Sprache lernen: 13 effektive Tipps

Der Plausch mit Geschäftspartnern in London, der Kurzurlaub in Rom oder der Besuch eines Restaurants in Shanghai – eine mühelose Verständigung wird möglich, wenn Sie eine Sprache lernen. Viele schlagen sich auf Reisen so gerade noch mit Schulenglisch durch. In den meisten Fällen wird kurz vor Reisebeginn noch schnell der ein oder andere Satz einstudiert, wodurch vielleicht die Bestellung im Restaurant gelingt, ein wirkliches Gespräch in einer anderen Sprache aber noch weit entfernt ist. Dabei hegen viele Menschen insgeheim den Wunsch, eine weitere Sprache zu lernen. Doch häufig bleibt es beim Wunsch, denn nur die wenigsten werden aktiv. Dabei sind qualifizierte Arbeitnehmer mit Fremdsprachenkenntnissen auf einem globalen Arbeitsmarkt gefragter denn je. Wir zeigen Ihnen 13 effektive Tipps, wie Sie eine neue Sprache lernen

Sprache lernen: 13 effektive Tipps

Sprache lernen für die Karriere

In vielen Stellenausschreibungen werden heute Fremdsprachenkenntnisse verlangt. Ob Französisch, Spanisch, Russisch oder immer häufiger auch Chinesisch – jedes Unternehmen ist auf der Suche nach neuen Arbeitnehmern, die mindestens eine weitere Fremdsprache (neben Englisch) mitbringen. Die Notwendigkeit dieser Qualifikation ergibt sich aus der Globalisierung der Unternehmen.

Viele besitzen Zweigstellen oder Tochterunternehmen über alle Kontinente verteilt. Kein größeres Unternehmen kommt mehr ohne internationale Zulieferer und Kunden aus. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, steigen auch die Ansprüche an neue Arbeitnehmer. Manchmal hat eine Bewerbung ohne entsprechende Sprachkenntnisse gar keine Erfolgschancen, in anderen Fällen ist es zumindest ein großer Pluspunkt, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Doch auch für langjährige Mitarbeiter kann sich eine Weiterbildung in verschiedenen Sprachen lohnen, um sich für höhere Positionen oder Geschäftsreisen zu empfehlen.

Sprachen lernen und Berufserfahrung sammeln

Einmal mitten im Berufsleben angekommen, sind die Möglichkeiten, eine neue Sprache zu lernen, meist eingeschränkt. Es fehlt schlichtweg die Zeit, der Alltag fordert volle Konzentration und Aufmerksamkeit. Dies soll keine Ausrede sein und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg (wie auch die Tipps weiter unten zeigen). Wer aber vorausschauend plant und handelt, kann bereits frühzeitig die eigenen sprachlichen Kompetenzen an die Erwartungen von Arbeitgebern und die Herausforderungen im späteren Job anpassen.

Gerade für Abiturienten, Uni-Absolventen oder nach einer Ausbildung, wenn der Berufseinstieg nicht sofort erfolgt, gibt es einige Alternativen: Diese verknüpfen Berufserfahrung und das Erlernen einer Fremdsprache. Außerdem beinhalten die Alternativen den Aufenthalt in einem anderen Land, was vielen Personalern positiv auffällt, insbesondere, wenn das Unternehmen selbst in dem Land aktiv ist.

Vier klassische Möglichkeiten stellen wir Ihnen vor und zeigen, was dabei auf Sie zukommt:

  • Au Pair

    Vor allem junge Frauen zieht es immer wieder als Au-pair ins Ausland, wo sie bei einer Gastfamilie wohnen und deren Kinder betreuen. Voraussetzung für einen Au Pair-Aufenthalt ist, dass die jungen Frauen (oder Männer) über Erfahrung im Babysitten verfügen und/oder ein Praktikum im Kindergarten absolviert haben. Von den meisten Organisationen werden mindestens 200 Stunden Erfahrung im Umgang mit Kindern gefordert. Zudem müssen die Au-pairs bei Abflug zwischen 18 und 26 Jahre alt sein.

    Nicht nur die Erfahrungen im Umgang mit Menschen, der Aufenthalt in einem fremden Land und die Verbesserung der jeweiligen Fremdsprache sind für viele ausschlaggebend bei der Entscheidung, sondern auch die Herausforderung alleine im Ausland zurechtzukommen. In vielen Programmen ist ein Sprachkurs vor Ort vorgesehen, um die Sprachkenntnisse weiter zu schulen. Außerdem kann sich die Arbeit als Au-pair positiv auf eine spätere Ausbildung im erzieherischen Bereich auswirken.

