Das Dokument ist sehr wichtig, damit der neue Arbeitgeber seinen Angestellten bei dem Rentenversicherungsträger anmelden und die Beiträge korrekt abführen kann.

Meist müssen sich Arbeitnehmer nicht selbst um das Dokument kümmern. Wenn der Arbeitgeber weiß, dass der neue Beschäftigte zum ersten Mal einen Job annimmt, meldet er sich bei der Krankenkasse und beantragt den Sozialversicherungsausweis.

Übrigens benötigen Soldaten, Beamte und Richter keinen Sozialversicherungsausweis. Dank ihres besonderen Status sind sie entweder nicht in den gesetzlichen Versicherungen oder sind beitragsfrei in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung versichert.

Arbeitnehmer, die nach 2011 zum ersten Mal anfangen zu arbeiten, bekommen sofort ein Dokument mit allen wichtigen Daten und Informationen von der Rentenversicherung. Zuvor gab es noch ein leicht lila/orange schimmernden, rechteckigen, kleinen Ausweis, auf dem die Daten vermerkt waren.

Auf dem alten Ausweis gab es außerdem Platz für ein Foto des Inhabers. Das war gerade in den Branchen wichtig, in denen es früher die sogenannte Mitführungspflicht für den Sozialversicherungsausweis gab. Dazu weiter unten mehr.

Arbeitnehmer, deren Name oder Versicherungsnummer sich geändert hat, bekommen ohne einen Antrag zu stellen, einen neuen Sozialversicherungsausweis von der Rentenversicherung.

Sozialversicherungsausweis verloren: Was nun?

Gerade wenn Arbeitnehmer den Job wechseln ist es ungünstig, wenn sie den Sozialversicherungsausweis verloren haben. Ohne den Ausweis kann der neue Arbeitgeber die Personalakte nicht komplett anlegen, da die Rentenversicherungsnummer fehlt, die auf dem Dokument vermerkt ist.

Unser Tipp: Sobald Sie merken (und nicht erst, wenn Sie sich auf einen neuen Job bewerben), dass Sie den Sozialversicherungsausweis verloren haben, sollten Sie einen neuen beantragen. Das geht über Ihre Krankenkasse, die sich dazu mit der Rentenversicherung in Verbindung setzt. Dafür müssen Sie meist nur eine kurze Nachricht schicken oder ein Onlineformular ausfüllen.

Da die Bearbeitungsfrist meist relativ lange ist (mit einem bis drei Monaten müssen Arbeitgeber rechnen), stellen die Krankenkassen eine Ersatzbescheinigung aus. Mit dieser Bescheinigung können Sie zu Ihrem neuen Arbeitgeber gehen und er kann alle notwendigen Daten für die Gehaltsabrechnung nachtragen.

Wenn Sie sich nicht an Ihre Krankenkasse wenden möchten, können Sie einen neuen Sozialversicherungsausweis auch direkt über Ihren Rentenversicherungsträger beantragen. Allerdings geht das meist auch nicht schneller. Die Neuausstellung ist bei der Rentenversicherung und Krankenkasse kostenfrei.

Unser Tipp: Um Verzögerungen bei dem Jobwechsel zu vermeiden und beim neuen Arbeitgeber nicht den Eindruck zu erwecken, Sie seien ein wenig chaotisch, empfiehlt es sich, die Sozialversicherungsnummer, die auf Ihrem Ausweis vermerkt ist, zu notieren.

So können Sie bei Ihrer Einstellung wenigstens die Nummer angeben. Sollte es dafür schon zu spät sein, haben wir noch einen weiteren Tipp: Schauen Sie auf den alten Meldebescheinigungen Ihres vorherigen Arbeitgebers nach. Auch dort finden Sie die Sozialversicherungsnummer.

Übrigens benötigen Sie den Sozialversicherungsausweis nicht nur dann, wenn Sie in ein neues Arbeitsverhältnis eintreten. Wenn Sie Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld (ALG) I oder II beantragen möchten, brauchen Sie das Dokument ebenfalls. Indem Sie sich mit dem Ausweis bei der Agentur für Arbeit registrieren und arbeitslos melden, soll Schwarzarbeit und der unberechtigte Bezug von Sozialleistungen (beispielsweise durch einen Missbrauch der Geringfügigkeitsgrenze) verhindert werden.

Bis zum Jahr 2009 gab es eine sogenannte Mitführungspflicht für Arbeitnehmer bestimmter Brachen. Dazu gehören:

  • die Fleischwirtschaft
  • das Schausteller-, Personenbeförderungs-, Gaststätten- und Logistikgewerbe
  • das Baugewerbe
  • die Forstwirtschaft

Dies sind allesamt Branchen, in denen die Zahl an Schwarzarbeitern höher ist als in anderen. Um Schwarzarbeit zu unterbinden, mussten die Beschäftigen ihren Sozialversicherungsausweis bei der Arbeit ständig dabei haben.

Sollte es zu einer Kontrolle des Zolls oder einer anderen Behörde kommen, mussten sie sich in der Vergangenheit mit dem Sozialversicherungsausweis ausweisen. Mittlerweile wurde diese Pflicht jedoch aufgehoben. Beschäftigte in einer der genannten Branchen müssen nun ein anderes gültiges Ausweispapier wie (Pass oder Personalausweis) mit sich führen, um ihre Identität bestätigen zu können.

Das bedeuten die Angaben auf dem Dokument

Das bedeuten die Angaben auf dem DokumentAuf dem Sozialversicherungsausweis steht zunächst die Sozialversicherungsnummer (SV Nummer). Sie besteht aus einem Mix aus Buchstaben und Zahlen.

Um eine genaue Zuordnung zu ermöglichen, hat jeder Bürger eine individuelle SV Nummer. Nehmen wir an, Ihre SV Nummer würde folgendermaßen aussehen: 13 365783 P 89 0, dann bedeuteten die unterschiedlichen Zahlen und Buchstaben Folgendes:

  • 13: Ihr Rentenversicherungsträger
  • 365783: Ihr Geburtsdatum
  • P: Der erste Buchstabe Ihres Nachnamens (Geburtsname)
  • 89: Kennziffer für das Geschlecht
  • 0: Die Prüfziffer der ausstellenden Behörde

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26. Januar 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.



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