Traumdeutung: Was Traumsymbole bedeuten

Träume sind Botschaften. Nicht von anderen Menschen, sondern vom Unterbewusstsein an uns selbst. In unseren Träumen sehen wir oftmals Dinge, die uns beschäftigen – allerdings meist über Umwege. Durch die Traumdeutung soll die Sprache der Träume übersetzt werden, um deren Bedeutung und Hintergründe besser zu verstehen. Träume können aber noch viel mehr. Sie helfen dabei, Eindrücke zu verarbeiten. Wir erklären Ihnen, was Sie zur Traumdeutung wissen müssen und beantworten die wichtigsten Fragen: Warum träumen wir? Warum kann man sich nicht immer an seine Träume erinnern? Was ist wirklich dran an der Traumdeutung und was können die Motive und Symbole in Träumen bedeuten? Hier gibt es die Antworten…

Traumdeutung: Was Traumsymbole bedeuten

Geschichte der Traumdeutung

Bereits in der Antike bemühten sich Menschen, Träumen eine Bedeutung zu geben. Obwohl die Traumdeutung häufig zwischen Aberglauben und Astrologie angesiedelt wird, haben selbst die Ausbreitung des Christentums und des Islams nichts daran geändert.

Viele Geschichten in der Bibel handeln von Erscheinungen im Traum, so dass Träume als ernstzunehmende Botschaften gesehen wurden und teilweise bis auf den heutigen Tag werden. Bereits in dieser Zeit gab es Vorläufer der sogenannten Traumbücher – auch Los- oder Wahrsagebücher genannt.

Diese wurden im Spätmittelalter wurden zur Weissagung etwa zum Krankheitsverlauf oder der Wettervorhersage genutzt, indem irgendwelche Seiten willkürlich aufgeschlagen wurden. Erst in der Epoche der Aufklärung wird die Aussagekraft der Traumdeutung infrage gestellt.

Mit Einsetzen der wissenschaftlichen Beschäftigung von Traumdeutung werden psychologische und neurologische Erkenntnisse hinzugezogen. Hier sind vor allem Forscher wie Sigmund Freud und Carl Gustav Jung zu nennen, die der Traumdeutung neue Aspekte hinzufügten.

In der Oneirologie, so wird auf Griechisch die Traumdeutung bezeichnet, wird nach Freud der Mensch als Ganzes gesehen. Träume seien demnach Ausdruck unterdrückter Wünsche. Häufig gehe es um verdrängte Sexualität und triebhafte Bedürfnisse, die im Wachzustand verhindert würden.

Freuds Zeitgenosse und Kollege Carl Gustav Jung war der Meinung, dass das jeweilige Traumbild und die begleitenden Traumsymbole größere Beachtung verdienten. Eine universelle Traumdeutung lehnte er ab, da kein Traumsymbol sich auf jeden Menschen übertragen lasse; die Interpretation müsse situationsabhängig und unter Berücksichtigung der Person individuell zu erfolgen.

Jungs Ansatz zeigt, dass verschiedene Ansätze zur Traumdeutung möglich sind. Eine Rolle spielen:

  • Kultur
  • Religion
  • Geschlecht
  • Persönlichkeit

Die häufigsten Traumsymbole und ihre Bedeutung

Das Interesse an Träumen und die Traumdeutung sind vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Zumeist kommt den Träumen dabei vor allem prophetische Bedeutung zu: Bereits in der Antike wurden sogenannte Traumbücher verfasst, die sich mit Vorhersagen zum Wetter, zu Krankheiten, politischen Entwicklungen und anderen Fragen des Alltags beschäftigten.

Früher wurde einem Traum noch viel größeres Gewicht beigemessen. Die Menschen glaubten, etwas Göttliches und eine höhere Macht würde die Botschaften im Schlaf übermitteln. Umso wichtiger war es, ein Traumsymbol richtig zu deuten, um entschlüsseln zu können, welche Nachricht im Traum verborgen war.