  • Auslandspraktikum

    Einen hohen Stellenwert bei Unternehmen genießen auch Praktika im Ausland. Die versprechen neben der Praxiserfahrung eben auch kulturelle Kenntnisse. Bei einem Auslandspraktikum sammelt man nicht nur Arbeitserfahrung, sondern verbessert gleichzeitig seine Sprachkenntnisse, fördert die Eigenständigkeit und sammelt zudem länderspezifische Kenntnisse, die sich als wichtig für den angestrebten Beruf oder das Studium erweisen können.

    Wer beispielsweise einen Aufenthalt in China nachweisen kann und sich dort nicht nur sprachlich, sondern auch beruflich und kulturell weitergebildet hat, dürfte bei einer Bewerbung etwa in der Textil- oder Eletronikbranche derzeit gute Chancen haben. Der Deutsche Akademische Austauschdienst liefert hierfür übrigens gute Informationen – auch zu finanziellen Hilfen und Stipendien.

  • Work & Travel

    Wer im Ausland vor allem seinen persönlichen Horizont erweitern und möglichst kostengünstig durch die USA, Australien, Neuseeland, Südafrika oder Kanada reisen möchte, für den ist Work & Travel genau das Richtige. Bei Work & Travel arbeitet man praktisch immer dann, wenn es die Reisekasse wieder nötig macht.

    So kommt man nicht nur an Geld für die Weiterreise, sondern sammelt während der Jobs auf Farmen, als Animateur oder im Callcenter viele praktische Erfahrungen. Die Voraussetzungen für das benötigte Working Holiday Visum: Bewerber müssen zwischen 18 und 30 Jahre alt sein, Kenntnisse der Landessprache und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

  • Freiwilligenarbeit

    Seit einigen Jahren zunehmend beliebter sind Volunteer-Programme im Ausland. Die Unterstützung von Umweltschutzprojekten, Entwicklungshilfe oder anderen freiwilligen Tätigkeiten werden vor allem für soziale und ökologische Berufe oder Studiengänge gerne gesehen. Volunteer-Projekte gibt es in den ärmeren Regionen dieser Welt wie Süd- und Lateinamerika sowie Asien und Afrika, aber auch in vielen westlichen Ländern.

    Interessant an Freiwilligenarbeit ist, dass Interessenten im Gegensatz zu den meisten anderen Wegen ins Ausland auch mit über 30 Jahren problemlos daran teilnehmen können. Weitere Informationen zum Thema bietet das Portal Freiwilligenarbeit.de.

5 Sprachen, die Ihr Bewusstsein erweitern

Sprache lernen kostenlos App TippsHaben Sie sich schon mal gefragt, ob Menschen die Welt mit anderen Augen sehen, wenn sie Englisch oder Deutsch sprechen? Arabisch oder Persisch? Wie sehr beeinflusst die Sprache unser Denken?

Schon in den vierziger Jahren stellte sich der amerikanische Linguist Benjamin Whorf genau diese Frage und kam zu der Erkenntnis: Die Art, wie eine Sprache Zeit, Raum oder auch Geschlecht ausdrückt, beeinflusst, wie der Sprecher über die Welt denkt. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die sogenannte Sapir-Whorf-Hypothese zwar immer wieder kritisch untersucht und auch an einigen Stellen widerlegt. Die grundsätzliche Frage nach dem Einfluss von Sprache auf unser Denken, bleibt aber bestehen.

In den Neunzigerjahren führten beispielsweise Psychologen einen Test mit spanischen und deutschen Probanden durch. Sie wollten wissen, welche Assoziationen diese zu bestimmten Begriffen herstellten. Zum Beispiel beim Wort Brücke. Im Deutschen ist die Brücke feminin, im Spanischen maskulin (el puente). Die Spanier schrieben der Brücke erstaunlicherweise eher männliche Eigenschaften wie Stärke zu, die Deutschen eher weibliche Eigenschaften wie Eleganz oder Schmalheit. Bei anderen Begriffen war etwas ganz Ähnliches zu beobachten, zum Beispiel bei Berg (der Berg – la montana) und Stuhl (der Stuhl – la silla).

