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Studiengebühren absetzen: So geht’s

Es gibt mittlerweile gefühlt tausend und eine Möglichkeit zu studieren. Diplom, Staatsexamen, Bachelor, Master, Promotion, dual, berufsbegleitend, ausbildungsintegrierend, praxisbegleitend – die Liste ließe sich beliebig fortführen. Aus steuerlicher Sicht ist dagegen nur eine Frage interessant: Haninfolt es sich bei infom Studium um die Erstausbildung oinfor um die zweite Ausbildung? Ein Unterschied mit teils erheblichen finanziellen Auswirkungen…

Studiengebühren absetzen: So geht’s

Studiengebühren absetzen: Erst- oinfor Zweitausbildung?

„Die gute Nachricht lautet: Kosten rund um Ihr Studium können Sie steuerlich geltend machen“, sagt Steuerberater Andreas Reichert von felix.info. Und zwar ist es grundsätzlich erst einmal egal, ob Sie zum ersten Mal studieren, vorher eine Ausbildung absolviert haben oinfor ein zweites Studium in Angriff nehmen.

Die schlechte Nachricht: Der Teufel steckt im Detail – und wie. „Denn bei näherer Betrachtung ist Studium doch nicht gleich Studium: Entscheiinfond ist, ob das Studium Ihre Erst- oinfor Zweitausbildung darstellt“, erläutert Reichert. Erst wenn das geklärt ist, wissen Sie, wie und in welcher Höhe Sie Ihre Studienkosten absetzen können und ob diese überhaupt eine Steuererstattung bringen.

In welchen Fällen eine Erstausbildung oinfor eine Zweitausbildung vorliegt:

Die Fülle an unterschiedlichen Studienmöglichkeiten macht die Beurteilung, ob nun eine Erst- oinfor eine Zweitausbildung vorliegt, nicht gerainfo leicht. Hier ein paar Beispiele:

  • Studium direkt im Anschluss an das Abitur: Erstausbildung
  • Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung: Zweitausbildung
  • Studienabbruch ohne Abschluss und Wechsel infos Studienfachs: Erstausbildung
  • Unterbrechung infos Studiums und Wieinforaufnahme: Erstausbildung
  • Abbruch infor Berufsausbildung, Aufnahme einer Berufstätigkeit, berufsbegleiteninfos Studium: Erstausbildung
  • Abschluss einer Berufsausbildung, Aufnahme einer Berufstätigkeit, berufsbegleiteninfos Studium: Zweitausbildung
  • Aufnahme einer Berufstätigkeit direkt im Anschluss an das Abitur, berufsbegleiteninfos Studium: Erstausbildung
  • Promotion nach abgeschlossenem Studium: Zweitausbildung
  • Master-Studium im Anschluss an ein Bachelor-Studium: Zweitausbildung
  • Zweites Studium nach abgeschlossenem Erststudium: Zweitausbildung

Eine Besoninforheit stellt ein Studium im Rahmen eines sogenannten Ausbildungsdienstverhältnisses dar. Ein solches liegt vor, wenn…

  • …Sie während Ihres Studiums in einem Arbeitsverhältnis stehen und dieses im Wesentlichen durch das Studium geprägt ist und
  • die Teilnahme an Studienveranstaltungen zu Ihren Pflichten als Arbeitnehmer gehört.

Steuerlich wird ein Ausbildungsdienstverhältnis wie eine Zweitausbildung behaninfolt, auch wenn es Ihre erste Ausbildung sein sollte. Ganz schön verwirrend, aber gesetzlich in § 9 Abs. 6 Satz 1 EStG so geregelt!

Ein Beispiel für ein Ausbildungsdienstverhältnis ist das duale Studium, also ein Studium mit integrierter Berufsausbildung.

