Vorstellungsgespräch: Tipps, Fragen, Checklisten

Wer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, hat die schwerste Hürde schon überwunden: Die Bewerbungsunterlagen haben überzeugt, die fachlichen Qualifikationen ebenfalls. Glückwunsch! Sie sind in Runde 2. Allerdings ist der Job noch nicht in der Tasche. Noch müssen Sie den oder die Personalentscheider im persönlichen Gespräch überzeugen. Wie Ihnen das gelingt sowie praktische Tipps für alle Phasen des Vorstellungsgesprächs zeigen wir Ihnen hier…

Vorstellungsgespräch: Tipps, Fragen, Checklisten

Was Personaler im Vorstellungsgespräch wirklich interessiert

Viele Bewerber haben Angst vor dem Vorstellungsgespräch. Immerhin geht es um ihren Traumjob und ihr künftiges Gehalt. Entsprechend groß ist die Sorge, im Gespräch etwas Blödes oder Falsches zu sagen.

Die Sorge möchten wir Ihnen nehmen. Wenn Sie sich – zum Beispiel mithilfe unserer Ratgeber – auf das Vorstellungsgespräch gut vorbereiten, kann nichts passieren. Bei all den vielen Bewerbungsgespräch Fragen, Stressfragen oder Fangfragen, die Personaler stellen können, geht es nie um richtig oder falsch. Es geht um Ihre Persönlichkeit.

Fachlich haben Sie schon überzeugt, nun will man sich ein persönliches Bild von Ihnen machen: Wie Sie arbeiten; ob Sie ins Team passen; wie Sie unter Stress reagieren; warum Sie hier arbeiten wollen und welche Ziele Sie haben. Egal, welche Fragen Personalverantwortliche stellen: Es geht ihnen am Ende immer um…

  • Kompetenzen

    Hierbei geht es weniger um Ausbildung oder Hochschulabschluss, Stärken oder Schwächen. Vielmehr interessieren sich Personaler im Vorstellungsgespräch für die sogenannten Soft Skills. Also Arbeitsweise, Lernbereitschaft, Leidenschaft (für den Job) und soziale Kompetenzen. Kurz: Man will sicherstellen, dass Sie allen Herausforderungen des Jobs gewachsen sind.

  • Teamgeist

    Wir wissen: Querdenker und Kreative sind der Humus, auf dem Innovationen gedeihen. Deshalb braucht sie jedes Unternehmen. Theoretisch. Tatsächlich achten Personaler aber leider oft auf Konformität. Ihre Jobchancen steigen erheblich, je mehr Sie dieses Fitting vermitteln. Wie weit sich ein Bewerber dabei verstellt oder maximal authentisch bleibt, hängt davon ab, wie dringend er oder sie den Job benötigt.

  • Mehrwert

    Verfügen Sie über eine Liste von Erfolgen, die nahelegen, Sie werden dem Arbeitgeber auch Umsatz, Einsparungen oder Mehrwert bringen? Letztlich geht es bei jeder Einstellung um eine einfache Rechnung: Man bezahlt Ihnen ein Gehalt X und hofft, dass Ihre Leistung einen Mehrwert von Y erwirtschaftet. Das ist zu dem Zeitpunkt zwar reine Spekulation, aber je überzeugender Sie darstellen können, dass Y größer ist als X, desto eher werden Sie eingestellt. Pluspunkte sammelt also, wer auf vergleichbare Erfolge aus seiner bisherigen Laufbahn verweisen kann.

Und nicht zuletzt denken Personaler auch darüber nach, ob die Einstellung später auf sie (negativ) zurückfallen könnte. Schließlich geht es auch um ihren Job und ihre Reputation. Deswegen wagen auch so wenige Experimente. Je überzeugender Ihre Argumente sind und je mehr Garantien Ihre Erfahrungen und Kompetenzen bieten; je glaubwürdiger Ihr Erscheinungsbild und Auftreten, desto besser Ihre Chancen.

Wie Ihnen das gelingen kann, zeigen wir Ihnen im Folgenden – Schritt für Schritt und Phase für Phase…

Vorstellungsgespräch Tipps: So überzeugen Sie in jeder Phase

Ob wir jemanden sympathisch finden oder ihm vertrauen, entscheidet sich oft in Sekunden. Manchmal reicht schon eine einzige Eigenschaft, ein einziges Wort, ein simpler Eindruck, der dem Personaler übel aufstößt – und schon kippt das Vorstellungsgespräch.