Allein schon um Ihre Sinne zu schärfen, stellen wir Ihnen fünf Sprachen vor, die Sie wahrscheinlich noch nicht kannten. Sich vor Augen zu führen, welche Unterschiede es in Sprachen geben kann, zeigt auch, wie hilflos man ohne die eigene wäre. Oder in welcher der fünf Sprachen würden Sie am liebsten mit Ihren Kollegen kommunizieren? Spielen Sie die Szenarien doch einfach mal gedanklich durch…

Die Sprache, die keine Farben kennt

JEDE Sprache hat Begriffe für Schwarz, Weiß, Rot, für kalte und warme Farben. Diese These legten der Anthropologe Brent Berlin und Linguist Paul Kay schon 1969 vor. Die Yeli Dnye aus Papua-Neuguinea aber kennen nur vage farbliche Umschreibungen, den Begriff ‚Farbe‘ selbst gibt es gar nicht.

Die Farbe Rot wird mit Hilfe eines roten Papageien umschrieben. Die Farbe Schwarz mit der Nacht. Bei den Inselbewohnern ist Farbe eher ein metaphorisches Konstrukt, das nur im Zusammenhang mit existierenden Dingen Sinn ergibt.

Die Sprache, die Sie nicht zum Mittelpunkt macht

Wenn Sie jemand nach dem Weg fragt, wie antworten Sie? Wahrscheinlich in etwa so: Sie gehen da drüben links und an der nächsten Kreuzung wieder rechts. Guugu Ymidhirr würde das ganz anders machen. Die Aborigines aus dem nördlichen Queensland in Australien orientieren sich an ihrem inneren Kompass, der ihnen scheinbar von kleinauf eingeimpft wird.

Er würde also auf die Frage nach dem Weg so antworten: Gehen Sie nach Westen und an der Kreuzung nach Osten. Die Sprache orientiert sich niemals am Sprecher, sondern immer an den Himmelsrichtungen. Es heißt nicht: Rück mal ein Stück nach rechts. Sondern: Rück mal ein Stück nach Westen. Der Sprecher stellt nicht sich selbst (oder den Gesprächspartner) in den Mittelpunkt. Ob die Aborigines dadurch weniger egozentrisch denken und handeln, sei dahingestellt. Aber ihr Navigations- und Orientierungssinn ist erstklassig.

Die Sprache, die Beweise verlangt

Wie viele Äpfel haben wir zuhause?Fünf Stück. So stellt man sich einen logischen Dialog unter deutschen Dächern vor. Die Matsés aus dem peruanischen Amazonas-Gebiet sind in dieser Hinsicht weniger direkt. Sie versehen nahezu alle Informationen, die Sie kommunizieren, mit einer Art Quellenangabe.

Auf das Apfel-Beispiel bezogen würden sie ungefähr so antworten: Es waren fünf Stück, als ich das letzte Mal nachgesehen habe. Die Verbformen hängen IMMER davon ab, wie man an die Information gelangt ist und wann sie zum letzten Mal überprüft wurde. Diese Verbformen sind es auch, die die Matses-Sprache nach Meinung von Linguist David Fleck so außergewöhnlich machen.

Die Sprache, die Zeit anders misst

Auch die Pormpuraaw, ebenfalls Aborigines aus Queensland, verfügen über einen ausgeprägten Orientierungssinn. Auch sie nutzen die Himmelsrichtungen, um Angaben über einen Ort zu machen. Aber mehr noch: Für sie ist sogar die Vorstellung von Zeit unmittelbar mit den Himmelsrichtungen verbunden. In einer Reihe von Experimenten wurden ihnen Kartensets vorgelegt, die verschiedene Prozesse zeigen: Einen Mann, der altert. Ein Krokodil, das wächst. Eine Person, die eine Banane isst.

Wie würden Sie die einzelnen Karten anordnen? Von links nach rechts wahrscheinlich. Das taten die englischsprachigen Probanden auch. Die Pormpuraaw legten die Karten dagegen immer von Osten nach Westen aus – also stets der Sonne folgend – völlig unabhängig davon, an welchem Tischende sie Platz genommen hatten. Man sagte ihnen auch nicht, ob Sie nach Westen, Norden oder Süden guckten – das wussten sie offensichtlich schon ganz von alleine.