Das Muster von Traumdeutungen läuft unabhängig vom Kulturkreis sehr ähnlich ab: Wenn dies und jenes geträumt wird, dann wird dies und jenes passieren, Vorhersagen also.

Wie sehr Sie an den Wahrheitsgehalt der Traumdeutung glauben, bleibt Ihnen selbst überlassen. Einige fühlen sich darin bestätigt und nutzen die Traumdeutung regelmäßig – andere halten es für Humbug und eine Pseudowissenschaft. Spannend sind Traumsymbole und die Bedeutungen, die ihnen zugeschrieben werden, aber in jedem Fall.

Im Folgenden haben wir besonders häufige Traumsymbole, die mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal in Ihrem Träumen aufgetaucht sind, für Sie aufgelistet und zeigen, wie diese in der Traumdeutung betrachtet werden:

  • Zähne oder Zahnausfall

    Den Zähnen als wichtiges Werkzeug des Menschen, um Nahrung zu zerkleinern und aufzunehmen, kommt zentrale Bedeutung zu. Gleichzeitig sind sie allerdings auch ein Zeichen von Attraktivität: Weiße, gesunde Zähne signalisieren eine vitale, erfolgreiche Person.

    Andersherum stehen faulige, gelbe oder schwarze Zähne für Krankheit, Alter, Hässlichkeit. Von Zahnausfall zu träumen wird damit als Vorbote für kommende Krankheiten, Verlust oder Unglück gesehen. In der Traumdeutung stehen ausfallende Zähne auch für anstehende Veränderungen, an die Ängste geknüpft sind. Die negativen Folgen werden dabei sehr weit gefasst:

    Unglück kann materielle Einbußen oder Jobverlust bedeuten, genauso gut aber auch Kontrollverlust oder mangelndes Durchsetzungsvermögen. Psychologisch gesehen stehen Zähne auch für Sexualität:

    Die Traumdeutung von Zahnausfall kann bei jungen Mädchen die Angst vor dem Verlust der Jungfräulichkeit ebenso bedeuten wie es bei Männern Angst vor Potenzverlust sein kann. Nach neueren Traumdeutungen werden dem Zahnausfall als Symbol auch Schuldgefühle in der Liebe zugeordnet.

  • Schwangerschaft

    Auf den ersten Blick scheint ein Traum von Schwangerschaft eindeutig zu sein und für einen Kinderwunsch zu stehen. In der Traumdeutung steht jedoch oftmals noch mehr dahinter. Schwangerschaft steht für Neues. Neues Leben, aber auch im übertragenem Sinn Neubeginn. Interessanterweise ist der Traum, schwanger zu sein weder an ein bestimmtes Geschlecht noch an eine tatsächliche Schwangerschaft gebunden:

    Sowohl nicht schwangere Frauen als auch Männer träumen hin und wieder davon. Bei real Schwangeren kann ein Traum von Schwangerschaft bedeuten, dass die Frau sich um die Schwangerschaft und die Geburt Sorgen macht. Träumt sie davon, dass ihr Partner schwanger ist, könnte dahinter der Wunsch nach mehr Verantwortung durch den Partner stehen.

    Auf der Symbolebene kann Schwangerschaft allerdings auch bedeuten, dass ein Projekt, Pläne und Hoffnungen in uns heranreifen, die wir erfolgreich zu Ende bringen wollen.

  • Tod

    Mit dem Tod verbinden wir auf den ersten Blick wenig Positives. Selbst zu sterben oder auch den Tod von nahestehenden Verwandten oder Freunden zu träumen, macht vielen Menschen Angst. Allerdings scheinen die Dinge im Traum manchmal anders als in Wirklichkeit.

    So wird in der Traumdeutung auch nicht exakt zwischen Albträumen und normalen Träumen unterschieden, da das Geträumte im Albtraum unter Umständen etwas Gegensätzliches bedeutet. Der Tod bedeutet nicht zwangsläufig, dass jemand innerhalb der Familie oder Verwandtschaft stirbt.