Das ist zwar ein typischer Wahrnehmungsfehler. Aber einer mit verheerender Wirkung: Der sogenannte Horn-Effekt überstrahlt jetzt viele andere positive Eigenschaften.

Damit Ihnen das nicht passiert, ist es wichtig, seine Körpersprache im Vorstellungsgespräch, aber auch seine Worte zu dosieren.

Die Kunst ist, die richtige Balance zu finden – zwischen perfekter Selbstpräsentation, Selbstdarstellung und einem Rest Spekulationsfläche. Zwischen sachlicher Präzision und persönlichem Einblick. Und das in allen Phasen des Vorstellungsgesprächs.

Tatsächlich verlaufen fast alle Vorstellungsgespräche in fünf typischen Gesprächsphasen ab:

Gesprächsphasen im Vorstellungsgespräch

Die Reihenfolge kann natürlich variieren. Die einzelnen Blöcke aber werden Ihnen immer wieder begegnen. Daher orientieren wir uns an diesem Ablauf und zeigen Ihnen der Reihe nach, wie Sie die einzelnen Phasen bestehen.

  • Vorstellungsgespräch Phase 1: Schon beim Smalltalk punkten

    Jedes Vorstellungsgespräch beginnt mit dem persönlichen Kennenlernen. Vorstellen, Händeschütteln (siehe Anleitung unten), nach der Anreise fragen, plaudern und sich dabei gegenseitig beobachten und einschätzen.

    Dieser Smalltalk am Anfang ist eine wichtige soziale Interaktionen. Er soll das Eis brechen, die Aufregung der Bewerber mindern, Atmosphäre schaffen.

    Eigentlich eine gute Sache. Doch so unschuldig wie diese Plauder-Phase scheint, so wenig ist sie es.

    Typischerweise unterscheiden Psychologen die Annäherung von Fremden in drei Verhaltensphasen, die gleichzeitig Ausdruck steigender Sympathie sind:

    • Matching

      Die Körpersprache des Partners wird analysiert und zunächst nur zu maximal 50 Prozent durch die eigene reflektiert.

    • Pacing

      Körpersprache, Gestik, Mimik, Sprache werden zunehmend synchronisiert.

    • Rapport

      Nahezu vollständige Symmetrie – beide Partner nehmen jedes Mal durch ihr Verhalten auf einander Bezug.

    Der Smalltalk und Warm-up zu Beginn des Bewerbungsgesprächs wird daher auch als Rapport-bildende Phase bezeichnet. Relevante Informationen werden dabei noch nicht ausgetauscht. Der Gesprächsinhalt fällt eher in die Kategorie: belanglos.

    Doch genau darin liegt die Gefahr: Kandidaten unterschätzen diese ersten fünf Minuten. Eine Studie von Brian Swider vom Georgia Institute of Technology und Brad Harris an der Texas Christian Universität kam zu dem Ergebnis: Personaler beurteilen in dieser ersten Phase, wie Bewerber später im Job arbeiten werden. Nicht selten fällt schon dabei die Entscheidung für oder gegen den Kandidaten. Das Ergebnis deckt sich mit Untersuchungen von Murray Barrick, Management-Professor an der Texas Universität. Er fand heraus: Egal, wie strukturiert ein Vorstellungsgespräch auch abläuft, entschieden wird oft schon am Anfang, ob der Kandidat den Job bekommt oder nicht.

    Man kann sich darüber ärgern. Es ändert aber nichts daran, dass es in Vorstellungsgesprächen eben enorm menschelt. Die ausgefeiltesten Gesprächsabläufe und Fragetechniken können nicht verhindern, dass unser Bauchgefühl mitentscheidet und der Verstand am Ende nach einer plausiblen (scheinbar rationalen) Rechtfertigung sucht, was die „Chemie“ und „Wellenlänge“ bereits in den ersten Minuten entschieden haben.