Die Sprache, die keine Zahlen kennt

Wie viele Stunden musst du morgen arbeiten?Acht. Wären Sie ein Piraha aus dem Amazonas, fiele die Antwort nicht ganz so leicht. Die Piraha haben weder Wörter für Farben noch für Zahlen, nicht einmal Mengenangaben. Es gibt kein 1, 2, 3 und auch kein „viel“ und „wenig“, auch kein „jeder“ und kein „mehr“. Ihre einzigen Größeneinheiten sind: „groß“ und „klein“. Wenn jemand also beschreiben wollte, wie viele Überstunden er gestern gemacht hat, kann er nur auf diese zwei Kategorien zurückgreifen: „groß“ oder „klein“.

Linguist Daniel Everett, der acht Jahre lang bei den Pirahas lebte und ihre Sprache mittlerweile fließend spricht, führte deshalb einige Experimente mit ihnen durch. Er zeigte den Pirahas in Reihen angeordnete Batterien. Bis zu zwei oder drei Reihen konnten sie nachbilden, aber mehr nicht. Ohne numerisches System also kein Zahlenverständnis. Dieses Defizit scheint ihnen aber wenig auszumachen. Ihre allgemeine Zufriedenheit sei so groß, so Everett, wie er es noch bei keiner anderen Gesellschaft erlebt habe.




Methoden beim Sprache lernen

Wer ernsthaft eine neue Sprache lernen will, muss Zeit investieren – anders geht es nicht. Aber Sie können von verschiedenen Methoden profitieren, die Ihnen das Lernen erleichtern. Welche für Sie die richtige ist, müssen Sie zuerst herausfinden. Es gibt unterschiedliche Lerntypen, das heißt, je nachdem ist ein Lernkanal bei Ihnen besonders ausgeprägt, ein anderer weniger.

Häufig wird zwischen diesen vier Lerntypen unterschieden:

  • Der visuelle Lerntyp

    Wissen wird am besten durch Lesen und die bildliche Veranschaulichung einprägt. Dazu tragen Skizzen, Diagramme oder Mindmaps bei, ebenso das farbliche Markieren von Textstellen. Vorteilhaft: Lernen mit Karteikarten und Videos Nachteilig: Ein unaufgeräumter Schreibtisch – der lenkt nur ab.

  • Der motorische Lerntyp

    Das Haptische und Gestalterische liegt diesem Lerntyp, weshalb die praktische Arbeit – beispielsweise im Labour oder an einem Modell – ideal für diese Person sind. Vorteilhaft: Greifbare Lernmaterialien ein wie Scrabble-Steine oder Memory-Karten Nachteilig: Wenn dieser Lerntyp zum Stillsitzen verdammt ist – Bewegung hilft, das Gelernte im Gedächtnis zu verankern.

  • Der kommunikative Lerntyp

    Der kommunikative Lerntyp braucht den Austausch mit anderen, um Informationen verarbeiten und speichern zu können. Dafür muss allerdings zuvor natürlich der Lernstoff bereits aufgeschrieben und gelesen, grob reflektiert worden sein. Im Austausch mit anderen werden Unklarheiten beseitigt. Vorteilhaft: Lernen in Lerngruppen Nachteilig: kein Feedback anderer.

  • Der auditive Lerntyp

    Das alleinige Lesen der Informationen reicht oft nicht, um sich erinnern zu können, muss er bestimmte Themen bereits einmal gehört haben. Hier ist das sich selbst Vorlesen sehr hilfreich, um Lernstoff entsprechend speichern zu können. Vorteilhaft: Podcasts und Lern-CDs aus Fachbüchern Nachteilig: Laute Umgebung – sie stört die Konzentration.

Fällt Ihnen der Zugang zur Sprache durch einen Lernkanal besonders leicht, sollten Sie den besonders fördern. Eine Möglichkeit für eher kommunikativ veranlagte Menschen ist die Suche nach einem Tandempartner. So schlagen Sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe:

Sie sehen und hören, wie bestimmte Vokabeln ausgesprochen werden müssen und können bei Verständnisproblemen sofort nachfragen. Dazu kommt, dass Ihr Gegenüber ebenfalls in einer Fremdsprache für ihn spricht, also höchstwahrscheinlich nicht fehlerfrei kommuniziert. Beide Gesprächspartner haben etwas von dem Austausch und keiner muss sich genieren, weil er die Sprache noch nicht perfekt beherrscht.