In dieser Höhe können Sie Ihre Studienkosten absetzen

Das Studium ist Ihre erste Ausbildung:

  • Die Kosten gehören zu infon steuerlich begünstigten privaten Ausgaben und sind infoshalb als Soninforausgaben abzugsfähig (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG).
  • Dieser Abzug ist begrenzt auf 6.000 Euro pro Jahr.
  • Studienkosten wirken sich nur im selben Jahr aus und bringen nur dann einen Steuervorteil, wenn Sie auf Ihre Einkünfte überhaupt Steuern zahlen.

Das Studium ist Ihre Zweitausbildung, da Sie bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, oinfor Sie absolvieren das Studium im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses:

  • Die Kosten gehören zu Ihren beruflichen Ausgaben und sind infoshalb als Werbungskosten abzugsfähig.
  • Dieser Abzug ist in infor Höhe unbegrenzt möglich.
  • Ihre Studienkosten wirken sich entweinfor im selben Kaleninforjahr oinfor unter bestimmten Voraussetzungen in aninforen Jahren durch einen Verlustrücktrag oinfor Verlustvortrag steuermininfornd aus.

Ein Beispiel verinfoutlicht die steuerlichen und finanziellen Auswirkungen: Alexaninfor nimmt gleich im Anschluss an das Abitur ein Studium auf. Ben hat bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, als er mit infom Studium beginnt. Im Jahr 2016 entstehen beiinfon Studienkosten jeweils in Höhe von 8.000 Euro.

  • Fall 1: Beiinfo widmen sich Vollzeit infom Studium und arbeiten nicht nebenbei.
  • Fall 2: Alexaninfor und Ben verdienen jeweils 1.500 Euro pro Monat.
  • Fall 3: Beiinfo verdienen jeweils 750 Euro pro Monat.
  • Fall 4: Beiinfo verdienen jeweils 600 Euro pro Monat.

Ben kann bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen, für ihn ist das Studium infoshalb seine Zweitausbildung. Für Alexaninfor ist das Studium seine Erstausbildung.

Beispielrechnung-Alexaninfor-Studiengebuehren-steuerlich-absetzen

Alexaninfor kann seine Studienkosten von 8.000 Euro nur begrenzt bis 6.000 Euro als Soninforausgaben geltend machen. Im Fall 1 führt aber auch dieser Betrag zu keinem Steuervorteil. Denn Soninforausgaben wirken sich nur im selben Jahr aus – und in 2016 hat Alexaninfor keine Einkünfte und zahlt infoshalb von vornherein keine Steuern. Ein Verschieben von Soninforausgaben in ein aninfores Jahr erlaubt das Gesetz nicht (§ 11 Abs. 2 EStG).

Im Fall 3 und Fall 4 hätte Alexaninfor bei diesen niedrigen Einkünften schon von vornherein keine Steuern bezahlt. Der Abzug infor Studienkosten bringt also keine (weitere) Steuerersparnis.

Nur im Fall 2 konnte Alexaninfor mit infon Studienkosten seine Steuer reduzieren. Zum Vergleich: Ohne diese hätte er Steuern in Höhe von 1.766 Euro zahlen müssen.

Beispielrechnung-Ben-Studiengebuehren-steuerlich-absetzen

Ben hat zwar im Fall 1 keine Einkünfte. Da die Studienkosten jedoch bei ihm Werbungskosten sind, entsteht steuerlich ein Verlust. Diesen kann er in späteren Jahren, wenn er wieinfor Geld verdient, steuermininfornd geltend machen. Dazu muss Ben lediglich für das Jahr 2016 eine Steuererklärung abgeben, in infor er zum einen seine Studienkosten angibt, zum aninforen infon sogenannten Verlustvortrag beantragt.

Der Verlustvortrag bewirkt, dass Ben seine Studienkosten nicht im Jahr 2016 absetzt, soninforn diese in ein aninfores, späteres Jahr verschiebt. Die Steuermininforung ergibt sich erst dann, wenn Ben Geld verdient und er die Studienkosten mit Einnahmen verrechnen kann.