    Ärgern Sie sich also bitte nicht, sondern nutzen Sie das für sich. Sie wissen jetzt, wie wichtig der erste Eindruck ist. Üben Sie Ihren Auftritt entsprechend mit Freunde, Bekannten oder einem Coach. Im Zentrum steht die Frage: Wie wirke ich dabei auf dich: offen, freundlich selbstbewusst?

    Vorsicht mit Übertreibungen und Selbstverständlichkeiten

    Vorstellungsgespräch Tipp: Vorsicht mit Übertreibungen und SelbstverständlichkeitenJede Bewerbung ist – wie der Name sagt – eine Werbeveranstaltung in eigener Sache. Sie können und sollen also ruhig ein bisschen die Werbetrommel rühren. Nur bitte nicht übertreiben. Sonst kippt die Situation. Was eben noch überzeugend klang, wirkt jetzt hohl, eitel oder unwahr.

    Den ersten Fehler begehen vor allem Berufseinsteiger. Ihr Lebenslauf ist noch dünn. Das versuchen manche durch viele Worte wettmachen zu müssen. Sie sagen dann zum Beispiel, dass sie „belastbar“, „kreativ“, „teamfähig“, „hoch motiviert“ oder „pünktlich“ seien. Trotzdem ein Fehler! Denn all das sind Selbstverständlichkeiten.

    Drehen Sie die Aussage herum, dann wird es deutlich: „Ich bewerbe mich hier, bin aber teamunfähig, kaum belastbar, unpünktlich und unmotiviert…“ Die Wahrscheinlichkeit, dass so jemand eingestellt wird, liegt natürlich nahe Null. Das Beispiel zeigt es aber auch, dass Selbstverständlichkeiten niemanden überzeugen.

    Mehr noch: Wer sie betont, nährt den Verdacht, dass da sonst nichts ist.

    Noch negativer wirken Schönfärbereien vom Typ: „Meine einzige Schwäche ist, dass ich zu viel arbeite.“ Wer’s glaubt…

    Zur Gruppe der zweifelhaften Übertreibungen gehören auch Aussagen, wie:

    • Das kann ich perfekt.
    • Mehr Erfahrungen auf diesem Gebiet bietet Ihnen keiner.
    • Meine Erfolge sprechen für sich.
    • Außerdem kann ich das… und das… und das…
    • Ich mache alles für Sie.
    • Das ist mein absoluter Traumjob.

    Die meisten dieser Aussagen sind einfach zu glatt, um wahr zu sein. Wer alles macht (und sagt), nur um den Job zu bekommen, ist entweder Opportunist oder skrupellos. Beides nicht gerade Eigenschaften eines Traumkollegen.

    Gleiches gilt übrigens für Ausreden („Das war aber nicht meine Schuld…“) oder übertriebene Euphorie. Im Vorstellungsgespräch ist es wie in der Liebe: Wer sich zu sehr aufdrängt, wird uninteressant und sieht bedürftig aus. Lassen Sie den Personaler also ruhig auch etwas um Sie werben. Umso zufriedener ist er hinterher mit seiner Ausbeute.

  • Vorstellungsgespräch Phase 2 und 3: Selbstpräsentation und Kennenlernen

    Für Personalentscheider ist die sogenannte Selbstpräsentation die Chance, Sie live zu erleben und zu beobachten. Manche überprüfen auch, ob der Kandidat bei seinen Angaben im Lebenslauf geschummelt hat. Wer vorher seine Bewerbungsmappe kräftig optimiert hat, muss jetzt liefern.

    Gleichzeitig interessiert Personaler in dieser erweiterten Kennenlernphase, ob Sie es schaffen, einen Bezug zum Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle herzustellen. Also die Lücke zwischen dem Anforderungsprofil der Position und den eigenen Kompetenzen klein zu halten.

    Üblicherweise werden Ihnen dazu viele Fragen gestellt. Diese Vorstellungsgespräch Fragen stehen auf der Beliebtheitsskala der Bewerber ungefähr auf einer Höhe mit Zahnschmerzen. Der beste Tipp dazu: Bleiben Sie dabei immer ruhig und lassen Sie sich nie aus dem Konzept bringen (siehe Video).

    Um Ihnen ganz praktisch zu zeigen, wie das geht, haben wir ein paar typische Fragen und Antworten zusammengestellt:

    • Was ist ihre größte Schwäche?