    Vielmehr steht er für den Abschluss eines Lebensabschnittes und somit ähnlich wie Schwangerschaft für den Anfang von etwas Neuem, Entwicklung, Veränderung. Alte Dinge werden abgelegt und der Weg für Neues wird frei gemacht. So kann ein Traum, in dem der Tod vorkommt, durchaus positiv gedeutet werden, wenn ein schwieriger Abschnitt endet.

  • Schlange

    Die Schlange hat eine lange Tradition von Zuschreibungen und gilt spätestens seit der Bibel als hinterlistiges Tier, das aufgrund seines Giftes gefürchtet, für seine Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit allerdings auch bewundert wird. Nicht umsonst führen Ärzte und Apotheker das Symbol der Schlange im Äskulapstab noch heute in ihren Bildern.

    Die Schlange als Symbol für Hinterlist bedeutet, dass ein Traum mit einer Schlange auf Verrat oder Lüge in Ihrem Leben hinweist. Wer zu leichtgläubig ist, fällt auf andere Menschen hinein und wird ausgenutzt. Ein Schlangenbiss wird in der Traumdeutung häufig mit Neid und Eifersucht in Verbindung gebracht.

    Auch wird die Schlange in der Psychologie und in der Traumdeutung als Phallussymbol interpretiert, naheliegend sind daher Deutungen rund um Triebe, Instinkte und Gefühle.

  • Spinne

    Spinne am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen – ist leider ein häufig missinterpretierter Spruch, der sich nicht auf das achtbeinige Lebewesen, sondern auf die Tätigkeit des Spinnens bezieht.

    Viele Menschen begegnen Spinnen mit Ekel und Angst – auch dies ist auf die Urinstinkte zurückzuführen, denn in der Tat gibt es einige giftige Exemplare, die wenngleich nicht zwingend zum Tod, so dennoch zu starken Schmerzen führen.

    Da diese Tiere häufig im Verborgenen leben und auf ihre Opfer warten, wird mit der Spinne List und Tücke verbunden. Es kann also eine Warnung für den Träumenden sein, verstärkt auf Intrigen in seinem Umfeld zu achten – sägt da vielleicht jemand an Ihrem Stuhl?

    Wer träumt, in einem Spinnennetz gefangen zu sein, kann auch unter einem Gefühl der Hilflosigkeit leiden oder in einer Situation gefangen sein, aus der er gerne entkommen würde.

    Mit Blick auf die häufig kunstvoll gesponnenen Netze steht die Spinne allerdings auch für Kreativität: Vielleicht gelingen Ihnen Dinge momentan besonders gut.

  • Ex-Freund

    Der Traum vom Ex-Freund oder der Ex-Freundin hat ebenfalls vielschichtige Bedeutung. Zum einen kann hier schlicht die Sehnsucht nach der einstigen Beziehung zum Ausdruck kommen, zum anderen kann der Traum natürlich auch ein Zeichen für den Verarbeitungsprozess nach der Trennung sein.

    Genauso gut können manche Träume für verborgene Emotionen allgemeiner Natur stehen und müssen nicht an die jeweilige Ex-Beziehung geknüpft sein. Zumeist symbolisieren Träume vom Ex-Partner die Aufarbeitungsphase nach der Trennung, um das Lebenskapitel endgültig abzuschließen und frei für eine neue Beziehung zu sein.

    In der Traumdeutung wird ein Traum vom Ex-Freund auch als Warnung interpretiert, dass jemand in alte Denk- und Verhaltensmuster zurückfallen könnte. Wer Träume vom Ex-Partner als belastend empfindet, könnte noch ungelöste Konflikte mit sich herumtragen.

  • Fremdgehen

    Auch dieses Motiv ist dazu geeignet, widersprüchlich interpretiert zu werden. Die naheliegende Lesart ist, dass jemand im Begriff ist Unrecht zu begehen oder eine nahestehende Person emotional zu verletzen. Denn wir erwarten von unserem Partner oder unserer Partnerin Treue.

