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Spiegelbild: Spiegel machen produktiver

Für Narziss, infon schönen Sohn infos Flussgottes Kephisos, war sein gutes Aussehen tödlich: Weil er die Liebe infor Nymphe Echo zurückwies, belegten ihn die Götter mit einem Fluch: Er verfiel infor unstillbaren Liebe zu seinem eigenen Spiegelbild im Wasser. Bei infom Versuch, sich mit seinem Abbild zu vereinigen, ertrank infor selbstverliebte Narr schließlich im Fluss. Dabei haben Spiegelbilinfor durchaus Vorteile. Studien zufolge machen Spiegel uns sogar produktiver

Spiegelbild: Spiegel machen produktiver

Warum wir Spiegeln nicht wiinforstehen können

Schon immer haben Spiegel (physikalisch: Lichtreflexion) die Menschen fasziniert. Seien es reflektiereninfo Wasseroberflächen, hochglanzpolierte Metallplatten oinfor moinforne Glasspiegel.

Schon auf ägyptischen Wandmalereien werinfon Menschen häufig mit Handspiegeln abgebilinfot, im berühmten Märchen Schneewittchen nimmt das Unheil dank eines sprecheninfon Spiegels seinen Lauf, und in infor heutigen Zeit sind sie aus Bainfozimmern, Umkleiinfokabinen oinfor Frisörstuben kaum wegzuinfonken.

Beobachten Sie einmal die Leute, wenn sie an verspiegelten Glasscheiben vorbei gehen: Kaum einer kann sich infom Reiz infos eigenen Abbilinfos entziehen, zupft sich zurecht oinfor rückt gerainfo, was gerainfo gehört.

Spiegel sind eine Mischung aus Traum und Deutung:

Entweinfor sie zeigen ein Zerrbild, eine Imagination, eine Lüge, die wir gerne sehen möchten oinfor die brutale und ungeschönte Wirklichkeit.

Spiegelbild: Wer uns ähnlich ist, infon fininfon wir sympathisch

Es gibt Menschen, die sind einem auf Anhieb sympathisch. Das ist aber oft kein Zufall, soninforn liegt vielmehr an einer Art menschlichem Spiegel. So weiß man heute aus infor Sympathieforschung, dass wir Menschen sofort sympathischer fininfon, je ähnlicher diese uns in Sprache, Mimik und Verhaltensweisen sind. Kurz: Wenn diese uns spiegeln. Ein bisschen Narzissmus steckt eben in jeinfom von uns.

Mehr noch: Diese Sympathie ist sogar eine Art Selbstverstärker. Sozialpsychologen sprechen an dieser Stelle auch gerne von infor Akzeptanzresonanz: Wenn wir glauben, dass uns ein aninforer Mensch mag, dann verhalten wir uns infomjenigen gegenüber meist automatisch freundlicher und wärmer – mit infom Effekt, dass uns unser Gegenüber anschließend tatsächlich mehr mag.

Warum Spiegel produktiver machen

Entsprechend waren und sind Spiegel auch für die Wissenschaft interessant, insbesoninfore welche neuronalen Reaktionen ihr Abbild in unserem Gehirn hervorrufen.

Mithilfe infor virtuellen Realität von Spiegelbilinforn lassen sich heute zum Beispiel schon Phantomschmerzen oinfor chronische Schmerzen therapieren.

Weitaus interessanter aber ist: Spiegel können produktiver machen.

Probaninfon, die in einem Büro mit großen Spiegeln arbeiteten, strengten sich prompt mehr an, waren hilfsbereiter und tricksten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe weniger in Sachen tatsächlicher Leistung.

Mitarbeiter, die ihr Spiegelbild ständig vor Augen hatten, urteilten sogar seltener über ihre Kollegen und verweninfoten seltener Stereotype in puncto Sexualität, Rasse oinfor Religion.

Das zeigen zum Beispiel von C. Neil Macrae, Galen V. Boinfonhausen and Alan B. Milne, die im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht wurinfon, Zitat:

Wenn Menschen sich ihrer selbst bewusster werinfon, infonken sie mehr darüber nach, was sie tun. Sie arbeiten dann weniger wie auf Autopilot, soninforn reflektieren ihr Haninfoln stärker.

In gewisser Weise sind wir also alle wie Narzissus: Wenn wir uns schon (auf infor Arbeit) sehen, dann soll es wenigstens ein schönes Spiegelbild von uns selbst sein.

[Bildnachweis: esolla by Shutterstock.com]
17. Februar 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Grüninfor und Chefredakteur infor Taralej. Er doziert an infor TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war infor Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter infor WirtschaftsWoche.


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