      Gerne wird die Frage von Bewerbern dazu genutzt, um eine vermeintliche Schwäche anzusprechen, bei der es sich um eine Stärke handelt. Fehler! Personaler durchschauen dieses Schauspiel und haken nach. Seien Sie lieber ehrlich und zeigen Sie, wie Sie an einer erkannten Schwäche arbeiten. Zum Beispiel: In Diskussionen fällt es mir manchmal schwer, mich durchzusetzen. Aber ich arbeite daran, meine Meinung deutlicher zu vertreten.

    • Sie haben mehrmals den Job gewechselt. Warum sollten wir sie einstellen?

      Berufliche Wechsel sind heute keine Seltenheit. Viele Personaler sprechen Kandidaten trotzdem darauf an. Reagieren Sie darauf nicht verunsichert oder schuldbewusst. Erklären Sie stattdessen mit Beispielen, wieso gerade diese vorherigen Stationen Sie für den aktuellen Job qualifizieren. Kurz: Greifen Sie die Frage nach der Vergangenheit auf, aber drehen Sie den Blick wieder in die Zukunft.

    • Würden Sie sich selbst eher als stur oder flexibel bezeichnen?

      Gemeine Fangfrage! Denn beide Eigenschaften können – abhängig von der Situation – wünschenswert oder schädlich sein. Die Antwort auf solche suggestiven Alternativfragen sollte deshalb immer beide Seiten abdecken: Ich finde es schwer, mich in einer der beiden Kategorien wiederzufinden. Natürlich kann ich meine Meinung vertreten und auch stur sein, wenn ich eine Idee verteidige, die ich für richtig halte. Auf der anderen Seite finde ich aber auch einen Konsens und Kompromisse wichtig, wenn diese zum bestmöglichen Ergebnis führen.

    • Wenn Sie jemanden für diese Stelle aussuchen müssten, worauf würden Sie achten?

      Diese Frage beinhaltet gleich zwei Punkte: Welche Fähigkeiten halten Sie für die Stelle für relevant? Und besitzen Sie selbst diese Qualifikationen? Je nach Position sollten Sie sich bei der Antwort auf zwei oder drei Schlüsselqualifikationen konzentrieren: Ich denke, dass Kreativität und Problemlösungskompetenz für den Job entscheidend sind, weil… Genau aus diesem Grund habe ich mich auch beworben, denn… Wer jetzt noch die Stellenbeschreibung mit einer passenden (bisherigen) Erfahrung garniert, steigert seine Chancen enorm.

    • Wie unterscheidet sich dieser Job von anderen, für die Sie sich beworben haben?

      Eine fiese Frage. Wer möchte im Jobinterview von anderen Bewerbungen erzählen? Allerdings kommt es auch nicht gut an, zu behaupten, man hätte sich nur auf diese eine Stelle beworben. Personaler wissen, dass das gelogen ist. Beschränken Sie sich daher auf eine kurze und neutrale Antwort und gehen Sie weiterhin darauf ein, warum es Sie zu genau diesem Arbeitgeber zieht.

    Sie erkennen vielleicht schon das Konzept hinter den Antworten und Reaktionen im Vorstellungsgespräch. Grundsätzlich gilt:

    • Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich von vielen (kritischen) Fragen nie hetzen. In jedem Vorstellungsgespräch darf man Bedenkzeit nehmen. So senken Sie nicht nur Ihren Blutdruck. Sie finden auch die klügere Antwort. Obendrein wirkt das überlegter. Ruhe ist im Vorstellungsgespräch die beste Strategie.
    • Fragen Sie nach. Viel zu selten nutzen Bewerber die Chance, in einem Vorstellungsgespräch nachzufragen. Vor allem, wenn sie die Frage nicht verstanden haben. Zu groß ist die Angst, dass dies als fehlende Aufmerksamkeit oder Auffassungsgabe ausgelegt wird. Machen Sie das bitte nicht: Haken Sie ein und fragen Sie zurück. Verständnisfragen vom Typ „Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihre Frage richtig verstanden habe, meinten Sie…?“ sind keine Schande, im Gegenteil: Sie demonstrieren echtes Interesse.
    • Lassen Sie sich darauf ein. Manche Fragen sind skurril bis abwegig. Das gilt besonders für Stressinterviews. Ziel ist, den Bewerber aus der Komfortzone zu locken und hinter seine Fassade zu blicken. Natürlich müssen Sie sich nicht alles gefallen lassen, aber wer das Ganze sportlich sieht und ebenso souverän wie selbstbewusst auf die Fragen eingeht, punktet im Vorstellungsgespräch mehr als jeder Kritiker.
    • Legen Sie sich relevante Anekdoten zurecht. Spontaneität ist gut, wenn man es kann. Alle anderen sollten sich vorbereiten: Überlegen Sie sich, welche Fragen kommen können – und dazu amüsante wie relevante Beispiele und Anekdoten aus Ihrem bisherigen Lebenslauf. Komprimieren Sie diese auf ein wesentliches Extrakt. Also kurze, knackige Antworten. Authentische Beispiele überzeugen mehr als Selbstaussagen.