    Eine andere Deutung besagt allerdings, dass es kein schlechtes Zeichen ist, wenn der Träumende beim Fremdgehen im Schlaf erwischt wird: Es kann auch ein Hinweis darauf sein, dass zukünftig sein Leben sehr positiv verläuft und seine Vorhaben gelingen werden.

    Fremdgehen im Traum ist mitnichten ein Hinweis darauf, dass der reale Partner des Träumenden betrügt oder betrügen wird, sondern wird in der Traumforschung als Ermutigung an den Träumenden gesehen, seine privaten Wünsche mehr auszuleben und mehr aus sich herauszukommen.

  • Haarausfall

    Haare gelten als Zeichen der Jugend, der sexuellen Potenz und Attraktivität. Mit Haaren können wir unsere Persönlichkeit ausdrücken, gerade wenn sie lang sind. Haare senden Botschaften, weshalb gerade Frauen bestimmte Frisuren für Vorstellungsgespräche empfohlen werden.

    Bei so vielen Gedanken zu Haaren ist es kein Wunder, dass Haarausfall nichts Positives ist. Als Zeichen der Alterserscheinung wird er bei den einen gewertet, eine Begleiterscheinung von hormonellen Umstellungen ist er in anderen Fällen. Auch als Nebenwirkung einer Chemotherapie sind die Assoziationen mit Haarausfall eher düster.

    Die Traumdeutung sieht in Haarausfall – wenig überraschend – ein Symbol des Verlusts. Dieser Verlust kann sich auf die realen Lebensumstände beziehen, aber auch auf die Person selbst. Träumen Männer von Haarausfall, verbinden sie damit den Verlust ihrer Potenz. Ähnlich sieht es bei Frauen aus, die mit Haarausfall die Angst vor nachlassender Attraktivität verbinden.

  • Hochzeit

    Im Allgemeinen wird eine Hochzeit mit positiven Gefühlen verbunden – zwei Liebende geben sich das Ja-Wort. Ist der Träumende hingegen Single, könnte der Traum tatsächlich auf eine sich abzeichnende Beziehung hindeuten. Ist der Träumende bereits verheiratet, kann der Traum von einer Hochzeit als Zeichen für eine baldige Schwangerschaft gewertet werden.

    Ebenso gut kann die eigene Hochzeit aber auch deutlich allgemeiner interpretiert werden. Dann bedeutet der Traum lediglich, dass Sie den bisherigen Lebensweg verlassen und in eine neue Phase treten.

    Das Motiv der Hochzeit wird in manchen Träumen sogar mit der Arbeit verbunden – kein Wunder, nimmt die doch einen großen Stellenwert bei vielen Menschen ein. Nicht umsonst heißt es manchmal „der ist mit der Arbeit verheiratet“. Wer träumt, dass er den Kollegen heiratet, sucht womöglich auch in real den Kontakt zu der Person.

    Die Hochzeit mit dem Vorgesetzten bietet viel Interpretationsspielraum: Einerseits kann sie Abhängigkeit zeigen, auf der anderen Seite kann sie ein Hinweis auf Probleme sein – selbst der Wunsch nach einem Flirt oder mehr ist möglich.

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Was Träume von Job und Chef bedeuten

Körperlich verlassen Arbeitnehmer den Job normalerweise am Nachmittag oder spätestens am frühen Abend – doch viele nehmen die Gedanken an die Arbeit mit ins Bett und in ihre Träume. Das Resultat: Auch in der Nacht und im Schlaf verbringen wir Zeit mit den Kollegen und dem Chef. Und das ist alles andere als erholsam.

Statt abzuschalten, beschäftigen Sie sich unterbewusst den Abend und die gesamte Nacht mit beruflichen Themen. Im Traum sehen Sie sich scheitern, bei einer Präsentation ins Stocken geraten oder auch positiv einen großen Auftrag an Land ziehen.