Karteikärtchen: Sprache lernen mit System

Sprachen lernen MethodenViele wollen eine Sprache lernen, sind aber abgeschreckt, wenn es ums Vokabeln pauken geht. Es macht natürlich einen Unterschied, ob Sie mal eben für den nächsten Urlaub (und die eigene Eitelkeit) Vokabeln lernen wollen oder ob eine berufliche Notwendigkeit dahintersteht.

Dann werden womöglich Fachtermini gebraucht und die lassen sich nicht mal eben durch Hollywoodfilme lernen. Eine der effizientesten Methoden ist das Lernen mit Karteikärtchen. Dafür unterteilen Sie einen Karteikasten in fünf verschiedene Fächer:

  • Erstes Fach: Hier kommen die Karten mit den neuen Vokabeln hinein. Sie lernen sie und sobald Sie sie auswendig können, wandern die Vokabeln ins zweite Fach, andernfalls bleiben sie hinten im ersten Fach. Dieses Fach wird täglich gelernt.
  • Zweites Fach: Die Vokabeln hier drin werden alle zwei Tage überprüft. Sobald Sie diese auswendig wissen, kommen die Karten ins dritte Fach, ansonsten wandern sie zurück ans Ende vom ersten Fach.
  • Drittes Fach: Die Vokabeln hier werden einmal pro Woche getestet. Wenn Sie sie beherrschen, wandert die jeweilige Karte ins nächste Fach, anderenfalls kommt sie ganz nach hinten ins erste Fach.
  • Viertes Fach: Die Kärtchen hier werden alle zwei Wochen überprüft.
  • Fünftes Fach: Einmal im Monat an einem festen Wochentag überprüfen Sie die Vokabeln aus diesem Fach. Wenn Sie sie beherrschen, können sie ganz aus dem Karteikasten herausgenommen werden.

13 effektive Tipps, um eine neue Sprache zu lernen

Viele denken bei Fremdsprachen an endlose Vokabeln, die man sich nicht merken kann und komplizierte Grammatikregeln, die keiner versteht. Diese Vorstellung reicht bei einigen schon aus, um die Motivation in den Keller zu treiben und vorschnell aufzugeben. Doch es ist für jeden möglich, eine Fremdsprache zu erlernen. Es kommt lediglich auf die Motivation und die richtige Herangehensweise an. Wir haben 13 effektive Tipps für Sie zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen werden, erfolgreich eine neue Sprache zu erlernen.

  • Hören Sie mit den Ausreden auf.

    Um eine Sprache zu lernen, braucht es die richtige Einstellung: Ich kann das nicht, weil… oder Ich werde es sowieso nicht schaffen… sind meist nichts als Vorwände, die vor möglichen Rückschlägen schützen sollen. Hören Sie mit diesen Ausreden auf und fangen Sie stattdessen an, einen Plan zu machen, den Sie Schritt für Schritt in die Tat umsetzen.

    Jeder ist in der Lage eine neue Sprache zu lernen, wenn er sich darauf einlässt und den nötigen Aufwand betreibt. Es gibt kein Ich bin zu dumm… und erst recht kein In meinem Alter kann man keine Sprache mehr lernen…

  • Halten Sie sich Ihre Gründe vor Augen.

    Als erstes ist es für Sie wichtig zu wissen, warum Sie überhaupt eine neue Sprache lernen wollen. Denn eine neue Sprache zu lernen ist keine Aufgabe, die Sie zwischen Tür und Angel meistern werden. Es erfordert Arbeit, Motivation und Durchhaltevermögen

    Haben Sie einen guten Grund die Sprache zu lernen, beispielsweise der Besuch eines guten Freundes im Ausland, den Sie überraschen wollen, wird es Ihnen leichter fallen. Was könnte Sie mehr motivieren, als die Vorstellung, Ihren Partner eine Liebeserklärung in seiner Muttersprache zu machen? Das funktioniert natürlich auch beruflich, wenn Sie eine internationale Postion anstreben. Halten Sie sich Ihre Beweggründe vor Augen, wenn es mal an Motivation mangelt. So kommen Sie schnell wieder auf den richtigen Weg.

  • Machen Sie eine Sprachreise.