    Vorstellungsgespräch Checklisten: Die besten als Gratis-Download

    Um sich optimal auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten, haben wir hier gleich mehrere umfangreiche Checklisten für Sie vorbereitet – mit typischen Fragen, klugen Rückfragen und mehr als 100 Tipps…

    • 111 Tipps zum Vorstellungsgespräch

      111 Tipps zum VorstellungsgesprächEben weil das Vorstellungsgespräch so wichtig ist, ranken sich zahlreiche Mythen und Vorstellungen rund um diesen Bewerbungsabschnitt. Diese hier haben sich schon bei zahlreichen Lesern der Taralej bewährt. Insgesamt haben wir hier 111 der besten und wichtigsten Tipps zum Vorstellungsgespräch für Sie zusammengefasst, die Sie sich gratis als PDF herunterladen können. So sind Sie optimal für das Jobinterview gerüstet. Naturgemäß sind bei der großen Zahl auch ein paar Punkte dabei, die für Sie selbstverständlich oder längst bekannt sind. Es schadet aber nicht, sich diese Grundlagen hin und wieder ins Gedächtnis zu rufen. Zudem ist die Liste natürlich für alle Leser gedacht – auch für die weniger routinierten.

    • 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch

      100 Fragen im VorstellungsgesprächHier finden Sie eine Liste mit 100 typischen Fragen im Vorstellungsgespräch, die Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und offline nutzen können, um sich auf das Interview optimal vorzubereiten. Vielleicht haben Sie auch Freunde und Bekannte, die ebenfalls gerade nach einem Job suchen: Dann stellen Sie sich die Fragen doch gegenseitig und geben Sie sich ehrliches Feedback, wie die Antworten auf Sie wirken. Diese Übung hilft zudem dabei, lockerer und souveräner zu werden.

    • Typische Stressfragen im Vorstellungsgespräch

      Stressfragen Beispiele VorstellungsgesprächVon sogenannten Stressfragen gibt es unzählige Variationen. Die meisten lassen sich jedoch in fünf Arten unterteilen: Analogie-Fragen, Fangfragen, Provokationen (die keine Fragen sind), Brainteaser und Trichterfragen. Eine vollständige Checkliste dieser Fragenarten samt einiger Beispiele können Sie sich ebenfalls hier gerne gratis als PDF herunterladen, um sich so besser auf das Bewerbungsgespräch vorzubereiten.

    • Vorstellungsgespräch Checkliste


      Checkliste Vorstellungsgespräch
      Haben Sie wirklich an alles gedacht? Diese Checkliste fürs Vorstellungsgespräch dient weniger zur Vorbereitung, dafür umso mehr zur Kontrolle und als Ergänzung. Weil am Tag des Bewerbungsgesprächs oft die Anspannung und der Adrenalinspiegel hoch sind, werden manche Details schlicht vergessen. Damit Ihr Jobinterview ein voller Erfolg wird und Sie trotzdem an alles denken, haben wir die folgende Checkliste erstellt. Selbstverständlich können Sie diese auch kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und abhaken.

    Weiterführende wie vertiefende Ratgeber zum Vorstellungsgespräch finden Sie zudem als Linkliste am Ende des Artikels.