Wenn Sie von Job und Chef träumen, spricht dies vor allem dafür, dass die Arbeit Sie aktuell sehr beschäftigt. Offen bleibt dabei zunächst, warum. Hier benötigt es erneut einen genaueren Kontext zu Ihrer Situation. Denkbar ist beispielsweise, dass Sie an einem großen Projekt arbeiten, dass vor dem Abschluss steht und der damit verbundene Druck sich in Ihren Träumen spiegelt.

Ebenso denkbar ist, dass sich bei der Traumdeutung ein Wunsch nach einem Jobwechsel oder wachsende Unzufriedenheit mit der beruflichen Situation herauskristallisiert.

Auch Streit, Ärger oder Sorgen können sich in Träumen manifestieren. So machen solche Träume zwar im ersten Moment Angst, haben aber durchaus einen Mehrwert. Insofern sind auch Jobträume eine nützliche Sache: Wer wiederholt wegen seiner Arbeit schlecht schläft, sollte sich weniger sorgen, dafür aber fragen, was dahinter steckt.

Spannend ist übrigens, dass es bei jobbezogenen Albträumen häufig gar nicht um einen Jobverlust oder auch Ärger vom Chef geht. Vielmehr sind es scheinbar normale oder zumindest weniger schlimme Situationen, die Arbeitnehmern den Schlaf rauben können und diese bis in die Träume verfolgen.

In einer bereits älteren Studie gaben die Probanden an, welche Träume zur Arbeit besonders häufig zu Schlaflosigkeit führen:

  • Mit dem Chef diskutieren müssen.
  • Zu einem Meeting zu spät kommen.
  • Einen Kollegen/Kollegin begehren.
  • Eine überraschende Präsentation halten müssen.
  • Nackt auf der Arbeit erscheinen.
  • Totaler Datenverlust nach einem Computerabsturz.
  • Gekündigt werden.

Albträume: Angst in der Nacht

Mit Träumen verbinden wir im ersten Moment etwas Positives. Nicht ohne Grund heißt es Träume werden wahr, wenn etwas wirklich Gutes passiert. Im Traum können wir Dinge tun und erleben, die ansonsten unmöglich sind.

Traumdeutung Albtraum Tod Zaehne Angst

Es gibt aber auch so etwas wie die dunkle Seite des Träumens: Albträume. Sie sind geprägt von Angst und Panik, führen zu einem schweißgebadeten Aufwachen oder enthalten Szenen, die unangenehm sind oder Selbstzweifel auslösen. Zum Beispiel solche:

Ich stehe auf dem römischen Sklavenmarkt. Nackt. Keiner bietet.

Der zugegebenermaßen amüsante anmutende Albtraum einer Twitterin gehört vermutlich eher zu den Exoten. Trotzdem ist es so, dass keinesfalls nur Kinder Albträume haben. Besonders anfällig sind kreative und sensible Menschen.

Eine der größten Studien zum Träumen stammt aus dem Jahr 2010 und von dem Psychologen Michael Schredl vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim. Bei seiner repräsentativen Studie mit insgesamt 2014 Personen gaben ganze elf Prozent der Teilnehmer an, einige Male im Jahr unter Albträumen zu leiden, vier Prozent sogar einmal im Monat und 0,6 Prozent mehrmals in der Woche.

Knapp jeder Fünfte seiner Probanden (19 Prozent) gab an, im Traum Szenen aus Horrorfilmen oder Krimis zu durchleben. Dennoch ergab sich aus der Untersuchung so etwas wie eine Hitliste der häufigsten Albträume:

  • Fallen – Sturz in den Abgrund (40 Prozent)
  • Menschenjagd – Verfolgt werden (26 Prozent)
  • Paralyse – Das Gefühl, flüchten zu wollen, aber nicht zu können (25 Prozent)
  • Unpünktlichkeit – Bei einem wichtigen Ereignis zu spät kommen (24 Prozent)
  • Verlustängste – Tod oder Verschwinden nahestehender Menschen (21 Prozent)

Natürlich sind das nur Durchschnittswerte. Wovor sich einer fürchtet, ist letztlich höchst individuell – wie auch das Eingangsbeispiel (Sklavenmarkt) zeigt. Immerhin: Rund 75 Prozent derjenigen, die nachts von Horrorträumen geplagt werden, versuchen sie sofort wieder zu vergessen.