    Die Sprachreise gilt als eine der besten Möglichkeiten, um schnell eine neue Sprache zu lernen. Dabei wird ein Auslandsaufenthalt mit einem Sprachkurs kombiniert. Sie lernen Neues im Unterricht, können dieses auch außerhalb der Schule direkt anwenden und sind ständig von der Sprache umgeben. Diese Voraussetzungen schaffen eine ausgezeichnete Lernatmosphäre.

    Der Sprachreisenanbieter EF (Education First) bietet beispielsweise solche Reisen zu weltweit 40 möglichen Destinationen an. Allerdings ist eine Sprachreise nicht ganz billig. Für eine zweiwöchige Reise müssen Sie je nach Land und Kursform (Grund- oder Intensivkurs) zwischen 700 Euro und 1100 Euro einplanen.

  • Gehen Sie auf Menschen zu.

    Man lernt eine Sprache nicht für sich allein, sondern um mit anderen zu kommunizieren. Das gilt nicht erst, wenn Sie das Gefühl haben, die Sprache bereits perfekt zu sprechen. Mindestens genauso wichtig ist es, die neue Sprache bereits vorher zu benutzen. Während einer Sprachreise beispielsweise sollten Sie sich also nicht davor scheuen, auf Muttersprachler zuzugehen. Fragen Sie nach dem Weg oder bestellen Sie etwas zu Essen. Wenn Sie sich häufiger trauen, werden Sie sicherer im Umgang mit der Sprache und selbstbewusster, diese auch zu benutzen.

    Hilfreich kann es auch sein, einen Freund oder Kollegen zu haben, der die Sprache spricht, die Sie noch erlernen wollen. Bitten Sie darum, Ihre Gespräche nach und nach auf die neue Sprache umzustellen und fragen Sie auch gezielt nach Feedback, wenn Ihnen bestimmte Punkte schwer fallen.

  • Trauen Sie sich einfach.

    Das eigene Schamgefühl kann zu einem großen Problem werden, wenn Sie eine Sprache lernen wollen. Wer unsicher ist, traut sich nicht, sein neues Wissen zu nutzen. Stattdessen weicht man aus oder greift doch wieder auf das gute alte Schulenglisch zurück, aus Angst, sich vor einem Muttersprachler möglicherweise zu blamieren.

    Versuchen Sie diese Angst zu überwinden. Die meisten Menschen reagieren sehr positiv, wenn Sie merken, dass sich jemand Mühe gibt, eine Sprache zu erlernen. Sie haben also nichts zu verlieren: Im besten Fall sammeln Sie Selbstbewusstsein, bekommen ein Lob oder weitere Tipps – und falls es nicht klappt, tragen Sie Ihr Anliegen einfach auf Englisch vor.

  • Werden Sie kreativ.

    Eine Sprache zu lernen bedeutet nicht, nur stundenlang vor Vokabeln und Grammatikregeln zu sitzen. Das ist nicht nur langweilig und schadet Ihrer Motivation, sondern bringt Sie nicht an einen Punkt, die Sprache wirklich anwenden zu können. Wer sich stattdessen den Spaß an der Sache erhalten kann, wird langfristigen Erfolg haben. Werden Sie also beim Lernen kreativ.

    Nutzen Sie die Fremdsprache um ein Gedicht zu schreiben, singen Sie sich neue Vokabeln vor, kaufen Sie sich Hörbücher oder führen Sie ein inszeniertes Interview mit einem Kollegen. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Lernsoftwares und Apps, die das spielerische Lernen unterstützen und häufig sogar kostenlos erhältlich sind. So können Sie Neues lernen, Ihre Motivation beibehalten und Spaß am Lernen entwickeln.

  • Bauen Sie die Sprache in den Alltag ein.

    Es ist der Tipp, den Experten immer ganz besonders betonen: Wer sich den ganzen Tag mit einer Sprache umgibt, lernt und verinnerlicht diese schneller. Versuchen Sie also jeden Tag dafür zu nutzen, sich mit der Sprache zu beschäftigen – und zwar nicht nur für einen bestimmten Zeitraum, in dem Sie gezielt lernen, sondern einfach immer und überall.

    Kleben Sie Post-Its an Ihre Möbel, auf denen Sie die passenden Vokabeln notiert haben, hören Sie ausländische Radiosender, bestellen Sie eine Zeitung in fremder Sprache. Sie können auch versuchen, E-Mails oder kurze Nachrichten in Ihrer Wunschsprache zu verfassen. Je mehr Sie sich mit einer neuen Sprache umgehen, desto schneller werden Sie diese lernen.