  • Vorstellungsgespräch Phase 4: Rückfragen stellen

    Wann immer Ihnen ein Personaler im Vorstellungsgespräch die Gelegenheit bietet, selbst Fragen zu stellen (sogenannte Rückfragen), sollten Sie auf keinen Fall schweigen oder gar den Kopf schütteln: Sie haben bitte eigene Fragen – immer! Schon aus zwei Gründen:

    • Dies ist die beste Chance, mehr über das Unternehmen, Ihren zukünftigen Arbeitsplatz, den Chef, dessen Anforderungen und die Kollegen zu erfahren.
    • Dies ist ein Test. Er soll Ihr wahres Interesse an dem Job abklopfen und prüfen, wie intensiv Sie sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet haben. An der Tiefgründigkeit und Cleverness der Rückfragen kann selbst ein ungeübter Personaler ablesen, ob Sie nur die Stellenanzeige oder auch die Webseiten (Plural!) des Unternehmens sowie einschlägige Fachartikel dazu studiert haben.

    Die anderen Gründe sind:

    Vorstellungsgespräch Rückfragen Gründe Grafik

    100 Rückfragen fürs VorstellungsgesprächAuch zu den Rückfragen haben wir eine Liste mit 100 cleveren Rückfragen an Personalentscheider zusammengestellt. Diese können Sie sich ebenfalls kostenlos als PDF herunterladen. Nur bitte nehmen Sie die Liste nie (ausgedruckt) zum Vorstellungsgespräch mit. Das sieht dann nicht nach individuellen Fragen aus. Ebenso wenig sollten Sie alle Fragen davon stellen. Picken Sie sich nur fünf bis zehn davon heraus und lernen Sie diese kurz vorher auswendig.

    Diese Fragen sollten Sie nie stellen

    Schlechte Fragen im VorstellungsgesprächEs gibt Dinge, die bleiben im Vorstellungsgespräch besser unausgesprochen. Dass man den Job ganz dringend braucht zum Beispiel. Schneller kann man sich nicht von der Position der talentierten Fachkraft in die Rolle des Bittstellers katapultieren.

    Dasselbe gilt aber auch für einige (dumme) Fragen, die einen Bewerber leider so gar nicht klug oder vorbereitet aussehen lassen. Dazu gehören zum Beispiel diese:

    • Was genau macht Ihr Unternehmen eigentlich?

      Sie wollen damit Interesse am Unternehmen zeigen. Was aber ankommt, ist: Sie sind überhaupt nicht vorbereitet. Es ist Ihre Hausaufgabe, sich über das Unternehmen vorab zu informieren, insbesondere was dieses macht. Das steht ja meist schon auf dessen Website in der Rubrik „Über uns“. Wer diese Frage stellt, disqualifiziert sich daher sofort.

    • Stellen Sie weitere Nachforschungen zu meinem Werdegang an?

      Jetzt schon. Im Ernst: Warum fragen Sie danach, wenn Sie im Vorstellungsgespräch alles Wissenswerte erzählen und nichts zu verbergen haben? Eine solche Frage kann nur zu einer Gegenfrage führen: „Was würden wir denn dabei über Sie herausfinden?“ Spätestens jetzt ist der Kandidat unglaubwürdig.

    • Warum haben Sie mich eingeladen?

      Die Frage ist vermutlich gedacht als Auftakt zur Selbstpräsentation (oder als fishing for compliments). Doch gut gemeint, ist der kleine Bruder von Blödsinn. Und in dem Fall wirkt es leider, als hätten Sie selbst nicht damit gerechnet – was wiederum nicht unbedingt zu einem Top-Talent passt. Ihre Haltung muss sein: Wenn man nach DEM Kandidaten sucht, muss man SIE finden. Punkt.

    • Wann kann ich frühestens Urlaub machen?

      Wohlgemerkt: Sie sitzen im Vorstellungsgespräch, haben den Arbeitsplatz also noch gar nicht – und fragen schon nach Urlaub? Gewiss, die Frage ist grundsätzlich legitim. Die können Sie aber auch noch am ersten Tag im neuen Job und in der Personalabteilung stellen. So aber wirkt das alles andere als motiviert oder leistungswillig.