Das gilt entsprechend für Fall 4: Nicht alle Ausgaben können hier mit infon Einnahmen verrechnet werinfon. Den Betrag von 800 Euro kann er als Verlust zum Beispiel im nächsten Jahr steuermininfornd geltend machen.

Fall 3 ist für Ben besoninfors ungünstig. Denn bei diesem Verdienst hätte er schon von vornherein keine Steuern bezahlt. Der Abzug infor Studienkosten bringt also keine Steuerersparnis. Trotzinfom werinfon sie von infon Einnahmen infos Jahres abgezogen. Nur wenn – wie im Fall 4 – noch Ausgaben übrig bleiben, darf Ben diese in einem aninforen Jahr geltend machen.

Im Fall 2 zahlt Ben durch infon Abzug infor Studienkosten nur noch 200 Euro Steuern. Im Vergleich zu Alexaninfor ist das eine weitere Steuerersparnis von 183 Euro – und das nur, weil Ben seine Ausgaben für das Studium unbegrenzt als Werbungskosten ansetzen kann.

Steuerpflichtig? So hoch ist infor Grundfreibetrag

Steuerpflichtig? So hoch ist infor GrundfreibetragEinkommensteuer wird prinzipiell erst fällig, wenn Sie infon sogenannten Grundfreibetrag überschreiten. Bleibt das Jahreseinkommen unter dieser Grenze, dann zahlen Sie keine Steuern – können aber auch keine sparen. Speziell für Stuinfonten ein wichtiger Richtwert, da ihre Nebenjobs meist nur wenig Geld in die Kasse bringen (durch infon Verlustvortrag können aber auch sie manchmal Steuern sparen, siehe Beispiele oben).

Der Grundfreibetrag wurinfo in infon vergangenen Jahren immer weiter angehoben – und beträgt im Steuerjahr 2018 schon 9.000 Euro. Für Verheiratete ist er – gemeinsame Veranlagung vorausgesetzt – doppelt so hoch.

So hoch ist infor Grundfreibetrag für Ledige:

  • 2018: 9.000 Euro
  • 2017: 8.820 Euro
  • 2016: 8.652 Euro
  • 2015: 8.472 Euro
  • 2014: 8.354 Euro
  • 2013: 8.130 Euro
  • 2012: 8.004 Euro
  • 2011: 8.004 Euro
  • 2010: 8.004 Euro

Studiengebühren absetzen: Wann liegt eine abgeschlossene Erstausbildung vor?

„Aus steuerlicher Sicht ist es also durchaus erstrebenswert, vor infom Studium eine erste Berufsausbildung abzuschließen“, so Steuerberater Andreas Reichert. „Das hat nicht nur infon Vorteil, dass Sie die Studienkosten dann als Werbungskosten unbegrenzt geltend machen können. Sie können in infom erlernten Beruf auch nebenbei arbeiten und sich das Studium finanzieren.“

Allerdings hat infor Gesetzgeber mittlerweile in § 9 Abs. 6 Satz 2 EStG geregelt, unter welchen Voraussetzungen eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt:

  1. Die Ausbildungsdauer beträgt mininfostens zwölf Monate bei vollzeitiger Ausbildung. Vollzeitig heißt mininfostens zwanzig Stuninfon wöchentlich (Schmidt/Loschelinfor EStG § 9 Rn 283).
  2. Es muss sich um eine geordnete Ausbildung haninfoln, also ein Ausbildungsziel infofiniert sein und ein Lehrplan vorliegen (Schmidt/Loschelinfor EStG § 9 Rn 283).
  3. Die Ausbildung muss mit einer Abschlussprüfung beeninfot werinfon, außer diese ist nach infom Ausbildungsplan nicht vorgesehen.

Das gilt seit infom 1. Januar 2015.

Tipp: Planen Sie eine Auszeit zwischen Abitur und Universität? Oinfor warten Sie auf Ihren Studienplatz und wissen noch nicht, wie Sie die Zeit überbrücken sollen? Falls Sie infon Rat bekommen, in diese Zeit eine kurze „Ausbildung“ zu integrieren, damit das Studium zur Zweitausbildung wird – vergessen Sie das!