Als Auslöser für Albträume werden oftmals Stress sowie Alkohol oder Medikamente aufgeführt. Aus psychologischer Sicht der Traumdeutung stehen hinter Albträumen eher tiefgreifende Ängste, die sich im Schlaf einen Weg bahnen.

Die Funktion von Träumen

Träume deutenDie meisten Träume sind wirklich schön. Sie tauchen in eine Welt ein, in der alles möglich zu sein scheint und in der oftmals Wünsche, von denen Sie in der Realität noch weit entfernt sind, zum Greifen nah sind. Was Sie im Schlaf sehen und erleben, erfüllt allerdings weitaus wichtigere Funktionen, als nur schöne Bilder vor dem inneren Auge zu erzeugen.

Träume sind enorm wichtig für unsere seelische und geistige Gesundheit, weil wir dabei Eindrücke und Emotionen verarbeiten und sortieren. Was tagsüber erlebt und gefühlt wird, können wir im Schlaf und durchs Träumen weiter verdauen und auch in Verhältnis setzen.

Kurz: Wir lernen buchstäblich im Schlaf. Probleme, Sorgen, Fragen – oftmals wachen Sie morgens auf und sehen die Dinge mit völlig neuen Augen. Schöne Träume können dabei der Regeneration dienen.

Denken ist die Arbeit des Intellekts, Träumen sein Vergnügen, fand beispielsweise Victor Hugo. Das ist vielleicht ein wenig romantisiert. Aber beschreibt durchaus die Freude, die Träume vermitteln können.

Wann träumen wir überhaupt?

Für die Traumdeutung entscheidend sind die unterschiedlichen Schlafphasen, Einschlaf-, Leichtschlaf, Tiefschlaf- und REM-Phase. Grundsätzlich wird in jeder Schlafphase wird geträumt, allerdings ist die REM-Phase dabei besonders ausgeprägt. Die Abkürzung steht für Rapid Eye Movement und bedeutet schnelle Bewegungen der Augen – welche in dieser Schlafphase unter den geschlossenen Augenlidern passieren.

Der Schlaf kann zwischen vier und sechs REM-Phasen pro Nacht haben, in denen wir etwa anderthalb Stunden träumen. Eine einzelne Phase kann zwischen fünf und zwanzig Minuten dauern, wobei die letzten REM-Phasen zum Morgen hin meist die längsten sind.

Das Gehirn läuft währenddessen auf Hochtouren, was auch die gestiegene Traumaktivität im Vergleich zu anderen Phasen erklärt. Das lässt sich gut mit dem EEG (Elektroenzephalografie) nachweisen, bei dem mit Elektroden die Hirnströme gemessen werden.

Ihre Muskeln sind an dieser Traumphase jedoch nicht beteiligt und bleiben weitestgehend entspannt. Wissenschaftler vermuten, dass dies dem Schutz dient. Würde jede Bewegung im Traum auch tatsächlich ausgeführt, könnten Verletzungen die Folge sein.

Können Sie sich an Ihre Träume erinnern?

Traum Träume erinnern deutenErstaunlicherweise ist es gar kein so gutes Zeichen, genau zu wissen, was in einem Traum vorgekommen ist. Natürlich ermöglicht dieser Umstand erst die Traumdeutung, doch ansonsten sind erinnerte Träume ein Indiz für schlechten Schlaf.

Zu diesem Ergebnis kommt etwa eine Studie von Perrine Ruby vom Lyon Neuroscience Research Center. Demnach leiden Traum-Erinnerer nachts doppelt so häufig an Schlaflosigkeit und Schlafstörungen wie jene, die sich nicht an ihre Träume erinnern können.