      In dieselbe Kategorie fälltauch die Frage: Welche Dinge führen bei Ihnen zu einer Kündigung? Jemanden noch vor der Einstellung auf den Gedanken zu bringen, Sie feuern zu müssen, ist strategisch nicht weitsichtig. Und wer sich jetzt schon darüber Sorgen macht, hat womöglich Arges im Sinn.

    • Überwachen Sie die Internetnutzung von Dienstrechner und -handy?

      Wenn Sie das fragen, können Sie gleich sagen, dass Sie tagsüber mehr Ihr Facebook-Profil managen als Ihre Projekte. Auch hier ist es so: Sie haben den Job noch nicht in der Tasche und machen sich schon Gedanken dazu, was Sie während der Arbeitszeit anderes tun können? Das verrät nicht gerade einen Leistungsträger.

    • Wie stehen meine Chancen?

      Es ist zwar verständlich, dass Sie wissen wollen, ob es mit dem Job geklappt hat. Dennoch ist Ungeduld im Vorstellungsgespräch ein dickes Minus.
      Erstens kann der Personaler jetzt noch gar nichts dazu sagen, weil es vermutlich noch weitere Kandidaten gibt. Zweitens klingt die Frage alles andere als selbstbewusst. Sie signalisieren wieder Unsicherheit und Zweifel an Ihrer Eignung. Fragen Sie lieber nach dem weiteren Verlauf des Auswahlprozesses. Oder wann Sie mit einer Antwort rechnen beziehungsweise frühestens nachfassen können.

  • Vorstellungsgespräch Phase 5: Abschluss und Nachbereitung

    Das Ende des Vorstellungsgesprächs bedeutet nicht, dass Sie nichts mehr tun können, um die Chancen auf den Job zu erhöhen. Neben der Vorstellungsgespräch Vorbereitung und Durchführung ist die Zeit nach einem Jobinterview die dritte wichtige Phase, um Personaler zu überzeugen, den guten Eindruck zu verstärken oder eine unglückliche Formulierung zu korrigieren.

    Vorstellungsgespräch Abschluss Regeln

    Diese Tipps zeigen Ihnen, was Sie nach dem Bewerbungsgespräch machen können:

    • Reflektieren Sie, wie das Gespräch gelaufen ist.

      Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Antworten? Konnten Sie den Personaler überzeugen oder würden Sie nach dem Jobinterview einen Punkt gerne klarstellen? Die Reflexion im Anschluss an das Vorstellungsgespräch hilft, für mögliche weitere Gespräche hinzu zu lernen.

    • Verfassen Sie ein Dankschreiben.

      Ein Dankschreiben kann den positiven Eindruck, den Sie im Vorstellungsgespräch hinterlassen haben, verstärken. Bedanken Sie sich für die Einladung zum Gespräch; die Zeit, die der Personaler Ihnen gegeben hat und die Möglichkeit, das Unternehmen besser kennenzulernen. Gleichzeitig können Sie erwähnen, dass das Vorstellungsgespräch Ihren Wunsch, für das Unternehmen zu arbeiten, noch einmal bestärkt hat und Sie sich darauf freuen, vom Personaler zu hören.

    • Bleiben Sie weiterhin aktiv in der Jobsuche.

      Das Vorstellungsgespräch ist gut gelaufen. Der Personaler hat sich nur positiv geäußert. Und Sie haben ein rundum gutes Gefühl? Gut. Aber trotzdem kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Solange Sie keinen unterschriftsreifen Arbeitsvertrag vorliegen haben, sollten Sie Ihre Jobsuche weiterführen und sich auch auf andere Stellen bewerben.

7 Psychotricks fürs Vorstellungsgespräch

Zugegeben, „Psychotricks“ klingen nach mentaler Manipulation und Mindmagic. Tatsächlich geht es eher darum, sich die zahlreichen psychologischen Effekte bewusst zu machen, die auf Vorstellungsgespräche einwirken, ohne dass wir dies bemerken (und uns dann wundern, warum wir den Job nicht bekommen).

Wem die folgenden Erkenntnisse bewusst sind, der kann negative Folgen verhindern oder derlei Psychoeffekte gezielt zu seinen Gunsten nutzen – ohne deswegen gleich mit dem Geist seines Gegenübers Tango zu tanzen…

[Bildnachweis: Taralej.info]

6. Mai 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Taralej. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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