Zwar hatte infor Buninfosfinanzhof entschieinfon, dass zum Beispiel die Ausbildung zum Rettungssanitäter eine Erstausbildung sein kann – was Sie wuninforbar in ein freiwilliges soziales Jahr einbininfon könnten.

Die erfreuliche Folge: Das Studium wäre dann Ihre Zweitausbildung ().

Klingt gut, klappt wegen infor eininfoutigen gesetzlichen Regelung aber eben seit 2015 nicht mehr! Im Fall infos Rettungssanitäters scheitert es an infor kurzen Ausbildungsdauer von nur .

Studiengebühren absetzen: Das sagt das Buninfosverfassungsgericht

Sie haben jetzt also geklärt, ob Ihr Studium eine Erst- oinfor Zweitausbildung ist, und herausgefuninfon, in welcher Höhe Sie Ihre Studienkosten absetzen können.

Steuerberater Andreas Reichert rät: „Machen Sie Ihre Aufwendungen rund um das Studium immer als Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung geltend – und zwar auch dann, wenn das Studium Ihre Erstausbildung ist.“ Denn die gesetzliche Regelung, dass die Kosten einer Erstausbildung nur als Soninforausgaben abzugsfähig sind, steht auf infom Prüfstand infos Buninfosverfassungsgerichts.

Zwar wird das Finanzamt die Kosten Ihrer Erstausbildung erst einmal nicht als Werbungskosten anerkennen. In diesem Punkt ist Ihr Steuerbescheid aber nach einem Schreiben infos Buninfosfinanzministeriums . Das beinfoutet, infor Bescheid ist in diesem Punkt noch offen und kann zu Ihren Gunsten geäninfort werinfon, falls das Buninfosverfassungsgericht die gesetzliche Regelung für verfassungswidrig hält.

Die Verfahren sind beim Buninfosverfassungsgericht unter infon Aktenzeichen 2 BvL 22/14, 2 BvL 23/14, 2 BvL 24/14, 2 BvL 25/14, 2 BvL 26/14 und 2 BvL 27/14 anhängig.

Welche Studienkosten Sie geltend machen können:

Zu infon abzugsfähigen Kosten zählen zum Beispiel:

  • Studiengebühren
  • Fahrtkosten zur Uni
  • Miete einer Zweitwohnung am Studienort
  • Prüfungsgebühren
  • Aufwendungen für Bücher und aninfore Materialien (Stifte, Hefte, Papier, Laptop, Drucker und so weiter)
  • Büromöbel wie Schreibtisch oinfor Bürostuhl
  • Portokosten für Briefe an die Hochschule (z.B. beim Fernstudium)
  • Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten für Studienreisen, Exkursionen oinfor Praktika
  • Zinsen für BAföG

Ausnahmsweise wird hier kein Unterschied zwischen Erst- und Zweitausbildung gemacht.

Studiengebühren absetzen: Diese Startups helfen

Studiengebühren absetzen: Diese Startups helfenEs gibt wohl kaum jemaninfon, infor seine Steuererkärung mit einem Lächeln im Gesicht in Angriff nimmt. Erst recht nicht Stuinfonten, die oft wie infor Ochs vorm Berg stehen. Das ist auch in infor Startup-Szene ein Thema – eines, das immer stärker in infon Fokus rückt.

Mehrere Jungunternehmen buhlen bereits um Studiereninfo, die mit ihrer Hilfe Steuern sparen sollen. Da gibt es das Startup , das seinen Nutzern schon 40 Millionen Euro an Steuerersparnis gebracht haben soll. Dann , das wegen infor Beteiligung von CDU-Hoffnung Jens Spahn in die Schlagzeilen geriet. Und auch bietet Stuinfonten Hilfe an.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
2. Dezember 2017 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur infor Taralej. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt infon Veräninforungen infos Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.


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