Bemerkenswert auch: Die Forscher konnten keinerlei Unterschiede beim Traumaufkommen feststellen. Heißt: Wer sich an seine Träume erinnert, träumt deswegen nicht mehr oder wilder. Eher ist es ein Zeichen dafür, leichter zu schlafen und empfindlicher auf Störquellen zu reagieren.

Einfluss nimmt außerdem die Schlafphase, in der Sie aufwachen. Wird eine Person beispielsweise in der REM-Phase geweckt, so kann sie sich deutlich genauer an ihren Traum erinnern als Personen, die in anderen Schlafphasen geweckt werden.

Was tun, wenn Sie zu denjenigen gehören, die tief und fest schlafen? Wenn Sie Ihre Träume deuten oder einfach mehr über Ihre Traumgewohnheiten erfahren wollen, sollten Sie anfangen, ein Traumtagebuch zu führen. Legen Sie dazu einen Stift und einen kleinen Notizblock neben Ihr Bett, bevor Sie schlafen gehen.

Gleich nach dem Aufstehen morgens ist die Erinnerung meist noch frisch. Nehmen Sie sich dann einige Minuten Zeit, um schriftlich festzuhalten, an welche Träume Sie sich erinnern. Mit einem Traumtagebuch können Sie noch einmal genau nachlesen, wovon Ihre Träume gehandelt haben, wer darin vorgekommen ist und mit welchen Themen Sie sich im Schlaf beschäftigt haben.

Zur Traumdeutung ist ein solches Tagebuch das optimale Hilfsmittel. Sie können nicht nur verschiedene Traumsymbole aufschreiben und analysieren, sondern auch über einen längeren Zeitraum die Entwicklung Ihrer Träume beobachten. Dies hilft Ihnen dabei, Ihre Träume und deren Bedeutung noch besser zu verstehen.

  • Welche Symbole und Themen tauchen immer wieder auf?
  • In welche Richtung entwickeln sich Ihre Träume?
  • Was ist aus Ihren Träumen verschwunden?

Schauen Sie sich beispielsweise alle zwei Wochen Ihr Traumtagebuch an und nutzen Sie es für eine genauere Traumdeutung.

Wie Traumdeutung bei Fragen helfen kann. Oder auch nicht

Manch ein Traumdeuter nimmt die Botschaften sehr ernst und sucht sogar die Antworten auf ernste und wichtige Fragen des Lebens in den Träumen. Werde ich Kinder haben? Sollte ich ein Baby bekommen? Spricht das Traumsymbol für eine Beziehung? Werde ich in einem Job glücklich? Ist dieser Studiengang der richtige für mich?

Durch die Deutung eigener Träume soll so mehr Klarheit gefunden und Entscheidungen gestützt werden. Stellt sich die Frage: Ist die Traumdeutung für solch eine Entscheidungsfindung wirklich geeignet und sollten Sie Optionen aufgrund von Traumsymbolen wählen – oder eben nicht?

Auf der einen Seite lässt sich durchaus dafür argumentieren. Im Traum manifestiert sich das Unbewusste, Ihre Emotionen, Hoffnungen, Wünsche oder auch verborgene Gedanken. So kann ein Traumsymbol Ihnen möglicherweise verraten, was Sie tief in sich schon wissen, was aber noch nicht bis ans Bewusstsein vorgedrungen ist. Kurz gesagt: Traumdeutung kann Ihnen verraten, was Sie wirklich wollen und wie Sie sich entsprechend entscheiden sollten.

Gleichzeitig ist Vorsicht geboten. Schreiben Sie der Traumdeutung keine prophetischen Fähigkeiten zu. Traumsymbole werden abhängig vom Kontext, vom Kulturkreis und der Persönlichkeit unterschiedliche Bedeutungen zugeschrieben. Somit kann ein Traumsymbol ein Hinweis sein, Träume sagen aber nicht die Zukunft voraus. Überlegen Sie sich deshalb, auf welche Fragen Sie die Antwort möglicherweise im Traum finden können – und wann Sie ein Traumsymbol besser nicht überbewerten sollten.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
25. März 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Taralej. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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