  • Lernen Sie selektiv.

    Machen Sie sich bewusst, was Sie als erstes in der neuen Sprache erreichen wollen. Wollen Sie ein Gespräch führen können oder ein Buch in der Sprache lesen und verstehen? Konzentrieren Sie sich am Anfang auf die für Sie wichtigen Inhalte. Um eine Unterhaltung zu führen, brauchen Sie in der Regel keine Kenntnisse über das Vokabular der Quantenphysik.

    Selektieren Sie also Ihre Lerninhalte und konzentrieren Sie sich auf die wichtigen Dinge. Wenn Sie merken, dass Sie Fortschritte machen und bereits Gesprächsteile verstehen oder Sie sich beteiligen können, wird das Ihrer Motivation einen Schub verleihen.

  • Suchen Sie sich einen Lernpartner.

    Gemeinsam klappt es nicht nur besser, weil man sich unterstützt, es macht auch einfach mehr Spaß. Es kann sehr motivierend wirken, wenn Sie die neue Sprache zusammen mit einem Freund, Familienmitglied oder Kollegen lernen. Sich selbst kann man belügen und Ausreden finden, warum man heute nicht lernen kann. Mit einem Lernpartner wird Ihnen das nicht mehr passieren und so werden Sie konsequenter arbeiten.

    Zusätzlich kann sich ein kleiner Wettstreit positiv auf Ihr Lernen auswirken. Es ist nur menschlich, zu versuchen, den anderen zu übertrumpfen. Und natürlich haben Sie so direkt jemanden, mit dem Sie in der neuen Sprache reden können, um das Wissen zu vertiefen.

  • Beobachten Sie Muttersprachler.

    Nicht nur selbst zu sprechen fördert das Verständnis für eine neue Sprache. Es kann auch helfen, anderen beim Sprechen zuzuschauen. Jede Sprache hat Wörter oder Töne, die auf unterschiedliche Weise gebildet werden und für Nicht-Muttersprachler schnell zu einer Herausforderung werden können. Sie selbst haben es als Kind schlicht nie gelernt, bestimmte Laute in die Sprache einzubauen.

    Wer Muttersprachler gezielt bei der Aussprache dieser Töne beobachtet, kann daran seine eigene Aussprache orientieren. Versuchen Sie dabei vor allem auf die Bewegungen von Lippen und Zunge zu achten. Und: Fragen Sie nach und bitten Sie um Hilfestellung. Kein Freund wird es Ihnen übel nehmen, wenn Sie ihn bitten, ein paar Tipps und Ratschläge für die Aussprache zu geben.

  • Schauen Sie Filme.

    Serien oder Filme in der Sprache zu schauen, die Sie lernen möchten, kann sehr hilfreich sein. Gerade zu Beginn Ihres Lernprozesses sollten es leichtverständliche Filme oder kurze Serien sein, da die Konzentration schnell nachlässt, wenn Sie das Gefühl haben, kein einziges Wort zu verstehen. Es kann auch helfen, einen Film mehrmals zu schauen, um das Verständnis zu fördern. Am besten funktionieren Filme natürlich im Originalton.

    Wenn Sie versuchen Spanisch zu lernen, suchen Sie sich einen spanischen Film. Auf diese Weise können Sie, genau wie bei den Muttersprachlern, die Schauspieler bei der Aussprache beobachten. Ein weiteres gutes Hilfsmittel sind die Untertitel. Natürlich nicht auf Deutsch, sondern ebenfalls in der Fremdsprache, da Sie sonst nur lesen, statt zu lernen.

  • Führen Sie Selbstgespräche.

    Es mag Ihnen komisch vorkommen, doch Selbstgespräche können dabei helfen, eine Sprache zu lernen. Wenn Sie keinen Partner haben, mit dem Sie in der neuen Sprache reden können, sind Selbstgespräche eine gute Alternative. Sie können Ihr Vokabel- und Grammatikwissen testen, sich Sätze einprägen und dadurch selbstbewusster auftreten, wenn Sie diese Sätze in einem wirklichen Gespräch benutzen.

    Dabei müssen Sie keine tiefsinnige Diskussion mit sich selbst führen, am Anfang reicht es schon, einfach darüber zu sprechen, was Sie gerade machen oder was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Der Lerneffekt tritt bereits dadurch ein, dass Sie Sätze bilden und Ihr Wissen anwenden.

  • Lernen Sie wie ein Kind.

    Erwachsene haben den Drang, immer alles perfekt machen zu wollen. Für Kinder ist es hingegen normal, fehlerhafte Sätze zu bauen und auch mal unverständlich zu reden. Der zweite Weg ist besser. Akzeptieren Sie also, immer wieder Fehler zu machen. Nichts daran ist peinlich – es bringt Sie aber dem Ziel näher, Ihr Sprachgefühl zu verbessern.

Heimatgefühle stören beim Lernen von Fremdsprachen

Sprache lernen kostenlos Tipps AppWenn Sie eine Fremdsprache lernen wollen, beseitigen Sie alles in Ihrer Umgebung, was Sie an Ihre Muttersprache erinnern könnte.

Denn wenn Sie beim Lernen an Ihre Muttersprache denken, werden Sie weniger Erfolg mit der neuen Sprache haben. Dies entdeckte der Sozialpsychologe Michael Morris von der Columbia Business School in New York. Und dabei half ihm der Zufall: Eine chinesische Studenten hatte sich in einem Referat verplappert und Chinesisch und Englisch aus Versehen gemixt, obwohl sie eigentlich längst fließend Englisch spricht. Der Auslöser: Sie hatte während des Referats lediglich ihren chinesischen Professor angeschaut. Oder wie Morris inzwischen sagen würde: Sie hatte etwas gesehen, das sie an ihre Heimat erinnerte.

Weitere Tests und Untersuchungen bestätigten die These: Dinge, Gegenstände, Fotos, ja sogar Menschen, die uns an unsere Heimat (und damit unsere Muttersprache) erinnern, können beim Lernen von Fremdsprachen äußerst störend sein.

Stolpersteine erkennen und umgehen

Es gibt einige Dinge, die den Lernerfolg ausbremsen können. Wenn Sie diese Stolpersteine kennen, fällt es Ihnen leichter dagegen zu steuern.

  • Machen Sie es sich leicht

    Lernen Sie nur zum Spaß, beispielsweise als Gedächtnistraining, können Sie sich die Sprache selbst aussuchen. Es gibt Sprachen, bei denen die Herausforderungen von vornherein größer sind, da sie beispielsweise nicht nur eine neue Grammatik mit neuen Vokabeln, sondern eine neue Schrift lernen müssen etwa bei Arabisch, Russisch oder Chinesisch. Dazu kommt, dass manche Sprachen für Sie als deutscher Muttersprachler ohnehin leichter zu sind als andere. Deutsch gehört mit Englisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Isländisch, Färöisch, Jiddisch und sogar Afrikaans zur indogermanischen Sprachfamilie. Viele Vokabeln lassen sich erschließen. Ähnliches gilt, wenn Sie bereits eine romanische Sprache wie Französisch beherrschen, dann können Sie auf Gemeinsamkeiten im Italienischen und Spanischen zurückgreifen.

  • Denken Sie an Pausen

    Wenn Sie eine Sprache lernen, gibt es immer auch Anteile, die nicht so viel Spaß machen, ergo: Der notwendige Vorgang wird als „Arbeit“ empfunden. Hier liegt das Problem, wenn Sie sich überfordern und von Ehrgeiz gepackt versuchen, sich grammatikalische Gesetzmäßigkeiten oder Vokabeln in den Kopf zu hämmern, obwohl Sie schon längst eine Pause bräuchten. Irgendwann lässt die Aufnahmefähigkeit nach und dem sollten Sie Rechnung tragen.

  • Arbeiten Sie mit Wiederholungen

    Mit einem Sprachkurs, der einmal die Woche stattfindet, werden Sie nur sehr langwierig eine Sprache lernen, gleiches gilt für Sprachferien. Da sind Sie zwar geballt 24 Stunden einer fremdsprachigen Umgebung ausgesetzt, aber irgendwann geht jede Reise zu Ende. Aus der Pädagogik und der Neurologie ist aber bekannt, dass ständige Wiederholung maßgeblich für Lernerfolge ist. Wer nicht die Zeit hat, dreimal die Woche einen Kurs oder Stammtisch zu besuchen, kann sich mit Apps wie von Babbel oder Duolingo Zehn-Minuten-Häppchen am Tag zu Gemüte führen.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
6. September 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Taralej. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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